Meisterschaft NLA: Klarer Sieg von SEAT Volley Näfels gegen Chênois
Die Näfelser Volleyballer ziehen dank einem sehr guten Spiel und klarem Sieg ihren Kopf aus der Schlinge. Mit diesen zwei Punkten bleibt für die Polak-Truppe das Rennen um die Qualifikation zu den Playoff-Finals weiterhin offen. Dieser Sieg gibt Selbstvertrauen, lässt hoffen und ist auch ein starkes Signal an die Gegner.
Welch ein Unterschied zum Spiel vor einer Woche gegen Lugano. Wohl hatte die Mannschaft gemerkt, dass sie den Zuschauern nach der ärgerlichen Niederlage gegen Pallavolo Lugano etwas schuldig geblieben war. Und natürlich war auch dem hinterst und letzten bewusst, dass dies das Spiel der letzten Chance war. Und wie es scheint, hat auch Trainer Polak das seine dazu beigetragen, dass man ein um Klassen besser spielendes Volley Näfels zu sehen bekam. Erwarten konnte man das nicht unbedingt, denn die beiden Niederlagen auswärts in Genf und in Näfels vor Wochenfrist, schienen den Spielern doch zuzusetzen. Umso erstaunlicher und erfreulicher ist dieser klare Sieg ausgerechnet gegen die Mannschaft, gegen welche man im bisherigen Verlauf der Saison eigentlich am meisten Mühe bekundete. Der 3:2-Erfolg aus dem letzten Herbst gegen Chênois war auch eher Krampf als mit Leichtigkeit erspielt, was man aber vom gestrigen Spiel überhaupt nicht sagen kann.
Zu Beginn sehr ausgeglichen
Beide Mannschaften begannen sehr konzentriert und spielten ein perfektes Sideout-Spiel. Keiner schenkte dem andern den Punkt. So stieg das Score bis auf 17:18. Jetzt lies aber der sich in glänzender Spiellaune befindende Tscheche Polak wieder einmal seine ganze Klasse aufblitzen. Zuerst knallte er einen Ball wuchtig ins gegnerische Feld und dann gelang ihm, nach einem zwischenzeitlichen Genfer-Angriffsfehler, auch gleich noch ein Einerblock. Damit hatte sich Volley Näfels endlich den so dringend benötigten Zwei-Punkte-Vorsprung erspielt. Mit einem Angriffsfehler von Diagonalspieler Cuko (auch heute wieder der Beste in seinem Team) kam Näfels zum ersten Satzball. Das Genfer Timeout nützte insofern, als dem Albaner Husaj noch ein weiterer Punkt gelang. Sofort nahm Coach Müller seinerseits ein Timeout. Man hatte aus dem dritten Satz in Genf bei Spielstand 24:20 die Lehren gezogen. Damals entglitt noch Satz und Spiel, diesmal aber konnte die Konzentration der Genfer entscheidend gestört werden. Passeur Dronsart verpatzte den anschliessenden Service und es stand 1:0 für Volley Näfels.
