Montag, 19. Oktober 2009; 14:34
Allgemein

Meisterschaft NLA: Doppelrunde gegen Spitzenteams am Wochenende

Von: Rolando K. Küng

Im Buchholz in Glarus trägt SEAT Volley Näfels am Samstag gegen den ebenfalls noch ungeschlagenen CS Chênois den ersten Spitzenkampf der Saison aus. Nach diesem Hammerspiel folgt schon am Sonntag der nächste Schlager mit dem Match gegen Meister und Cupsieger Volley Amriswil.




Nur SEAT Volley Näfels trägt am kommenden Wochenende gleich zwei Spitzenspiele hintereinander aus. Trainer Dalibor Polak tut gut daran, seine Spieler der Aufgabe entsprechend vorzubereiten während dieser Woche. Der CS Chênois unter Spielertrainer Dritan Cuko hat seine Spiele gegen Münsingen und Lugano souverän gewonnen. Damit nahmen die Genfer auch gleich Revanche für die überraschende 0:3-Niederlage gegen die Tessiner im Spiel um Platz 3 beim Supercup Anfang Oktober. Somit treffen also am Samstag mit Näfels und Chênois die einzigen beiden noch ungeschlagenen Teams in der noch jungen Meisterschaft aufeinander. In der Direktbegegnung beim Supercup blieben die Romands nach einer Näfelser 11:7-Satzführung im Tiebreak (es wurde nur auf zwei Gewinnsätze gespielt) siegreich. Eine kurze Konzentrationsschwäche genügte damals und SEAT Volley Näfels sah sich der Früchte eines soliden Spiels beraubt um den Genfern den Vortritt lassen zu müssen. Doch am Samstag kann es in einem langen Spiel auch über fünf Sätze gehen. Auf jeden Fall hat SEAT Volley Näfels gegen Lausanne UC gezeigt, dass es nun in der Lage ist, auch engste Sätze am Schluss noch für sich zu entscheiden. Der CS Chênois ist seit jeher eine Stimmungsmannschaft und dies gilt, trotz der vier neuen Spieler Husaj für Grün in der Annahme, Steigmeier und Michalac (Mitte), und Kovar als Libero, auch heute noch. Kommen die erst einmal in Fahrt, sind sie unter der Führung von Passeur Warynski und vor allem Diagonalangreifer Cuko (35) kaum mehr zu stoppen. Vor allem der Albaner ist trotz seines Alters (oder gerade deswegen) in der Lage, fast jedem Spiel die entscheidenden Impulse zu geben um es zu gewinnen. Das neue Chênois ist eine explosive Mischung aus Jugend und Erfahrung, immer bereit ein Spiel gegen SEAT Volley Näfels auch in der für sie eher niedrigen Buchholz-Halle zu gewinnen. Doch auch die Näfelser scheinen nach den drei Siegen zu Meisterschaftsbeginn so richtig in Fahrt gekommen zu sein und dank Meyer und Polak, aber auch dank einer starken Mitte mit Büsser und Benetti im Stande, die Rhonestädter vor heimischem Publikum zu besiegen.

 

 

Volley Amriswil am Sonntag ersatzgeschwächt

 

Volley Amriswil darf am Samstag sein Heimspiel gegen die Beach-Boys des VBC Münsingen austragen. Dadurch die Gastgeber davon ausgehen, dass die Oberthurgauer gerade richtig warmgespielt im Buchholz eintreffen werden. Dies wird ihnen helfen, die Absenz ihrer zahlreichen Verletzten zu kompensieren. Laut Amriswiler Home Page steht ihr Ausnahmetalent und MVP der letzten Saison, Márcio Sinotti erneut nicht zur Verfügung. Auch Jeremy King, (Can) der Nachfolger von Diagonalangreifer Alan Soares, ist nicht voll einsatzfähig. Als Alternative steigt wohl erneut Roman Brühwiler (22) auf dieser Position in die Hosen. Letztes Jahr noch mit den Grünen von Andwil-Arnegg unterwegs, war er schon damals mit Abstand der auffälligste Spieler in den Reihen der Fürstenländer. Zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison bekommt also der Neuzuzug das Vertrauen von Trainer Verstappen und Mitspielern, was für ihn und seine Entwicklung sicher sehr positiv sein wird. Sinotti wird durch Adrian Schläpfer ersetzt. Der Appenzeller in Thurgauer-Diensten ist zwar gleich alt wie Brühwiler, verfügt aber über einiges mehr an Erfahrung auf Spitzenniveau, da er mittlerweile bereits seine vierte Saison mit den Amriswilern bestreitet.

 

 

Never change a winning team – Ausser das Budget reicht nicht dazu

 

Am Pass zieht weiterhin Marco Bär (30) die Fäden und in der Mitte stehen die bestbewährten Christian Willi und Brett Dailey (Can). Zusammen mit Libero Rutishauser bilden diese vier Spieler das Element Routine und Sicherheit im sonst doch noch etwas wackligen Gefüge der Ostschweizer. So wie es jetzt aussieht, von den Verletzten mal abgesehen, konnten sie mit den neuen Nordamerikanern King und Durbin die abgetretenen Südamerikaner Faure und Soares nicht gleichwertig ersetzen. Nicht anders als bei den meistern andern Klubs, scheint aber auch diese Lösung eine Frage des Budgets zu sein. Oder welcher Klub würde sonst freiwillig den leistungsmässigen Aderlass in einem „Winning-Team“ in Kauf nehmen? So kann man die Aussage eines echten Volleyballkenners durchaus stützen der da sagt, dass der Unterschied von Volley Amriswil zu den übrigen grossen Drei um einiges kleiner geworden ist im Vergleich zur letzten Saison. Dies belegen auch die bisher acht gespielten Sätze unter den grossen Vier, (Volley Amriswil, Chênois, LUC und SEAT Volley Näfels) welche allesamt äusserst knapp waren. Deren fünf wurden erst in der Verlängerung entschieden. So wird also niemand sonderlich überrascht sein, sollten auch im sonntäglichen Topspiel die Sätze lang und das ganze Spiel noch länger sein. Zum ersten Mal wird ganz sicher mindestens die Kondition, aber auch die psychische Verfassung von SEAT Volley Näfels an ihre Grenzen kommen und damit einer echten Prüfung für kommende grosse Aufgaben unterzogen.

Das Mannschaftsfoto des amtierenden Meisters und Cupsiegers aus dem Thurgau. Nun ist Volley Amriswil endgültig vom Jäger zum grossen Gejagten mutiert