Dienstag, 9. Dezember 2008; 11:58
Allgemein

Meisterschaft NLA: Revanche von SEAT Volley Näfels gegen den Meister?

Von: Rolando K. Küng

Am Samstag gastiert Meister und Cupsieger Lausanne UC im Buchholz in Glarus. Die Waadtländer haben zwar noch am Mittwoch im Challenge Cup gegen Lokomotiv Kiev eine klare Niederlage kassiert, schon am Samstag gibt es mit SEAT Volley Näfels aber wieder einheimische Kost. Im Moment stehen beide mit dem dritten Rang in der Tabelle auf genau gleicher Höhe.

 

Es herrscht zwischen Lausanne UC und SEAT Volley Näfels absoluter Gleichstand nach elf Spielen in der Meisterschaft. Sowohl im Satz- als auch im Punktequotient steht es unentschieden. Die erste Direktbegegnung in Lausanne haben aber die Studenten hauchdünn mit 3:2 gewonnen. Näfels hätte aber genau so gut auch gewinnen können. Der knapp verlorene dritte Satz (26:28) war vorentscheidend, das Tiebreak wurde nach Gleichstand bei 12 Punkten unnötig aus der Hand gegeben. Und trotzdem kann man nicht sagen dass Lausanne UC, ganz im Gegenteil zur letzten Saison, ausserhalb Näfels’ Reichweite liegt. Der Abgang der Spieler Carere, Hakala, Hominal und Wälchli konnte mit dem Zuzug von Tom Buijs, (dem Sohn des Holländischen Trainers Teun Buijs) Diego Reyes als Libero und dem Annahmespieler Onya Opota (Fra) nicht ganz wettgemacht werden.

 

 

Opota, Volleyball spielender Akademiker

Obwohl gerade Opota, 1977 in Zaire geboren, als Volleyballer in Frankreich eine grossartige Karriere hinter sich hat. Im Jahr 1999 wurde er mit AS Cannes Sieger im Cup der Cupsieger. Ausserdem stand er während vier Jahren und 30 Spielen im französischen Nationalteam. Der Rechtshänder wollte eigentlich nach einer Verletzung seine Karriere beenden und kam rein beruflich an die ETH Lausanne. Der Doktor in Biologie arbeitet da in der Forschung. Georges-André Carrel, dem langjährigen LUC-Manager, ist es dann gelungen, Opota davon zu überzeugen, es doch noch einmal auch als Spieler in seinem Uni-Team zu versuchen. Inzwischen ist, wie man auf dem Spielfeld sehen kann, dem in jeder Beziehung auffälligen Spieler seine Verletzung gut ausgeheilt und er ist so in der Lage, das Spiel stark mitzuprägen. „Ich bin glücklich dass es so gekommen ist und bereue nicht, noch einmal in die Hosen gestiegen zu sein“, teilt er in einem Interview mit dem Westschweizer TV mit. Trotz seiner enormen Sprungkraft, mit seinen 1.92m hat er ja nicht gerade Gardemass für einen Aussenangreifer und der enormen Erfahrung konnte aber auch er die bisher vier Niederlagen seines Teams nicht verhindern.

 

 

Starke Mitte, guter Pass

Mit Urs Günthör (2.10m) dem ehemaligen Mittelblocker des TV Amriswil und dem Aufsteiger der letzten Saison, dem Bieler Sandro Raffaelli ist die Mitte im Lausanner Spiel besonders stark. Dazu trägt aber auch Passeur Sébastien Chevallier (21) bei. Nach dem Wegzug von Cédric Hominal nach Frankreich in die Pro B-Liga, steht der Beach-Volleyball-Partner von Roman Sutter nun endlich in der Stammformation von Lausanne UC. Bereits am Cupfinal gegen Näfels hat er in der Berner Wankdorfhalle gezeigt, dass er einer der Besten seines Fachs ist. Captain Piotr Wiacek hat wohl als Meister und Cupsieger die Saison seines Lebens hinter sich. Nun scheint aber beim eher kleinen Annahmespieler (1.91m) wieder so etwas wie Normalität eingekehrt zu sein und das heisst bei ihm, dass er nicht regelmässig in der Lage ist über ein ganzes Spiel seine Topleistung abzurufen.

 

Am letzten Wochenende hat der LUC seinen Gegner Pallavolo Lugano zuhause klar geschlagen. Sogar noch klarer als SEAT Volley Näfels Münsingen bezwungen hat. Auch die Cuppartie gegen B-Ligist Laufenburg wurde trotz Satzverlust klar gewonnen. Bei einem weiteren Blick auf die Resultate im Verlauf dieser Saison, sieht man einzig den Sieg von Lausanne über Näfels von Ende Oktober, welcher bisher leichte Vorteile für die Romands zeigt. Ansonsten sind die Ergebnisse vergleichbar und so kommt es nicht von ungefähr, dass die beiden Kontrahenten absolut gleichauf liegen.

 

 

Sieg hält Lausanne auf Distanz

Die Spieler von SEAT Volley Näfels müssen sich nun ein Herz fassen und mit einer tadellosen Leistung sämtliche spielerischen und kämpferischen Elemente abrufen, welche sie zur Verfügung haben. Dann wird es auch zu einem Sieg reichen. Und ein solcher ist enorm wichtig, denn es wäre doch ein Vorteil, im Februar (vorausschauen sei erlaubt) in einer eventuellen Halbfinalserie nicht gegen die Nr. 1 sondern „nur“ gegen die Nr. 2 spielen zu müssen. Der TV Amriswil, oder eben die Nr. 1, macht derzeit einen dermassen starken Eindruck, dass es dann in einem Playoff-Final noch früh genug wäre, gegen die Thurgauer spielen zu dürfen. Da läge der CS Chênois, trotz der beiden Niederlagen bisher, doch noch eher in Reichweite von SEAT Volley Näfels. Und nach diesem Ausblick also wieder zurück zu diesem einen Spiel gegen Lausanne UC, ist es nicht mehr als logisch, dass jeder der Spieler darauf brennt, für die knappe Niederlage auswärts Revanche zu nehmen. Und damit auch gleichzeitig zu beweisen, dass die Mannschaft nun reif dazu ist, auch gegen die direkten Mitstreiter um Titel und Ehren Spiele gewinnen zu können.