Meisterschaft NLA: Leader Amriswil zu Gast in Glarus
Am Samstag gastiert mit dem TV Amriswil der bisher souveräne Leader der NLA Volleyballmeisterschaft in Glarus. SEAT Volley Näfels wird im Buchholz versuchen an seine Leistung gegen Lausanne UC und CS Chênois anzuknüpfen mit dem Unterschied, dass diesmal der Gegner geschlagen werden müsste. Kein leichtes Vorhaben, stehen doch die Thurgauer noch ungeschlagen da nach den ersten fünf Spielen.
Nach drei Spielen im letzten Playoff-Final zwischen Lausanne UC und dem TV Amriswil stand es 3:0 für die Oberthurgauer. Eigentlich war es schon schier unmöglich, die Serie noch zu verlieren und nicht zum erstenmal in der Klubgeschichte den Meistertitel (endlich) nach Amriswil zu holen. Und doch drehten die Waadtländer die Serie noch um und gewannen schlussendlich mit 4:3 Siegen den Meistertitel. Eine sehr bittere Pille für die Spieler um ihren Captain Marco Bär, nicht zuletzt auch deshalb, weil sie es auch im Swiss Cup verpassten, um den Cupsieg spielen zu können. Da stand ihnen im Viertelfinal SEAT Volley Näfels vor der Sonne, welches ausgerechnet in diesem Spiel wohl seine beste Leistung der ganzen Saison zeigte. So blieb im letzten Frühjahr als einziger Titel der so sehr geschmähte Titel des Supercup-Siegers im Thurgau. Gewiss waren damit die Ziele einmal mehr verfehlt und erneut blieb den Verantwortlichen nichts anderes übrig, also noch einmal ganz seriös über die Bücher zu gehen.
Ein weiterer Schritt in Richtung Profi-Klub
Die gewonnenen Erkenntnisse resultierten in einem Trainerwechsel und der Aufstockung von einem (Alan Soares) auf drei Spieler aus Brasilien. Der Holländer Johan Verstappen, soeben mit Santasport finnischer Meister geworden, konnte für das Traineramt gewonnen werden. Er kennt übrigens auch bereits die linth arena, hat er doch mit Schuvoc Halen 2006 das Volley Open in Näfels gewonnen. Auch der brasilianische Aussenangreifer Márcio Sinotti (27) kennt das sgu bereits vom letzten Jahr. Er absolvierte Probetrainings bei SEAT Volley Näfels, bevor er in der spanischen Zweitdivision (Caravaca de la Cruz) eine erfolgreiche Saison absolvierte und nun aus familiären Gründen trotzdem wieder in die Schweiz zurückkehrte. (seine Frau spielt bei Kanti Schaffhausen in der NLA) Anlässlich der Trainingswoche des letzten Jahres sei er komplett ausser Form gewesen und so habe man auch nicht unbedingt sein ganzes Können erkennen können. Dies ist jetzt aber nicht mehr schwierig und Sinotti hat sich dank seiner enormen Sprungkraft und trotz seinen eher bescheidenen 1.90m Körpergrösse, einen Stammplatz auf der Aussenposition gesichert. Überdies verfügt er über einen hammerharten Sprungservice welchen er nicht nur ab und zu sondern regelmässig auspackt und für sein Team zu einer veritablen Waffe wird. Sein Landsmann Vitor Faure (22) kommt direkt aus der Superliga, von Shopping ABC Santo André-SP. Auch er ist Annahmespieler und kämpft hart um den Platz im Team, da dieser auch von Nationalspieler Adrian Schläpfer (20) nicht minder begehrt ist. So stehen beim TV Amriswil gleich drei erstklassige Spieler in der Annahme ohne dabei zu vergessen dass auch Libero Adrian Rutishauser inzwischen zu einem sicheren Wert in Annahme und Rückraumverteidigung geworden ist. Die Mittelpositionen mit Willi und Büsser bereits bestens bewährt, wurden erweitert durch den Kanadier Brett Dailey, (25) welcher von Sursee den Weg in die Ostschweiz gefunden hat.
Marco Bär nur dank Näfels Schweizer Meister
Passeur Marco Bär kennt nur von seinem Abstecher nach Näfels in der Saison 2006/07 das unbeschreibliche Gefühl einen Schweizer Meistertitel zu gewinnen. Nach der Rückkehr in seine Heimat ist er aber bestimmt nicht schlechter geworden. Es scheint, dass er im jetzt endlich auch beim TVA idealen Umfeld mit den bis zu zehn Trainingseinheiten pro Woche, noch einmal einen Zacken zulegen kann. An Erfahrung und Spielintelligenz mangelt es dem 28-jährigen Informatiker ja beileibe nicht. Über die letzten Jahre ist er zu einer der schillernsten Figuren im Schweizer Volleyball gereift. Er und Diagonalangreifer Alan Soares verstehen sich prächtig auf dem Feld und dies sehr zum Verdruss ihrer Gegner. Wenn der geschmeidig wirkende, katzenhaft zum Sprung aufsteigende Brasilianer zu einem seiner Geschosse ansetzt und die Kugel mit seinem blitzschnellen Armzug über das Netz schmettert, sorgt er dabei jedesmal für allergrösste Adrenalinschübe bei den Abwehrspielern auf der andern Netzseite. Nicht jedesmal aber sehr oft, bedeutet dies dann auch ein weiterer Punktgewinn für sein Team. In seiner zweiten Saison in der Schweiz hat auch er sich den Respekt der Gegner und die Zuneigung des Publikums im Tellenfeld längst erobert.
Nur ja den Gegner nicht unterschätzen
Der TV Amriswil scheint also in der Lage, dank erstklassigem Kader und weiterer Verbesserung und Professionalisierung im Umfeld nun endlich am Ende der Saison zuoberst zu stehen und nach langen Jahren, das grosse Ziel zu erreichen. Dies umso mehr, als weder Double-Gewinner Lausanne UC, noch der CS Chênois und leider auch (noch) nicht SEAT Volley Näfels in der Lage scheinen, über eine ganze Saison den Meisterexpress der Thurgauer zu stoppen. Für die Näfelser Volleyballer geht es am Samstag aber ganz sicher darum, diesen Express für einmal aufzuhalten. Und es kann gut sein, dass auch die Thurgauer ein Spiel verlieren, dann nähmlich, wenn bei Näfels alle Spieler einmal gleichzeitig ihr bestes Volleyball abrufen können und vielleicht auch, weil die Oberthurgauer, im Wissen der beiden Niederlagen gegen LUC und Chênois die Glarner ganz einfach unterschätzen. Was dann passieren kann, hat man letzte Saison gesehen, als Näfels im einen Spiel in der Meisterschaft eine 0:3 Klatsche kassierte und gleich im nächsten Spiel im Swiss Cup ¼-Final den Spiess umdrehte und seinerseits die Blauen mit einer schmerzhaften Niederlage und dem Aus im Cup zurück nach Mostindien schickte.



























































































