Samstag, 24. Oktober 2009; 21:29
Allgemein

Meisterschaft NLA: Näfels' Siegesserie abgeblockt

Von: Köbi Hefti

Die Siegesserie von Seat Volley Näfels gegen die Spitzenklubs ist im 5. Spiel gerissen. Gegen Volley Amriswil reichten Konzentration und Kraft nicht aus, um nach dem Sieg gegen Chênois am Samstag (3:2) auch dem amtierenden Schweizermeister ein Bein zu stellen. Nach ausgeglichenem Beginn ging das Spiel 1:3 verloren.




Nach dem Sieg im Tie-Break gegen Chênois am Samstag traute man im Lager von Näfels auch gegen Volley Amriswil an einen Sieg zu denken. „Betrachtet man nur die Resultate – wir schlugen Lausanne, Lausanne schlug Amriswil -  wären wir die Favoriten. Doch ich schätze den Ausgang dieses Spiels als völlig offen ein“, meinte Teammanager Gygli wenige Minuten vor dem Anpfiff. Nach zwei gespielten Sätzen, lag er mit dieser Annahme noch völlig richtig, ehe die grosse Wende kam.

 

Das Auf und Ab auf beiden Seiten

Näfels buchte die ersten beiden Punkte des Spiels, doch dann kassierten sie gleich fünf Punkte in Serie. Die Glarner vermochten jedoch zu kontern und glichen zum 8:8 aus. Doch wie gewonnen, so zerronnen. Näfels Annahme bekundete Mühe mit den Services von Amriswils Mittelblocker Willi. Die Angriffe von Seat Volley Näfels gerieten dadurch ins Stocken und Amriswil buchte fünf Punkte hintereinander. Dies war die Vorentscheidung im ersten Satz. Den eingehandelten 10:16 Rückstand vermochte Näfels nicht mehr aufzuholen. Volley Amriswil gewann mit 25:20 unbedrängt. Auch im zweiten Satz lagen die Gastgeber rasch 1:5 hinten. Doch dann erging es Amriswil gleich wie kurz zuvor Näfels. Die Services von Mittelblocker Büsser brachten den Spielaufbau der Thurgauer ins Wanken, dazu gesellten sich Aussetzer an Aussetzer der Angreifer. Nach einer Serie von sieben erzielten Punkten lag Näfels mit 8:5 in Führung. Endlich schienen nicht nur die Angreifer Brander und Benetti die richtige Betriebstemeperatur erreicht zu haben, auch Polak, Meyer und Büsser punkteten nun regelmässig. So gewann Näfels diesen Satz ohne grosse Gegenwehr von Volley Amriswil mit 25:17 klar.

 

Ungewohnter Knackpunkt

Auch die Fortsetzung des Spiels schien weiter auf einen offenen Ausgang hinzudeuten. 8:8 stand es, als erneut Willi zum Service kam, und die Geschichte aus dem ersten Umgang wiederholte sich. Die unsichere Annahme Näfels‘ geriet erneut ins Wanken. Libero Werner war für einmal nicht in der Lage, diese so wichtige Aufgabe so zu organisieren wie sonst. Dazu Ruedi Gygli: „Wenn jener Spieler, dessen wichtigste Aufgabe die Annahme ist, nicht ins Spiel findet, dann verunsichert dies die ganze Mannschaft.“ So kam es dazu, dass der Zuspieler lange Wege gehen musste, keine überraschenden Spielzüge vorbereiten konnte und deshalb die Angreifer vom hervorragenden Block der Thurgauer immer wieder gebremst wurden. Auch der Wechsel von Passeur Gygli zu Bedrac änderte nichts an dieser Situation. Die Thurgauer agierten klar überlegen und dominierten die müde wirkenden Glarner beinahe nach Belieben. Sie gewannen jede Rally, machten kaum noch Fehler, während bei Näfels praktisch nur noch Fabian Brander zu gefallen wusste. 19:25 ging dieser Satz verloren.

 

„Das macht mich stolz“

Was danach folgte, war eine Machtdemonstration des amtierenden Meisters am Block. Nicht weniger als sieben Killerblocks untermauern dies. Das Score von 14:25 sagt alles aus über diesen Satz. Entsprechend zufrieden war Amriswils Trainer Verstappen: „Der Block machte heute den Unterschied aus. Wir haben super gespielt. Es war jenes Niveau, welches wir spielen können. Bisher konnten wir dies in der laufenden Meisterschaft noch nicht zeigen. Dass es uns aber im bisher wichtigsten Spiel Saison gelingt, macht mich stolz.“

 

Teammanager Ruedi Gygli sah trotz der deutlichen Niederlage auch Gutes: „Positiv war, dass so viele Zuschauer zum Spiel kamen und dass wir einen Satz so sicher gewonnen haben.“ Er sah den Grund für die ungenügende Leistung im mentalen Bereich und im schweren Spiel vom Samstag gegen die Genfer. „Dieses Spiel kostete uns körperlich und geistig viel Kraft. Wenn dann innerhalb von weniger als 24 Stunden wieder ein solcher Spitzenkampf folgt, dann ist das schwierig zu verarbeiten. Amriswil hatte gestern gegen Münsingen ein viel leichteres Spiel und konnte sich voll auf das heutige Spitzenspiel konzentrieren. Aber mein Ziel, zumindest einen Sieg in dieser Doppelrunde zu erzielen, haben wir erreicht.“

 

 

 

Matchtelegramm

 

Glarus, Buchholz, 26.10.2009, 16:00

Spieldauer  88 Minuten

Zuschauer: 300    

 

SEAT Volley Näfels – Volley Amriswil 1:3 (20:25, 25:17, 19:25, 14:25)

 

SEAT Volley Näfels:

Gygli (Passeur), Werner (Libero), Meyer (Captain), Brander Fabian, Benetti, Büsser, Meyer, Polak; Zurgilgen, Bedrac

Spielertrainer: Polak

 

Volley Amriswil:

Bär (Passeur, Captain), Rutishauser (Libero), Dailey, Durbin, King, Willi, Schläpfer; Hofer, Brühwiler; verletzt: Sinotti

Coach: Verstappen

 

MVP: Daniel Werner, Jermey King

 

1.SR:  Wolf Christian

2.SR:  Fischbacher Alain

Bild: rkk- Der Chef, Dalibor Polak spricht nach der ersten Saisonniederlage mit seiner Mannschaft und jeder hört aufmerksam zu