Meisterschaft NLA: Gewinnen um jeden Preis
Die Best-of-five-Serie verläuft sehr ausgeglichen, beide Teams konnten das Auswärtsspiel gewinnen. Zweimal ging es über fünf Sätze, wobei dies in Lugano überhaupt nicht nötig gewesen wäre, Näfels gab einen 2:0-Vorsprung wieder preis. Auch für Spiel 3 gibt es keinen Favoriten.
Durch den Auswärtssieg mit Hängen und Würgen vom letzten Mittwoch gelang es SEAT Volley Näfels wenigstens, das Abstiegsgespenst zu verbannen. Die Serie beginnt nun eigentlich wieder bei Null. Damit liegt auch der Vorteil des Heimspiels in einem eventuell letzten und entscheidenden Spiel wieder bei den Näfelsern. Sich dadurch aber in Sicherheit zu wiegen wäre grundfalsch, denn die Dragons haben gezeigt, dass sie im Glarnerland den ehemaligen Brachenprimus schlagen können. Zumindest ist ihnen dies im Buchholz in Glarus gelungen.
Viel Unerklärtes
Wohl niemand im Team der Glarner Volleyballer glaubt ernsthaft daran, dass nach den gezeigten Leistungen in beiden Spielen die dritte Begegnung einfacher wird. Auf welcher Seite des San Bernhardino die beiden Punkte aus diesem Spiel landen werden hängt nicht zuletzt von der Leistungskonstanz ab. Und auch hier können sich die beiden Kontrahenten die Hand geben. Von sehr gutem, fast fehlerfreiem Spiel bis zu schlecht bis sehr schlecht, zeigen beide in bunter Wechselfolge alles, was man in diesem Sport abliefern kann. Die Chemie der raschen Leistungssteigerung bleibt bei beiden Mannschaften ebenso unerklärlich wie die Frustration des plötzlichen Absackens ins schwarze Loch. Einen grossen Vorteil hat aber diese Dynamik auf jeden Fall, denn es ergeben sich wenigstens spannende Spiele. Vielleicht werden diese nicht auf höchstem Niveau ausgetragen, dazu sind beide Mannschaften spielerisch ganz einfach nicht in der Lage, aber wenigstens lohnt sich ein Kommen allemal, denn der Ausgang ist immer bis zum Schluss völlig offen. Beide Spiele wurden zwar in den Tie-breaks relativ klar entschieden, aber wer bei SEAT Volley Näfels diese Saison gesehen hat, wie oft nur einer oder zwei Punkte zum Satzgewinn fehlte, glaubt eben erst nach dem letzten Pfiff des Schiedsrichters wirklich an den Sieg.
Captain Sutter: Baisse überwunden?
Sollten aber in diesem Spiel nun wirklich wieder einmal alle Näfelser zusammen und zur selben Zeit ihre Normalform erreichen, dann, ja dann könnte es auch ein kurzes Spiel geben. Vielleicht etwa so kurz wie das nun schon berühmte Cup-Spiel gegen Amriswil in welchem die Näfelser ihren Gegner kurz und bündig mit 3:0 vom Platz fegten. Es scheint dass Captain Andy Sutter seine Baisse endlich überwunden hat. Ein einziges gutes Spiel genügt allerdings noch nicht, ebenso wenig wie ein sehr gutes von Miller und Büschi. Und auch Vinicius’ Hammerservices, wenn sie denn kommen, sind noch nicht mal die halbe Miete. Dreh- und Angelpunkt und damit auch gleich die Achillesferse im Näfelser Spiel ist und bleibt der Passeur. Und seine Leistung ist wiederum weitestgehend eine Kopfsache und somit weiterhin die grosse Inkognita. Für den Zuschauer oft unerklärlich woher die heuer gesehenen Leistungsschwankungen kommen könnten, bleibt für die Mitspieler das Bangen, dass die Ausschläge möglichst klein und die Präzision möglichst gross sein mögen. Beide Teams kennen sich nun mittlerweile im bereits vierten Meisterschaftspiel der Saison zur Genüge. (Bilanz 2:2) Und auch die Trainer wissen genau, wie sie ihre Mannschaft auf den Gegner einstellen müssen, die offene Frage bleibt aber immer betreffend der Umsetzung. In Play-offs entscheiden oft kleinste Details über Sieg und Niederlage. So könnte auch das Coaching wieder von grosser Bedeutung sein. Time-outs zur richtigen Zeit und wohl auch wieder der Wechsel vom einen zum andern Passeur und wieder zurück. Trainer Benne ist hier weit mehr gefordert als sein Gegenüber Dario Bettello. Sein Passeur, der Brasilianer Ruan, ist wenigstens in seiner Mannschaft nicht das Thema.



























































































