Meisterschaft NLA: Knackpunkt Satz drei
SEAT Volley Näfels gewinnt in der Vorrunde der Playoff-Qualifikation gegen keinen der drei Mitfavoriten auf den Titel. Alle drei Spiele gehen nach gutem Spiel verloren in welchen der Sieger durchaus auch Näfels hätte sein können. Keine der Niederlagen war zwingend, aber immer der dritte Satz auschlaggebend.
„Ruhig weiterarbeiten“! Dies der klare Ratschlag von Manager Gygli nach der Niederlage gegen Amriswil. „Ich sehe ganz klar das Potenzial, dass dieses Team hat und wüsste nicht, was wir im Moment verändern sollten“, fährt Gygli fort. Wichtig sei, dass sich seine Spieler von Schiedsrichtern die ganz klare Fehlentscheide treffen, nicht mehr aus der Ruhe bringen lassen.
Es siegt, wer den dritten Satz gewinnt
Sowohl gegen Chênois als auch gegen Amriswil ging nach dem knapp verlorenen dritten Satz nicht etwa ein Ruck durch die Mannschaft nach dem Motto „jetzt-erst-recht“, vielmehr war der Verlust dieses Satzes schon der ganz grosse Knackpunkt für das noch junge Team von SEAT Volley Näfels. Gegen Lausanne UC gelang es den Spielern um Captain Andy Sutter noch einmal sich aufzuraffen und ein Tiebreak zu erzwingen. Der Satz wurde aber doch eher wegen eines Nachlassens der Romands gewonnen, welche nach den beiden Service-Assen von Gaft resignierten. Im Entscheidungssatz jedoch das Szepter sofort wieder resolut in die Hand nahmen und nicht den Eindruck machten Gefahr zu laufen, dieses Spiel noch zu verlieren.
Es liegt im mentalen Bereich
„Körperlich und konditionell steht Näfels bestimmt auf dem selben Niveau wie wir“, stellte Captain und Passeur Marco Bär fest. „Bisher war es ja nicht gerade die Stärke von Amriswil in der Entscheidung des Satzes die Big points zu machen“, blickt Mittelblocker Christian Willi auf seine früheren Jahre bei den Thurgauern zurück. Nun aber gelinge es ihnen halt doch sehr oft, den Kopf in der Endphase einer Entscheidung, immer oben zu halten. Er selbst, wie auch Passeur Bär, führt dies auf das mittlerweile perfekte Umfeld bei seinem Klub und natürlich nicht zuletzt auf den neuen Trainer, den Holländer Johan Verstappen zurück. So kompakt wie die Blauen zur Zeit auftreten, kann man sich gut vorstellen, dass sie nun endlich den lang ersehnten und oft als Ziel vorgegebenen Meistertitel auch tatsächlich holen werden. „Ich bin nach dem verpatzten Ausgang der letzten Meisterschaft nun bereits jetzt sehr ungeduldig im März dann endlich wieder im Final der Playoffs zu stehen, obwohl ich natürlich auch weiss, wieviel bis dann noch passieren kann“, sagt Marco Bär mit leuchtenden Augen. Nicht nur er, nein das ganze Team strotzt nur so von Selbstvertrauen und vielleicht ist es gerade das, was den Näfelser Volleyballern noch ein bisschen fehlt. „Wir können noch um einiges stärker werden“, betont ja auch Manager Gygli immer und immer wieder. Und wenn man die Fortschritte von Fabian Brander anschaut, die regelmässig sehr gute Leistung von Mittelblocker Roman Sutter und nicht zuletzt auch den immer sicherer werdenden Passeur Bedrac, kann man gut nachvollziehen, warum Gygli derart optimistisch ist. Diagonalspieler Bruno Amorim ist noch weit von seinem Leistungszenit entfernt, auf welchen er aber mit kompromisslosem Einsatz im Training hinarbeitet. Sucht man nach einem Sorgenkind, ortet man zur Zeit vielleicht Mittelblocker Silvio, welcher zwar immer noch sehr wuchtig angreift, beim Service und beim Block aber von Spiel zu Spiel weniger zeigte. Bei Captain Andy Sutter weiss man wie gut er spielen kann, er hat aber sein ganzes Können bisher auch nicht konstant zeigen können. Im Spiel gegen Amriswil brauchte er zwei Sätze bis er seine Angriffsbälle wieder kompromisslos tot machen konnte. Auf die 100%-ige Leistung dieser beiden Spieler wird Näfels aber spätestens ab dem schwierigen Auswärtsspiel gegen Lugano voll angewiesen sein, welches in zwei Wochen stattfindet.
Der Service muss sofort wieder besser werden
Sah man im sgu gegen eben dieses Lugano noch von allen Spielern einen sehr guten Service, stellt man fest, dass dieses Element in der Zwischenzeit bereits wieder etwas ramponiert daher kommt. Die weit über 20 Servicefehler, oft noch nicht mal durch Sprungservices mit hohem Risiko verursacht, zeugen davon, dass mental an dieser Frage im ganzen Team gearbeitet werden muss. Rein von den Bewegungsabläufen hat jeder Spieler seinen eigenen besten Service bestimmt voll drin. Nicht aber mental und das muss sich nun schnell ändern, denn nur so können die Spieler unter Trainer Léo Carvalho konstant Druck auf den Gegner machen. Und dies wird nötig sein, will man in der Rückrunde nicht nur die Teams schlagen, welche ohnehin hinter Näfels liegen in der Tabelle und gegen welche das gesamte Können unter normalen Umständen immer zu einem Sieg ausreicht. Dies kann nicht das Ziel sein, denn ohne auch die Grossen geschlagen zu haben, ist die Mannschaft auch nicht bereit, eine harte Serie in den Playoffs zu überstehen.



























































































