Meisterschaft NLA: Alles oder nichts gegen Erzrivale Amriswil
Volley Amriswil empfängt SEAT Volley Näfels bei sich im Tellenfeld als erster Teilnehmer an der diesjährigen Playoff-Finalserie. Die Näfelser Volleyballer haben aber das Heu noch nicht im Trockenen und müssen gegen ihren Ostschweizer Erzrivalen unbedingt gewinnen. Nach dem klaren Sieg gegen Chênois scheint dies aber durchaus möglich.
Es herrscht Einigkeit
In einem Punkt sind sich die seit Jahren besten zwei Klubs der Ostschweiz schon vor dem Spiel völlig einig. Die geplante Erweiterung ab 2011 auf zehn Mannschaften in der NLA stösst sowohl in Näfels wie auch in Amriswil auf klare Ablehnung. „Das ist eine Verwässerung der höchsten Spielklasse und wir bedauern diesen Entscheid sehr“, meint Manager Ruedi Gygli dazu. Dominik Joos, Amriswils Präsident formuliert es so: Zitat – „Dieser Entscheid ist auch ein klarer Schlag ins Gesicht all derjenigen Klubs, die es mit enormem professionellen Aufwand (Strukturen, Betrieb, Sponsoring) geschafft haben, den Volleyballsport auf einem ansprechenden Niveau weiter zu entwickeln“. Ja er spricht gar von einer Hiobsbotschaft, welche er da seinen Getreuen bekanntgeben müsse.
Die Logik spricht für Näfels
Soweit zu den Randnotizen. Erfreulich, dass sich die beiden Klubs in dieser Frage einig sind und am selben Strick in die selbe Richtung ziehen. Ganz anders dürfte es am Samstag auf dem Spielfeld aussehen. Da geht es auch nicht um etwas was dann ab Herbst 2011 seine Wirkung entfaltet. Nein, im Gegenteil. Es geht sehr stark um die Frage gegen wen wohl Volley Amriswil im Kampf um die Titelverteidigung seines Meistertitels antreten wird. Und man kann sicher sein, dass Trainer und Vorstand über diese Frage gesprochen haben. Rechnen sich die Thurgauer grössere Chancen gegen Lausanne UC oder gegen Volley Näfels aus, den Meisterbecher wieder zu holen? Im Jahr 2007 standen den Blues aus Amriswil die Näfelser unter Captain Rafa Lins und mit Passeur Marco Bär vor der Sonne. Ein Jahr später waren es die Studenten von Lausanne UC unter ihrem magistralen Trainer Carl McGaw. Dann aber drehten die Spieler um Captain Marco Bär (wieder zurück im Thurgau) den Spiess um und gewannen vor einem Jahr gegen LUC endlich den lang ersehnten ersten Meistertitel. Betrachtet man die Konstellation so, stellt man also fest, dass Volley Amriswil gegen Lausanne bereits Revanche genommen hat für die Finalniederlage aus dem Jahr 08. Bliebe also, sozusagen als logische Konsequenz, dass es heuer zur Finalserie gegen Volley Näfels kommen soll(te). Das würde dann bedeuten, dass die Glarner am Samstag das Spiel für sich entscheiden. Einerseits, weil diese das ganz fest wollen und andererseits, weil beim Gegner nach geschaffter Qualifikation die Luft etwas draussen ist. Ausserdem wähnten sich die Näfelser dann (fälschlicherweise) als Favorit für die Finalserie, was Amriswil erneu t nur Vorteile bringen würde. Wer will schon die Favoritenrolle? Die erzeugt doch nur unnötigen Druck. Und mit einem Sieg und den dafür erhaltenen zwei Punkten im Rucksack, liesse es sich auch ausgezeichnet nach Lausanne fahren am Mittwoch der nächsten Woche. Denn dann stünden die Gastgeber, auch bei einem wahrscheinlichen Sieg vom Samstag im Tessin gegen den Cupfinal-Gegner Lugano, doch gehörig unter Druck. LUC müsste dann so oder so gewinnen und Volley Näfels könnte sich, je nach den Resultaten der siebten Runde, sogar eine knappe Niederlage erlauben.
Zünglein an der Waage, ein schönes Gefühl
Dieses Gedankenspiel zeigt zwei Dinge: erstens wie ärgerlich es ist zuhause gegen die Dragons und vielleicht auch auswärts gegen Chênois je zwei Punkte verschenkt zu haben und zweitens wie stark und mächtig die Rolle von Volley Amriswil in der ganzen Konstellation ist. Die Verstappen-Jungs spielen ohne Zweifel das Zünglein an der Waage und werden sich in dieser Rolle ganz sicher gefallen und am Samstag gross aufspielen. Doch aufgepasst, Volley Näfels hat sie bereits zweimal im Tellenfeld besiegt. Die Bilanz ist ausgeglichen zwischen den beiden Rivalen. Beide Trainer sind ausgebuffte Profis und werden es verstehen, ihre Spieler sehr gut auf den Gegner einzustellen.
Befreit der Druck oder lähmt er?
Bleibt also einzig die Frage, ob der doch grosse Druck, welcher in den Näfelser-Köpfen mit ins Thurgau reist, befreit und beflügelt oder lähmt. Es dürfte sich einmal mehr alles im Kopf abspielen und da fängt es an bei den Services. Wie effektiv können die Näfelser ihren Gegner mit den Services unter Druck setzen? Tun sie es wieder so wie gegen Chênois, eröffnen sie sich die Chancen zu einem effektiven Blockspiel und zu den Punkten durch blitzschnelle Gegenangriffe. Gelingt es ihnen dem Gegner den Schneid abzukaufen? Möglich ist das ganz sicher, aber stimmen muss am Samstag bei allen alles, sonst wird das nichts aus dem erträumten Sieg und damit der grossen Chance auf die Finalteilnahme um den Titel. Es wäre der erste seit drei Jahren.



























































































