Meisterschaft NLA: Hauptprobe auf das Cupspiel gegen den TV Amriswil
Heute (Sonntag) 16.00 Uhr findet im Buchholz in Glarus die 13. Quali-Runde der NLA mit dem Ostschweizer Derby gegen Erzrivale Amriswil ihre Fortsetzung. Sozusagen als Hauptprobe auf das Cupspiel eine Woche später, geht es nun darum die Erfolge, erzielt am eigenen Turnier, auch in der Hektik der Meisterschaft umzusetzen.
Natürlich reisen die Thurgauer ins Glarnerland wohl wissend, dass es gegen den langjährigen Erzrivalen nicht mehr so einfach werden wird, wie noch im Hinspiel in Amriswil. SEAT Volley Näfels hat sich beim Wiggispark-Volley-Open sozusagen wieder gefunden, spielte überzeugend auf und konnte dies mit dem zweiten Rang im Turnier auch resultatmässig bestätigen. Im letzten Spiel gab es ja auch bereits genügend Gelegenheit, sich auf beiden Seiten schon mal zu beschnuppern. Diese Partie war die Begegnung zwischen dem Heimteam aus Näfels und einem ad-hoc zusammengestellten „Nationalteam“ unter der Leitung von Michel Bolle und Urs Winteler. Wichtig für das heutige Spiel ist, dass mit Passeur Marco Bär, Adrian Schläpfer, Christian Willi und Noah Eichenberger die Hälfte der Amriswiler Mannschaft bereits da auf der anderen Seite des Netzes standen. So wurden die vier hautnah Zeuge der wiedergefundenen Durchschlagskraft der Näfelser Volleyballer. Allerdings, das muss man sagen, fiel der Sieg eher knapper aus als erwartet und der dritte Satz ging nach sehr spannendem Kampf gar noch mit 31:33 verloren. Darüber freuten sich natürlich alle Spieler im roten Dress diebisch, aber vor allem die Amriswiler und ihnen allen voran Passeur Bär.
Neues, starkes Näfels
Ob diese Satzniederlage bereits ein Warnschuss vor den Bug der Bolle-Truppe war? Man wird es sehen. Aber wenn man Näfels’ Leistung gegen Generali Haching gesehen hat, immerhin ein Bundesliga-Spitzenteam, (niedrige Halle hin- oder her) sieht man nicht ein, warum die Glarner mit einem Sieg nicht gleich zu Beginn des Jahres ein deutliches Zeichen setzen können, dass mit ihnen ab sofort wieder zu rechnen ist. In einer Mannschafts-Sportart gibt es immer viele Gründe, warum es den einen läuft und den andern nicht. Diese zu ergründen ist die hohe Kunst eines guten Trainers. Und dabei wirkte Trainer Bolle in letzter Zeit oft eher ratlos. Was auch immer er versuchte, es schien nicht zu greifen. Die Trainings waren gut aber es haperte an der Umsetzung im Spiel und unter Druck. Viele Einzelgespräche wurden geführt, viele auch in der Gruppe. Wohl waren die meisten Spieler tatsächlich ganz einfach leer in Körper und Geist und setzten deshalb des Trainers Weisungen und Ratschläge nicht mehr mit letzter Konsequenz um. Der Unterschied nach der Weihnachtspause war auf jeden Fall augenscheinlich. Ob der gute Auftritt nun aber tatsächlich der berühmte Ruck durch die Mannschaft war, kann man noch nicht sicher sagen. Im Turnier lastete zumindest während den ersten beiden Tagen noch überhaupt kein Druck auf dem Team. Erst als man dank den Erfolgen und guten Spielen gegen Generali Haching und Nice vom Turniersieg zu träumen begann, kam am dritten Tag prompt wieder so etwas wie die Schwere des Drucks auf. So war der weitere Verlauf denn mit einer knappen Niederlage gegen Israel überhaupt nicht mehr nach dem Gusto der Spieler. Sie wissen aber inzwischen genau, welche Fehler sie gegen die Oberthurgauer bestimmt nicht mehr, oder nicht mehr so oft, machen dürfen um heute (Sonntag) nicht mit ganz kurzen Hosen dazustehen nach dem Spiel. Passeur Gygli gewinnt an Sicherheit von Spiel zu Spiel und es gelingt ihm immer besser ein variantenreiches Angriffspiel aufzuziehen, dies nicht zuletzt dank den verbesserten Annahmen von Vinicius, Captain Sutter und vor allem auch Libero Dani Werner. Gerade er hat am Turnier gezeigt zu welchen Leistungen er fähig ist und mit welcher Freude er bei der Sache sein kann. Zu einem Schlüsselspieler scheint nun endlich auch der Brasilianer Joelson zu reifen. Seine Anlaufzeit war eher lang für einen erfahrenen Profi seines Kalibers aber jetzt scheint er es zu packen. All dies weiss aber auch Trainer Jalal Baghdady längst und hat seine Jungs diese Woche auch darauf eingestellt. Eines ist sicher, wer heute gewinnen will muss ein gutes Spiel abliefern, nur ein Glückstreffer wird nicht reichen. Einer muss gewinnen – wer es sein wird – man wird es heute abend (Sonntag) wissen.



























































































