Meisterschaft NLA: Näfels besiegt den TV Schönenwerd erneut
SEAT Volley Näfels dreht ein bereits verloren geglaubtes Spiel nach 0:2- Satzrückstand mit riesigem Kampfgeist und zwingt das Glück auf seine Seite. Mit diesem Sieg stehen die Näfelser vor dem Mittwoch-Spiel mit reiner Weste da und könnten den Sack bereits zu machen.
„Das gibt heute ohnehin wieder ein Fünfsätzer", meinte ein Zuschauer im Hexenkessel Erlimatt in Däniken vor dem Spiel. Und auch wenn es nach zwei Sätzen überhaupt nicht mehr danach aussah, er sollte trotzdem noch Recht behalten. Vor vollen Rängen legten die sehr entschlossen wirkenden Solothurner los wie die Feuerwehr. Gegner Näfels hatte nicht wirklich eine echte Chance, diesen Satz zu gewinnen. Den ganzen Satz über rannten die Glarner immer einem Rückstand hinterher und die Niederämter schienen mehr als entschlossen, ihre Ungeschlagenheit in dieser Halle über die ganze Saison bewahren zu wollen. Jan Schnider spielte noch praktisch fehlerfrei und so behielt der Gastgeber die Überhand in dieser Phase des Spiels.
Astreiner Penalty vergeben
Der zweite Umgang hätte gut den Näfelser Volleyballern bereits schon das Genick brechen können. Mittelblocker Klapal verschlug einen astreinen Penalty zum Satzgewinn bei 24:23. Und auch in der Folge hatte die Polak-Truppe noch weitere vier Chancen auf den Satzgewinn, welche allesamt nicht genutzt werden konnten. Passeur Bedrac war müde und suchte zweimal hintereinander Polak zum Angriff. Die Schönenwerder lasen aber das Näfelser Spiel und so wartete zuerst ein Dreier- und dann ein Doppelblock auf den verzweifelten Tschechen. Jetzt war der Satzball weg. Beim dritten Versuch Schönenwerds auch diesen Satz ins Trockene zu bringen, schenkte Pulko dem Gegner Punkt und Satz, weil sein Angriffsball leider knapp neben der Linie landete. Als hätte man es knacken hören in der Halle, dieser Satzverlust war sehr hart einzustecken für die Gäste aus dem Glarnerland.
Näfels kämpft sich zurück ins Spiel
Doch erstaunlicherweise waren sie es, welche entschlossener aus der grossen Pause aufs Feld zurückkehrten. Das konnte es ja nun doch noch nicht gewesen sein. Näfels gelang es, den Druck stetig zu erhöhen und damit die Niederämter zu Fehlern zu zwingen. Inzwischen spielte Brander für Pulko und er fügte sich heute gut ins Team ein, weshalb er dann bis fast zum Schluss durchspielte. So sehr sich Passeur Milanez auch bemühte Zuckerpässe zu spielen, seine Angreifer dankten es ihm immer weniger mit Punkten. Entweder die Bälle landeten im Aus oder sie wurden von der nun sehr wachen Feldverteidigung von SEAT Volley Näfels geangelt und sofort wieder zum Gegenangriff gebracht. Libero Dani Werner zeigte erneut eine sehr starke Partie. So holten sich die Näfelser Volleyballer diesen Satz und bliesen damit zur grossen Aufholjagd.
Illic begann wieder zu schreien
Satz vier begann schlecht, doch ebenso schnell wie der Rückstand da war, war er dank Illic auch schon wieder weg. Immer wenn er zu schreien anfängt auf der Bank, erwacht nicht nur er selbst sondern auch seine Mitspieler und das war auch diesmal wieder ein sehr effizientes Mittel. Kurz vor Satzmitte servierte Fabian Brander mit harten Jump-Serves seine gegnerischen Annahmespieler fast schwindlig. Endlich gelang ihm wieder einmal eine Serie und die brachte immerhin vier Punkte und damit wieder die klare Führung in diesem Satz. Volley Näfels zog davon und der Satz schien gelaufen. Doch der TV Schönenwerd kam noch einmal zurück, holte einen Fünf-Punkte-Rückstand auf und glich bei 23 Punkten aus. Das war eine sehr brenzlige Situation für Näfels, aber dank einem Angriff von Tomas und einem weiteren Fehler im Angriff durch Jan Schnider, konnte der Satz doch noch ins Trockene gebracht werden.
