Sonntag, 25. März 2012; 16:11
Allgemein

Meisterschaft NLA: Meisterzug abgefahren?

Von: Köbi Hefti

Nach dem schwierigen Auswärtsspiel gegen CS Chênois in Genf und der 2:3- Niederlage (26:24, 25:22, 23:25, 20:25, 7:15) wird es für Seat Volley Näfels sehr schwer, um doch noch in den Play-Off Final vorstossen zu können.

 

 

 

Der Start zu diesem kapitalen Spiel gelang dem Meister aus Näfels gut. Die mit Ehrat in der Mitte und Pulko auf Aussen gestartete Mannschaft wusste zu gefallen, punktete vor allem über die Aussenpositionen. Allerdings blieben die Gastgeber aus Genf immer dran, mehr noch, sie zogen gegen Satzende an Näfels vorbei, führten 23:21. Unter gütiger Mithilfe der Gastgeber aber legten die Glarner wieder vor und gewannen den Satz nach einem weiteren Fehler der Genfer mit 26:24.

 

Polak Show

Der zweite Satz war  lange nicht das, was sich die Polak-Truppe vorstellte. 6:8 und 12:16 lag sie hinten. Es gelang den Angreifern kaum noch, die Angriffe zu Punkten zu verwandeln. Dazu war in dieser Phase auch die Annahme immer wieder fehlerhaft. Doch dann kam der grosse Auftritt von Spielertrainer Polak. Die Zuspiele von Passeur Bedrac hämmerte er ein ums andere Mal am Block vorbei oder so an den Block, dass der Ball weit fort sprang. Jeder Ball ein Punkt war das Motto. Dazu leisteten sich die Genfer noch einige Fehler, so dass am Ende die Näfelser jubelten und nach dem etwas glückhaften Satzgewinn mit 25:22 den ersten Punkt im Trockenen hatten.

 

Chênois meldet sich zurück

In der Pause gelang es Spielertrainer Cuko, sein Team zu wecken. Meyer und seine Teamkollegen agierten ab dem dritten Satz viel aggressiver, kämpften viel mehr und waren dazu auch im Angriff wesentlich wirkungsvoller als noch zu Beginn. Da auch bei Näfels das Angriffsspiel wieder variabler wurde, entwickelte sich ein attraktives Spiel. Anstelle von Pulko, der in der Annahme grosse Mühe hatte, war längst Fabian Brander im Spiel. Immer wieder erkämpfte sich Näfels den Gleichstand. Meist war aber Chênois leicht im Vorteil. Branders erfolgreicher Angriff zum 23:23-Ausgleich liess die Hoffnung auf einen Sieg der Glarner am Leben. Doch ein Meyer-Angriff und ein Rückraumübetritt von Polak beendeten diese Hoffnung. Der Satz ging mit 25:23 an den CS Chênois.

 

Auch im vierten Umgang blieb das Spiel lange offen. Immer wieder vermochte Näfels den eingehandelten Rückstand wettzumachen. Jeder Ausgang schien möglich, obwohl nun Chênois immer mehr zur Hochform auflief. Allen voran Meyer, Guerra und Cuko - ab dem dritten Satz im Spiel - brillierten mit zahlreichen sehenswerten Aktionen. Aber nicht nur die Angriffe, auch beim Service erarbeitete sich Chênois nun klare Vorteile. Eine solche Serie von Servicegranaten des Mexikaners Guerra brachte schliesslich die Entscheidung. Der vierte Satz ging mit 25:20 am Ende etwas zu klar an die Genfer.

 

Alles ging daneben

Im Tie-Break lief dann alles für Chênois und gegen Seat Volley Näfels. Schon zu Beginn misslang, was auch immer daneben gehen konnte. Das Time-Out bei 0:4 und vier Fehlern konnte die Talfahrt nicht mehr stoppen. Spielrausch bei den Gastgebern, Elend bei den Gästen, so kann man den fünften Satz zusammenfassen. Das Resultat von 15:7 sagt alles über die Kräfteverhältnisse am Ende dieses Spiels.

 

Genfs Spielertrainer Cuko war sehr glücklich nach diesem Sieg. Sie hätten wohl Näfels zu Beginn etwas unterschätzt, meinte er. Doch in der Pause konnten sie dies ändern und die richtige Einstellung finden, fasste er die Wende zusammen. Bei Näfels war die Entäuschung sehr gross, stand man doch nahe am Sieg. Manager Gygli zum Spielverlauf: "In den ersten Sätzen konnten wir jeweils gegen Satzende zusetzen, ab dem dritten Satz war es jedoch umgekehrt. Dazu hat Chênois sehr viel riskiert bei Service und Angriff und uns so unter grossen Druck gesetzt."

 

Bereits heute Sonntag muss Näfels wieder ran, gegen Schönenwerd, das Team, das in dieser Saison so sehr überraschte. Um noch den Hauch einer Chance im Titelrennen zu haben, muss ein klarer Sieg her.

 

 

Matchbericht

CS Sous-Moulin, Thônex GE, 24. März, 18:00

Zuschauer: 400

 

CS Chênois - SEAT Volley Näfels 3:2 (24:26, 22:25, 25:23, 25:20, 15:7)

 

CS Chênois: Matthews (Pass), Kovar (Libero), Steigmeier, Guerra, Vetter

Meyer, Schaller; Cuko (Captain), Blazy

Spielertrainer: Dritan Cuko

 

 

SEAT Volley Näfels:

Bedrac (Pass), Werner (Libero), Pulko, Klapal, Polak, Tomas, Ehrat; Büsser

(Captain), Gygli, Brander, Beeler, Ilic

Spielertrainer: Dalibor Polak

 

1. SR: Stanisic Sascha

2. SR: Grellier Cédric