Beflügeltes Näfels erhöht den Druck
Irgendwie zeigten sich die Genfer zu Beginn von Satz zwei noch geschockt darüber, dass ihnen erste Umgang fast kampflos entglitt. Auf jeden Fall gab SEAT Volley Näfels schon wieder tüchtig Gas. Eine Service-Serie von Bedrac (heute der beste bei Näfels) sorgte für den nötigen Druck und brachte auch gleich einen Vier-Punkte-Vorsprung. Zwar kamen in der Folge die Genfer wieder bis auf 8:6 heran, doch dann folgte eine zweite Rallye mit vier Punkten von Büsser durch die Mitte und einem Ass und zwei Killerblocks von Benetti und Bedrac. Das 12:6 war Grund genug für die Genfer bereits ihr zweites Time-out zu nehmen. Und dieses nützte! Sie kamen wieder heran bis auf einen einzigen Punkt. Dank eines weiteren Killerblocks von Benetti und Polak kam aber wieder Schwung ins Näfelser Spiel. Die Glarner erwachten damit genau noch im richtigen Augenblick. Das war sicher ein entscheidender Moment im Spiel und vor allem, dass die Spieler um Captain Meyer ihrem Gegner Cuko und Co. nie die Führung zugestanden. Jetzt war wieder der alte Druck im Spiel bei Volley Näfels welcher von den meist sehr guten Services ausging, aber auch die Blockarbeit funktionierte tadellos. Der inzwischen für Dronsart eingewechselte Chênois-Captain Warynski versuchte alles, aber seine Angreifer kamen einfach zu wenig oft in gute Abschlussposition. Ausserdem führte der Druck auch noch dazu, dass sich die Romands nun recht viele Servicefehler leisteten. Ein solcher führte dann auch zum ersten Satzball bei 24:20. Doch ein Angriff des Marokaners Ourahay und ein Fehler des Kroaten Mario Teppert kostete Näfels zwei Punkte und wohl wieder die Ruhe. „Das hatten wir doch schon“, dürfte sich Coach Müller gesagt haben und verlangte ohne zu zögern erneut ein Timeout. Noch einmal konnte sich jeder sammeln und es gelang Trainer Polak mit einem weiteren schönen Angriff auch Satz zwei ins Trockene zu bringen.
Die Näfelser zogen ihr Spiel durch
Jetzt kam die Zehn-Minuten-Pause und wie oft schon wurde ein Spiel nach Wiederbeginn noch komplett umgedreht? Nicht aber diesmal. Sehr früh merkte man, dass beim Gegner der Widerstand längst gebrochen war. Die Näfelser Volleyballer hielten ihrerseits den Druck weiterhin aufrecht und die ganze Mannschaft spielte wie aus einem Guss, sehr zur Freude der recht zahlreichen Zuschauer. Bestimmt wird der eine oder andere nun Lust verspüren, sich das Spiel am nächsten Mittwoch auf dem Kanal des Schweizer Sportfernsehens oder im Internet noch einmal anzuschauen. Vielleicht hatten aber die Rhonestädter auch noch im Hinterkopf, dass sie ja bereits heute Sonntag in Lugano gegen Pallavolo das grosse Revanche-Spiel auf dem Programm haben und so das ohnehin wohl verlorene Spiel im dritten Satz früh aus den Händen gaben. Aber in der Form in welcher Volley Näfels an diesem Abend aufspielte, gab es für den CS Chênois ohnehin nichts zu holen. Erleichtert und jubelnd fielen sich die Spieler in die Arme nach dem x-ten und letzten Servicefehler, diesmal von Sebastien Steigmeier.
linth arena sgu, Näfels – 350 Zuschauer – Spieldauer 100 Minuten.
SR1 Stanisic
SR2 Wiederkehr
06-März-2010, 18.15 Uhr* | SEAT Volley Näfels vs CS Chênois 3:0 (25:22, 25:22, 25:19) |
*CS Chênois Genf brauchte für die Anreise sieben Stunden! Verantwortlich dafür war das durch den starken Schneefall verursachte Choas auf den Strassen durchs Mittelland. So starteten die Spieler ohne Mittagessen ins Spiel, nachdem sie auch verspätet in Näfels eingetroffen waren. Mittelblocker Abramow schaffte es 15 Minuten vor Spielbeginn als Nachzügler ebenfalls noch in die linth arena.
MVP Näfels: Bedrac
MVP Chênois: Cuko
CS Chênois: Dronsart (Passeur) Kovar (Libero), Husaj, Steigmeier, Cuko, Michalec, Ourahaj; Warynski (Captain), Voirol, Abramov, Trainer: Dritan Cuko, Coach: Michel Georgiou
SEAT Volley Näfels: Meyer (Captain), Bedrac (Passeur), Werner (Libero), Benetti, Büsser, Polak, Teppert; Spielertrainer: Dalibor Polak, Coach: Müller



























































































