Mittwoch, 13. Februar 2008; 16:56
Allgemein

Meisterschaft NLA: Näfels will die Serie abschliessen

Von: Rolando K. Küng

Die Best-of-five-Serie ist auf der Zielgeraden angelangt. SEAT Volley Näfels genügt ein weiterer Sieg im Tessin gegen die Dragons um die Serie zu gewinnen und sich definitiv den Abstiegssorgen zu entledigen. Ein Erfolg scheint möglich und es kann ohne Druck aufgespielt werden.

Für einmal wollen die beiden Brasilianer Vinicius und Carlão genau das Gegenteil. Der eine will den Sieg unbedingt um sich dann am freien Wochenende im Skifahren zu üben und der andere, um ganz sicher auch noch am nächsten Samstag das zu machen, was er wirklich am liebsten tut. Volleyball spielen ist für den sprung- und schlaggewaltigen Carlão sein Lebensinhalt. Und weil es ihm alleine nicht gelang, das letzte Spiel trotz 2:0 Satzvorsprung über die Runden zu bringen, blieb ihm nur der Titel des besten Spielers auf der Seite der Luganesi übrig. Mit der zweiten Niederlage in Folge sind die Tessiner nun arg unter Zugzwang. Nun müssen wirklich noch einmal alle Vollgas geben um nicht wieder dort anzulangen, wo sie bereits vor einem Jahr gestanden haben. Auch da spielten sie gegen den späteren Absteiger Andwil-Arnegg und nachher gegen Einsiedeln um den Verbleib in der höchsten Spielklasse zu sichern.

 

Näfels möchte gegen Sursee spielen

Die Serie SEAT Volley Näfels gegen Pallavolo Lugano ist übrigens die Einzige welche noch nicht entschieden ist. Die übrigen drei Serien haben Lausanne UC und TV Amriswil als Finalisten ebenso ermittelt wie den VBC Sursee als möglicher und wahrscheinlicher Gegner von Näfels um den bedeutungslosen fünften Platz. Damit sind die Luzerner auf jeden Fall einen Rang schlechter klassiert als letztes Jahr, wo ihnen der grosse Coup mit dem Vorstoss ins Halbfinale gelungen war. Das Playout um den fünften Platz wird noch einmal in einer Best-of-three-Serie ausgetragen und zwar im Anschluss an den Cupfinal Anfang März.
 

Ohne Druck spielen und gewinnen

Vor dem vierten Spiel gegen die Dragons können sich die Spieler aber höchstens auf der Fahrt ins Tessin noch zurücklehnen. Nachher während des Spiels heisst es ganz klar an die Leistung der letzten drei Sätze anknüpfen, welche die Benne-Truppe in der linth arena gezeigt hat. Gegen Lugano verträgt es kein Zaudern und physisch dürften nun ebenfalls alle Spieler wieder fit sein. In konditioneller Hinsicht haben ja bei der hohen Pace von drei Spielen innerhalb von sechs Tagen doch einige Dragons grosse Blössen gezeigt. Ganz im Gegensatz zu den Spielern um Captain Andy Sutter. Die physische Verfassung war bei den Glarnern ohnehin nie das entscheidende Thema. Vielmehr war es die Unregelmässigkeit hinsichtlich der psychischen Leistung in dieser Saison. Jetzt aber können die Näfelser zeigen, dass sie mittlerweile endlich auch mit dem Druck umgehen können indem sie ohne wenn und aber dieses Spiel gewinnen und damit die Serie für sich entscheiden.

Lastres verletzt

Der Austria-Cubano Lastres ist zwar am Oberschenkel verletzt, aber Joelson hat in Spiel drei gezeigt, dass er trotz seinen Kniebeschwerden ein gutes Match zeigen kann. So ist es also wahrscheinlich, dass Trainer Benne den Brasilianer von Anfang an bringen wird. Passeur Bedrac’s Leistung war in den letzten drei Sätzen ebenfalls stabil und so kam auch die Mitte öfters zum Zug. Vor allem Miller, aber auch Roman Sutter glänzten mit schönen Punkten über das erste Tempo durch die Mitte gespielt. Wenn der Trainer auf einer Position kein Problem hat, dann ist es im Mittelangriff, denn auch Samuel Büschi kann jederzeit ins Spiel eingreifen und Impulse setzen. Vor allem seine Blockarbeit ist für die Mannschaft sehr wichtig. Libero Dani Werner freute sich sichtlich über seine Nominierung zum besten Näfelser Spieler nach Sieg Nr. 2 in Folge. Auch er hat eigentlich alles im Griff und ist in Form. Bleibt die Annahme und der Angriff über die Aussenpositionen. Hier scheint Trainer Benne wohl am ehesten Kopfzerbrechen zu haben. Die Leistungsschwankungen waren sowohl bei Captain Andy Sutter als auch bei Vinicius sehr gross. Von Top bis Flopp sah man oft in bunter Wechselfolge alles. Dies bezieht sich vor allem auf die Annahmen aber auch auf den Angriff, wobei dann natürlich auch wieder der präzise Pass von entscheidender Bedeutung ist. Mindestens im letzten Spiel ab der zweiten Hälfte war die Annahme aber durchwegs gut, was auch das Leben des Passeurs sehr erleichterte.

 

Die Taktik zum Sieg kann durchaus vom letzten Spiel übernommen werden, sie hat funktioniert. Wie weit aber ein erholtes Lugano wieder aufdrehen kann um zurückzuschlagen und damit die Serie zu verlängern wird sich weisen. Wegen der Zuschauerunterstützung dürfte es kaum dazu kommen, denn trotz Gratiseintritt beim letzten Heimspiel fanden nur gerade 120 Zuschauer den Weg zum Spiel. In Lugano ist der Pallavolo nach wie vor weit davon entfernt italienische Zuschauerzahlen zu erzielen von einem Vergleich mit dem Eishockey ganz zu schweigen.