Mittwoch, 26. November 2008; 18:02
Allgemein

Meisterschaft NLA: Angeschlagenes Chênois nun doppelt gefährlich?

Von: Rolando K. Küng

Ein schwerer Gang steht der Mannschaft von SEAT Volley Näfels am Samstag bevor. Nebst der weiten Reise nach Genf, wartet dort ein CS Chênois, welches nach seiner unerwarteten Pleite gegen Münsingen nun doppelt gefährlich sein dürfte.

 

Gewiss hat wohl niemand die Niederlage der Genfer gegen die Münsinger erwartet und trotzdem wurde sie Tatsache. Und wie! Die Aaretaler fertigten die völlig verunsicherten Romands im Tiebreak gleich mit 15:4 (!) ab. Wobei erneut, wie schon in Lugano, der Honduraner Luis Salgado die grosse Show abzog. Mit dieser Neuverpflichtung scheinen die Aaretaler einen Volltreffer gelandet zu haben.

 

 

Chênois darf nicht verlieren

Will der CS Chênois seinen zweiten Platz behalten, müssen die Spieler unter Trainer Dritan Cuko und Coach Michel Georgiou unbedingt vermeiden, das nächste Heimspiel gegen SEAT Volley Näfels zu verlieren. Bisher hatten die Genfer ja eine fast blütenweisse Weste und mussten zuhause nur gerade dem TV Amriswil den Vortritt lassen. Dagegen fertigten sie bereits zweimal den absoluten Dominator der letzten Saison, Lausanne UC, mit klaren Siegen ab und landeten ja auch in Näfels einen, letztlich im vierten Satz, klar herausgespielten Sieg. Das ganze Spiel war aber eng und spannend und zweimal ging der Satz in die Verlängerung ehe der Sieger feststand. Wobei sicherlich der Verlust des dritten Satzes gegen Näfels spielentscheidend war.

 

 

Offene Rechnung

Die Spieler um Andy Sutter haben also mit den Genfern auf jeden Fall noch diese Rechnung offen. Der letzte Sieg von SEAT Volley Näfels gegen den CS Chênois liegt allerdings auch schon bald zwei Jahre her. Es war im Januar 2007 im Viertelfinale des Swiss Cups in Genf. Damals gewannen die Glarner mit 3:1 und ebneten sich so den Weg in den Cupfinal. Das letzte Meisterschaftsspiel gegen den Gegner vom Samstag gewann SEAT Volley Näfels vor genau zwei Jahren. Mit den Spielern Cuko, Warynski, Grün, Asmar, Francini und bedingt auch Dronsart standen bereits damals Leistungsträger im Team der Genevois, welche auch heute noch ein sehr solides Gerippe der Mannschaft bilden. Dazu gekommen sind Libero Fellay, (damals war es noch Wälchli) Tomasik und Abramoff. SEAT Volley Näfels hat seither bereits zum zweiten Mal sein Gesicht fast vollständig gewechselt. Aus dem Siegerteam von 2006 stehen nur noch die Sutter-Brüder Andy und Roman sowie Libero Dani Werner und der damalige Ersatzpasseur Ivan Bedrac auf dem Feld.

 

 

Wieviel Charakter hat Chênois wirklich?

Irgendwie also auch klar, dass die Automatismen zwischen Passeur und den Angreifern noch nicht zu hundert Prozent klappen. Wie auch wieder gesehen im letzten Spiel gegen Sursee. Langsam wird es aber doch Zeit dass die Mannschaft vor allem an Persönlichkeit gewinnt. Nur so kommt auch die Regelmässigkeit und die wird es sicher brauchen gegen die starken und durch die unerwartete Niederlage gegen Münsingen wohl doppelt gefährlichen Genfer. Die haben bestimmt Charakter genug zu zeigen, dass das nichts als ein Ausrutscher war. Oder vielleicht doch nicht?

 

 

Der Passeur die zentrale Figur

Sollte der Israeli Jacky Gaft sein sonst so untrügliches Gefühl für die Bälle bei Annahme und Service wiedererlangen, sollte Libero Werner seinen Aufwärtstrend fortsetzen, Silvio und Roman Sutter viele geschlossene Blocks stellen, Andy Sutter als Captain auch seine Leaderrolle zum tragen bringen, Bruno endlich über ein ganzes Spiel seinen Turbo zünden, ja dann wäre in der Sporthalle Sous-Moulin in Thônex wohl alles möglich. Aber auch nur dann. Und vergessen wir dabei die zentrale Rolle des Passeurs nicht. Und genau da scheint sich Trainer Carvalho mittlerweile auch nicht mehr so sicher darüber wer denn nun die Nr. 1 ist auf dieser Position. Youngster Marco Gygli ist daran mit seinem Spielwitz und seiner Unerschrockenheit seinem Gegenspieler, Stammpasseur Ivan Bedrac ganz ernsthaft Konkurrenz zu machen. Wettbewerb beflügelt und es ist zu hoffen, dass also auch Näfels’ Passeur, wer von beiden es auch immer sein mag, das Team so mitreissen kann, dass ein Exploit in Genf möglich wird. Daran glauben können und dürfen die Spieler von SEAT Volley Näfels auf jeden Fall. Und schliesslich wurden die Genfer ja im Sprintspiel beim Supercup ebenfalls besiegt. Schon damals war das Resultat sehr knapp. Zu hoffen bleibt, dass es also den Näfelser Volleyballern gelingt positiv ins Spiel hineinzugehen. Dann darf es auch ruhig wieder knapp werden – mit einem knappen Sieg zugunsten von SEAT Volley Näfels.

 

Können Näfels' Ausländer die entscheidenden Impulse setzen zum Sieg gegen Chênois?