Mittwoch, 3. März 2010; 18:01
Allgemein

Meisterschaft NLA: Kann SEAT Volley Näfels noch gewinnen?

Von: Rolando K. Küng

Und noch einmal kommen die Genfer ins Glarnerland, es ist bereits das vierte Spiel in dieser Saison zwischen Volley Näfels und dem CS Chênois. Nach Siegen steht es 2:1 für die Romands, wobei gerade die letzte Niederlage wirklich dumm gewesen war. Die hoffentlich sehr zahlreichen Zuschauer, dank Gratiseintritt, dürfen ein spannendes Spiel erwarten.




Wenn ein Team in einem Satz mit 24:20 vorne liegt und dann noch verliert, hat das bestimmt überhaupt nichts mit Pech zu tun. Jetzt wo die Enttäuschung über die dumme 3:0-Niederlage längst verflogen ist, sollte in jedem einzelnen Spieler nur noch ein einziger Wunsch brennen. Die Schmach dieser Niederlage wettzumachen. Spielerisch, das hat man auch in diesem verlorenen Spiel gesehen, hat Volley Näfels kein Problem, mit Chênois mitzuhalten. Es ist nur allein der Kopf, welcher entscheidet, ob sich die Glarner diesmal wieder über die Genfer durchsetzen können. Und dabei stellt sich noch nicht einmal die Frage ob sie das wollen. Nein, sie müssen das ganz einfach tun. Und sollte dies nun Druck erzeugen in ihren Köpfen, dann sind sie noch einmal selbst schuld. Ganz am Anfang dieser Qualirunde für die Playoff-Finals war allen klar, dass man sicher mindestens alle Heimspiele gewinnen müsste um vorne dabei zu sein. Mit der Niederlage gegen Volley Amriswil fing es an und mit der Pleite gegen Lugano vor Wochenfrist nahm die Schächephase in den Heimspielen ihren Lauf.

 

 

Meyer zwischen genial und farblos

 

Wenn die Mannschaft unter Trainer Polak nun nach sehr guter erster Hälfte der Meisterschaft nicht mit wehenden Fahnen untergehen will, ist jetzt der allerletzte Moment gekommen, diese Negativserie zu brechen. Spielerisch hat nie viel gefehlt, bei allen drei Niederlagen nicht. Captain und Leistungsträger Nr. 1, Gustavo Meyer hat aber in den letzten Spielen enttäuscht. Vielleicht erweist es sich für alle als negativ, dass er nur die halbe Woche im Glarnerland beim Team verweilt. Und vielleicht brächte es in dieser Situation allen etwas, wenn dies für die wichtigsten Wochen der ganzen Saison noch geändert würde. Aufgrund Meyers Karriere durfte man wirklich Grosses von ihm erwarten. Er war ja beileibe kein Unbekannter hier in Näfels. Was den Zuschauern aber in dieser Saison vor allem auffällt, sind seine Reklamationen bei den Schiedrichtern, was ihm auch schon gelbe Karten eingebracht hat und den einen oder andern Spieler vielleicht auch in seiner Konzentration stört. Zwischen genial und völlig farblos sind seine Phasen während des Spiels. Mal rettet er einen Ball, welchen wohl nur er in diesem Team noch retten kann dank seiner ausserordentlichen Ballfertigkeit, mal kassiert er Killerblocks des Gegners, oder verschlägt die Bälle selbst gleich reihenweise. Im Auswärtsspiel in Genf kam er auf eine Quote von gerademal 25% im Angriff.

 

 

Schwieriges Restprogramm

 

Nach dem Heimspiel vom Samstag gegen Chênois muss Volley Näfels noch nach Amriswil und zuletzt nach Lausanne. Und was vor Kurzem noch keiner für möglich gehalten hätte droht jetzt, mit diesem schweren Restprogramm, gar auch noch der Polak-Truppe. Für den Fünften ist am 17. März Schluss, aus – Ende! Die ersten vier Mannschaften spielen noch um Gold, Silber und Bronze und damit auch um die begehrten Plätze in den europäischen Klubwettbewerben. Für den Ungeraden, den Übriggebliebenen auf dem undankbaren fünften Platz bleibt eigentlich dann nur noch eines: Der riesenrosse Frust. Bei einem Rückblick auf die ganze Saison, kann und darf es nicht sein, dass dieser undankbare Rang an Trainer und Mannschaft von Volley Näfels hängen bleibt. Deshalb gilt am Samstag nur eines: Gewinnen um jeden Preis. „Vielleicht hat es eben gerade diese beiden Niederlagen gebraucht, dass wir nun umso fokussierter und heisser die letzten drei Spiele angehen können“, meint Neuling Mario Teppert.

 

Mehr über ihn in der Samstagausgabe der Südostschweiz.