Montag, 27. Oktober 2008; 11:13
Allgemein

Meisterschaft NLA: Näfels stolpert über die Hürde LUC

Von: Köbi Hefti und Rolando K. Küng

SEAT Volley Näfels verlor gegen Lausanne UC im Tiebreak. Die mangelnde Chancenauswertung war ausschlaggebend, weshalb die Glarner nicht als Sieger vom Spielfeld gehen konnten. Schade, denn vom Glanz des Branchenprimus war bei LUC nicht mehr allzu viel zu sehen.

Die Vorzeichen der Teams von Lausanne UC und Näfels waren sehr unterschiedlich vor dem gestrigen Spitzenkampf am Genfersee. Die Waadtländer verloren am Samstag auswärts gegen Pallavolo Lugano überraschend mit 1:3 und kehrten erst um zwei Uhr früh aus dem Tessin nach Lausanne zurück, Näfels dagegen war nach dem 3:0 Sieg in Münsingen am Samstagabend mit gestärktem Selbstvertrauen an den Genfersee nach Montreux gereist und erreichte Lausanne in einer halben Stunde, fit und ausgeruht.

 

Ausfall zum Ersten: LUC Diagonalangreifer Bruschweiler

Zu Beginn des Spiels war davon aber nichts spürbar. Das Spiel war ausgeglichen. Viel schmerzvoller und schwerwiegender bei LUC war der Ausfall ihres Diagonalangreifers Bruschweiler, der sich den Fuss übertrat und durch Tom Buijs, den Sohn des Trainers Teun, ersetzt wurde. Weil Näfels' Chancenauswertung und die Services aber nicht überzeugten, stand LUC kurz vor dem Satzgewinn. Die ersten SMS ins Glarnerland mit der schlechten Nachricht warteten nur noch darauf, versendet zu werden. Doch dann kamen die Auftritte von Passeur Bedrac und der Näfelser Mauer vorne am Netz. Vom 22:24 bis zum Satzgewinn von 26:24 für Näfels gab's vier Mal dasselbe Szenario zu sehen. Float Service von Bedrac, Lausanner Annahme mit Problemen, gut lesbarer Pass von Chevallier zu einem Angreifer und Killerblock von Näfels zum Punktgewinn. Diese unerwartete Wende hätte Näfels eigentlich zeigen müssen wie verletzlich dieses Lausanne UC effektiv war. 

 

Näfels Chancenauswertung mit Potenzial

Ähnliches widerfuhr dann Näfels im zweiten Satz. Bis zum 9:9 war alles noch ausgeglichen, doch dann vermochte sich LUC abzusetzen. Vor allem mit Günthörs Floats bekundete die Carvalho-Truppe grosse Mühe. So hatte Bedrac keine Chance, seine Angreifer überraschend einzusetzen. Dies führte dazu, dass Gaft, Bruno und seine Kollegen im Angriff immer wieder scheiterten. Den Vorsprung von 16:12 gaben die Gastgeber bis zum Satzende nicht mehr aus der Hand. LUC gewann Satz 2 mit 25:20 deutlich.

 

Der dritte Satz war heiss umstritten. Konnte sich Näfels anfänglich besser in Szene setzen und in Führung gehen, änderte sich das Bild zu Satzmitte. Diesmal war es Passeur Chevallier, der das Ruder mit seinen guten Services herumriss und sein Team mit 16:14 in Front brachte. Aber auch als Passeur überzeugte er und lancierte seine Angreifer oft derart überraschend, dass diese praktisch ohne Gegenwehr auf den Ball hauen konnten. Der Näfelser Block stand oft im Schilf und konnte nicht überzeugen. Sehr ausgeglichen ging es vom 21:21 bis zum Satzende von 28:26 für LUC weiter. Dass die Glarner diesen Satz abgeben mussten, lag hauptsächlich daran, dass sie zu viele Chancen benötigten um zu punkten. Immer wieder gelang es Lausanne, die Angriffsbälle abzuwehren und selber zu kontern. Analog dem Spiel gegen Chênois gab Näfels hier einen Satz aus der Hand, welcher eigentlich hätte gewonnen werden müssen. Am Sieg in diesem dritten Satz hing, wie gegen die Genfer, schlussendlich das ganze Spiel.

