Freitag, 9. Oktober 2009; 15:27
Allgemein

Meisterschaft NLA: Glatter 3:0-Sieg gegen Lausanne UC

Von: Rolando K. Küng

SEAT Volley Näfels gewinnt in der linth arena in Näfels nach einem hart umkämpften Spiel gegen Lausanne UC in drei Sätzen. Einfach war dieser Sieg aber überhaupt nicht. Näfels zeigte aber echte Winner-Qualitäten und glaubte immer an den Sieg.




Ein Start nach Mass, anders kann man es nicht nennen. Jeder der drei Sätze wurde erst in der Verlängerung entschieden und jeder wurde eine Beute der hungrigen Näfelser. Angefangen hatte es mit fünf nicht verwerteten Satzballen für Lausanne UC im ersten Satz. Das waren sich die Zuschauer in der linth arena eigentlich vom in letzter Zeit doch sehr erfolgreichen Verein aus der Waadt überhaupt nicht gewohnt. Aber die Spieler von LUC zeigten ungewohnt schwache Nerven buchten sie doch im entscheidenden Moment zwei Servicefehler durch Grün und Seifert. Auf der andern Seite zeigte jetzt Trainer Polak gleich selbst wie man einen Satz gewinnt. Nicht nur buchte er als Diagonalspieler zweimal den Angriffspunkt, er verwertete dann auch noch den Satzball mit einem spektakulären Servicewinner zum 32:30!

 

 

Änderung der Taktik führte Näfels auf die Siegesstrasse

 

Es war für den weiteren Verlauf des Spiels sehr wichtig, dass SEAT Volley Näfels, wenn auch nur hauchdünn, aber doch einen Satz vorlegen konnte. Anders als im ersten Satz als die Gastgeber zeitweise mit vier Punkten hinten lagen, erspielten sie sich im zweiten Satz erstmal einige Zähler Vorsprung. Ein zu dieser Zeit noch überragender Diagonalspieler Opota sorgte aber dafür, dass Lausanne wieder herankam. Er verwandelte bis etwa zu Spielmitte praktisch jeden Ball in einen Punkt für sein Team. Das Spiel verlief nun ausgeglichen bis zum Stand von 17:16. Dann folgte eine kleine Serie der Romands welche sie auf 17:19 davonziehen liess. Die taktischen Anweisungen von Manager Gygli und dem Statistiker Mathias Piesiada zeigten aber nach einigen Punkten Wirkung und den Glarnern gelang es wieder aufzuholen. Dank zwei schönen Doppelblocks einmal von Gygli mit Benetti und einmal von Büsser mit Meyer kam Näfels erneut als erstes Team zum Satzball. Doch auch dieser konnte nicht sofort verwertet werden. Mit dem dritten erfolgreichen Killerblock von Büsser mit Polak war aber dann auch Satz zwei im Trockenen.

 

 

Wetten auf den Einbruch

Viele Zuschauer hätten jetzt darauf gewettet, dass zumindest in Satz drei der Einbruch kommt. Man kann es vorweg nehmen, er kam nicht. Und dies ist augenfällig der grosse Unterschied zu den Mannschaften der letzten zwei Jahre. Ganz offensichtlich geben Polak und Meyer dem Team jetzt schon die Stabilität und das Selbstvertrauen, immer wieder aus kleinen Negativserien herauszukommen. Es fällt auf, nie hat Näfels während des ganzen Spiels mehr als drei gegnerische Punkte hintereinander einkassiert. Immer war ein Spieler da, welcher in der Lage war, den nächsten Punkt zu buchen und so kam eben auch das Loch nie, welches in der jüngeren Vergangenheit so manches Spiel verloren lassen ging. War es ein Spieler welcher etwas Sorgen bereitete so hiess der Fabian Brander. Er wurde konstant anserviert und zeigte da Schwächen. Auch sein Service war fast über das ganze Spiel zu fehlerhaft. Dabei hat doch gerade er phantastische Voraussetzungen mit seiner auffallenden Geschmeidigkeit im Spiel. Er wirkt federleicht und elegant. Zeit dass er seinen Knoten lösen kann, er wird dem Näfelser-Spiel sehr viel Druck geben können.

Druck welchen die Glarner gesamthaft auch im Schlusssatz aufrecht erhalten konnten. Trotz den insgesamt fünf Servicefehlern hinterliess das Team mit ganzen neun Blockpunkten (wovon zwei Dreierblocks!) einen starken Eindruck, was auch zeigt, dass die Taktik in der zweiten Spielhälfte sehr gut umgesetzt wurde und so auch Diagonalspieler Opota weit weniger effizient aufspielen konnte als zu Beginn des Spiels. „Es war ein enges Spiel wie ich das erwartet habe und verloren haben wir, weil wir nicht genug sauber spielten und zuviele Servicefehler machten“, analysierte der Franzose die erste Niederlage seines Teams. „Ich hatte grosse Freude zu sehen wie wir in den entscheidenden Momenten die Sätze siegreich abschliessen konnten, was ja in letzter Zeit nicht oft der Fall war“, brachte Manager Gygli zum Ausdruck, was bestimmt auch die Zuschauer dachten, welche ihrem Team schon über Jahre die Treue halten.

 

 

 

 

linth arena sgu – 300 Zuschauer – Spieldauer 103 Minuten. 10.10.09, 18.00 Uhr

SR1 Grieder Stephan

SR2 Müller Marco


SEAT Volley Näfels – Lausanne UC 3:0 (32:30, 26:24, 28:26)

 

MVP Näfels: Gustavo Meyer

MVP LUC: Onya Opota

 

SEAT Volley Näfels: Meyer (Captain), Gygli (Passeur), Werner (Libero), Fabian Brander, Benetti, Büsser, Polak; Bedrac, Zurgilgen, Michael Brander, Walzer. Spielertrainer: Dalibor Polak

 

Lausanne UC: Ptachinski (Passeur), Reyes (Libero), Wiacek (Captain), Opota, Grün, Augsburger, Seifert; Guerra, Chandon, Schalcher. Trainer: Frédéric Trouvé

Bild: SEAT Volley Näfels-Das Team 2009-2010 hat einen optimalen Start in die Meisterschaft erwischt.