Der Sieg war eigentlich schon weg
Das Resultat nach Sätzen spielt ja in dieser Serie um die Bronzemedaille ab sofort keine Rolle mehr. Es zählt ganz allein nur der Sieg und diesen strebten die Gastgeber zu Beginn des Tiebreaks noch einmal mit aller Kraft an. Die Näfelser wurden regelrecht überfahren. Jetzt waren die Solothurner klar tonangebend. Die Stimmung war heiss und man schenkte sich nichts. Wegen Reklamierens kassierte Bedrac bei 4:7 auch noch eine gelbe Karte, was Schönenwerd einen weiteren Punkt einbrachte. Somit lag die Polak-Truppe beim letzten Seitenwechsel scheinbar hoffnungslos im Rückstand. Schönenwerd schien seine Ungeschlagenheit in dieser Halle bewahren und Näfels nach vier Niederlagen in Serie, endlich wieder einmal schlagen zu können. Wohl keiner in der nun kochenden Halle hätte auch nur einen Rappen mehr auf die Glarner gewettet. Doch erstens kommt es öfter anders und zweitens rechnete niemand mit dem perfekten Schachzug von Coach Kalny. Er brachte noch einmal Pulko an den Service, von welchem er wusste, dass er fähig war, einen Knaller rauszulassen. Und prompt buchte dieser den so wichtigen Punkt mit seinem Hammerservice. Klapal setzte noch einen nach über die Mitte und so stand es nun 8:11, was schon nicht mehr ganz hoffnungslos war. Und jetzt kam Passeur Bedrac zum servieren. Hatte er über das ganze Spiel gesehen mit dem Service keine grossen Stricke zerrissen, so tat er das jetzt halt umso besser. Mit jedem seiner Floats wurde des Gegners Annahme flattriger und nervöser. Mal für Mal konnten die nun schlechten Angriffe zum riesigen Schrecken der vielen Fans pariert und zum eigenen Punkt genutzt werden. Jetzt gab es nur noch eine Mannschaft auf dem Feld und die hiess SEAT Volley Näfels, seines Zeichens der "Angstgegner" des TV Schönenwerd. Sechs Punkte in Serie waren das Resultat und damit kamen die Glarner zum ersten Matchball. Nicht den ersten, aber den zweiten verwertete Chef Polak höchst persönlich zum Schlussresultat von 15:12 was bei seinem Team riesigen Jubel auslöste und die Minen der Solothurner augenblicklich versteinern liess. Damit hatten weder sie und noch viel weniger die Zuschauer gerechnet.
SEAT Volley Näfels hat so das Handicap wettgemacht und könnte, bei einem ähnlich guten Spiel wie in den letzten drei Sätzen, bereits am Mittwoch das grosse Ziel des dritten Platzes erreichen.
Matchtelegramm
Erlimatt Däniken, 14. April 2012, 17:00
Spieldauer 130 Minuten
Zuschauer: 460
TV Schönenwerd - SEAT Volley Näfels 2:3 (25:19, 31:29, 22:25, 23:25, 11:15)
TV Schönenwerd:
Milanez (Passeur), Heimgartner (Libero), Sanderson, Bossart, Schnider, Eichenberger, Hänggi; Lier (Captain), Fölmli, Bartholdi, Gerber, Giger
Trainer: Marco Bonaria
SEAT Volley Näfels:
Bedrac (Passeur), Werner (Libero), Pulko, Klapal, Polak, Illic, Tomas; Brander, Büsser (Captain) Gygli, Beeler, Ehrat; Spielertrainer: Dalibor Polak; Coach: Matus Kalny
2. SR: Alfio Sanapo


























































































