Meisterschaft NLA: Der TV Schönenwerd vermasselt Näfels die Party
SEAT Volley Näfels verliert Spiel zwei und gibt damit den Joker wieder aus der Hand. Es kommt am Sonntag zur Belle und da ist der TV Schönenwerd nun klarer Favorit. Näfels hatte es in der Hand das spannende Spiel für sich zu entscheiden. Für einmal fehlte aber auch etwas Glück.
Man kann ja das Glück auch nicht pachten und so gesehen, war es sportlich vielleicht auch gerecht, dass es den Solothurnern gelungen ist bis zum Schluss Oberwasser zu behalten und das Spiel nicht mehr aus der Hand zu geben. Ein Spiel für welches das Drehbuch bereits vor Beginn geschrieben war. Jedenfalls sah das so aus und es verlief bis Ende von Satz drei nahezu identisch mit Spiel eins. Es war schon fast unglaublich, aber wieder gewann Schönenwerd Satz eins und wieder ging Satz zwei in die Verlängerung. Und wieder wurde dieser nicht durch Näfels gewonnen, trotz Satzbällen. Und noch einmal rappelte sich die Polak-Truppe nach doppeltem Satzrückstand auf und gewann schliesslich Durchgang Nr. 3. Da stand es also, wie im ersten Spiel wieder nur noch 2:1 für den Gegner. Und das Drehbuch wurde weiter genau gleich abgespielt, denn auch in Satz vier legte die Bonaria-Truppe wieder los wie die Feuerwehr. Wirklich verblüffend wie zwei verschiedene Spiele sich fast wie ein Ei dem andern gleichen können in ihrem Ablauf.
Bonaria's Änderung der Taktik
Erst jetzt, weit nach Spielmitte zwang der TV Schönenwerd mit Jan Schnider und Paul Sanderson an der Spitze das Spieldiktat auf ihre Seite. "Wir haben gestern noch Sprungservices geübt auf Tausend und zurück", kommentierte Trainer Marco Bonaria das Spielelement, welches ab jetzt ein Übergewicht zugunsten der Niederämter gab. Die Service-Hämmer die in dieser Phase durch Schnider und Sanderson rausgelassen wurden waren sehenswert und verdienen das Prädikat "Erste Güte". Und damit haben die beiden Annahmespieler Tomas und Pulko nicht gerechnet. Auf jeden Fall waren die Services vorher im Spiel bei weitem nicht so hart und so waren sie damit ziemlich überfordert, weil der beste Näfelser Annahmespieler, Libero Werner, tunlichst nicht anserviert wurde. Ebenso Passeur Marco Gygli - er spielte seit Mitte des 2. Satzes für Bedrac - welcher aus den schlechten Annahmen kaum mehr einen brauchbaren Pass spielen konnte. So wurde SEAT Volley Näfels öfters geblockt, oder aber die Angriffe wurden verschlagen und damit lag Näfels bald einmal mit 9:17 Punkten scheinbar hoffnungslos hinten.
Polak, Mister Fifty-Fifty
Aber plötzlich schienen sich die Glarner doch noch einmal am Riemen zu reissen und wollten dieses Spiel auf keinen Fall kampflos preisgeben. Punkt für Punkt holten sie auf und kamen dank eines Service-Winners von Polak tatsächlich noch einmal bis auf 23:24 heran. Diagonalspieler Polak kam also noch einmal zum Service und weil bei ihm die Services nur topp oder flopp sein können, war die Chance auf den Ausgleich also 50:50. Und hätte er auch noch den zweiten Sprungservice versenkt, keiner ausser das Drehbuch weiss, was dann geschehen wäre. Leider war diese Service-Attacke aber zu lang, das Spiel war aus und Alfred Hitchkock kam diesmal nicht mehr dazu, das Ende des Spiels abzuwenden und neu zu schreiben.
Schönenwerd jetzt Favorit
Somit kommt es also am Sonntag zum Entscheidungsspiel in Däniken. Für dieses sind nun die Solothurner klare Favoriten. Vor dem heissblütigen und lautstarken Publikum werden sich die Spieler um Jan Schnider kaum mehr eine Blösse geben. Es sei denn die Nerven beginnen erneut zu flattern und dann liesse sich Polak und Co. bestimmt nicht mehr zweimal bitten um diese Medaillen, welche ja bereits im sgu bereit lagen, doch noch um den eigenen Hals hängen zu lassen. Vorerst haben die Mittelländer SEAT Volley Näfels die Feier verpatzt - alles wäre bereit gewesen - aber nun können die Glarner bei den Solothurnern Gegenrecht halten und ihnen ebenfalls die Party mit einem Auswärtssieg vermasseln.
Matchtelegramm
linth arena sgu, Näfels, 18. April 2012, 20:00 Uhr
Spieldauer 111 Minuten
Zuschauer: 350
SEAT Volley Näfels - TV Schönenwerd 1:3 (23:25, 26:28, 25:19, 23:25)
SEAT Volley Näfels:
Bedrac (Passeur), Werner (Libero), Pulko, Klapal, Polak, Illic, Tomas; Brander, Büsser (Captain) Gygli, Beeler, Ehrat; Spielertrainer: Dalibor Polak; Coach: Matus Kalny
TV Schönenwerd:
Milanez (Passeur), Heimgartner (Libero), Sanderson, Bossart, Schnider, Eichenberger, Hänggi; Lier (Captain), Fölmli, Bartholdi, Gerber, Giger
Trainer: Marco Bonaria
2. SR: Sikjanic


























































