 

Ausfall zum Zweiten: Näfels' Diagonalangreifer Bruno

Im vierten Umgang dominierte SEAT Volley Näfels zu Satzbeginn und münzte dies in eine komfortable 13:7 Führung um. Dies obwohl Bruno verletzt ausschied (erneut Zerrung im linken Wadenmuskel) und durch Brander ersetzt wurde. Erneut waren es aber Günthörs Float-Services, (immer wieder er) die diesen Vorsprung zunichte machten und zum Ausgleich führten. Jetzt brauchte es einen Genie-Streich um die Sutter-Boys noch einmal zurückzubringen. Jacky Gaft nahm sich ein Herz und packte seine besten Services aus, die er zu bieten hat. So brachte er mit zwei Assen und einem weiteren starken Service welcher in der Folge zum Punkt genutzt wurde Näfels 20:16 in Führung. Das war dei Vorentscheidung und wenig später verwertete Andy Sutter den dritten Satzball zum 25:19.

 

Zwischenspurt – aber kein Endspurt

Der Start ins Tiebreak gelang LUC deutlich besser. Doch Näfels vermochte den 4:7 Rückstand aufzuholen. Sehr ausgeglichen ging es weiter bis zum 12:12. Aus Sicht der Glarner war dies dann aber der Schlusspunkt. Lausanne holte sich die drei letzten Punkte durch einen Angriff und zwei erfolgreiche Blocks. LUC gewann den Entscheidungssatz mit 15:12 und das Spiel mit 3:2 und konnte wie beim Spiel gegen Chênois auf der Zielgeraden mit dem Gegner nicht mehr ganz mithalten.  

 

Näfels hat ein Spiel gegen ein Spitzenteam verloren, das auch hätte gewonnen werden können, meint Ruedi Gygli: "Diese Niederlage hätte nicht sein müssen. Es waren einige unnötige Fehler - vor allem im dritten Satz - und immer wieder einzelne individuelle Patzer, die zu diesem Resultat führten. Das ist schade, denn dies ist nun das zweite Spiel innerhalb weniger Tage, das wir hätten gewinnen können."

 

Andy Sutter: "Nach einem guten Anfang bauten wir ab, machten Fehler und bauten Lausanne damit auf. Vor allem im dritten Satz gab es einige Knackpunkte. Am Schluss war das Spiel sehr ausgeglichen – und ein Tiebreak ist halt immer eine gewisse Lotterie."

 

Trotz dieser erneuten Niederlage wirkt das Team von Näfels dieses Jahr wieder wie ein Spitzenteam, das Potenzial hat ganz vorne mitzumischen. In den Reihen von Näfels setzten Passeur Bedrac, vor allem mit seinen Services, aber auch Bruno zu Beginn und die beiden Mittelangreifer Roman Sutter und Silvio die Akzente. Auch die Annahme war über weite Strecken ihrer Aufgabe gewachsen und wankte nur selten.

 

 

Matchtelegramm

 

Lausanne Dorigny, SOS II: 26.10.2008, 17:00

Spieldauer  120 Minuten

Zuschauer: 300  

 

Lausanne UC - SEAT Volley Näfels 3:2 (24:26, 25:20, 28:26, 19:25,15:12)

 

Lausanne UC: Chevallier (Passeur), Wiacek (Captain), Reyes (Libero), Rafaelli, Günthor, Opota, Bruschweiler; Froesch, Buijs, Reinmann

Trainer: Teun Buijs (HOL)  

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur), Andy Sutter (Captain), Werner (Libero),  Gaft, Silvio, Bruno, Roman Sutter; Gygli, Brander, Tchello; Pfister und Suter abwesend (mit 1. Liga Team im Einsatz).
Trainer: Leo Carvalho   

 

1.SR: Nellen Christian

2.SR: Fischbacher Alain