Dienstag, 22. Januar 2008; 18:59
Allgemein

Meisterschaft NLA: Alles oder nichts für SEAT Volley Näfels

Von: Rolando K. Küng

Heute Abend (Mittwoch) stehen die Näfelser Volleyballer in der linth arena erneut vor einer grossen Schwelle. In Spiel 2 der Playoff-Serie gegen Erzrivale Amriswil ist verlieren verboten oder aber die Träume von der Titelverteidigung lösen sich mit einem Schlag in Nichts auf. Mit dem Rücken zur Wand darf der Benne-Truppe aber eine Leistungssteigerung zugetraut werden.

Nun gibt es nichts mehr zu deuteln, es gibt kein Wenn und Aber, nur ein Sieg kann verhindern, dass eintritt was viele schon seit einiger Zeit befürchten. Und es hätte sich auch klar abgezeichnet nach der doch mehr als bescheidenen Quali-Runde mit dem sechsten Rang als Resultat. Wäre da nicht der deutliche 3:0 Sieg gewesen im Cup gegen eben dieses Amriswil, hätte wohl mancher schicksalsergeben zur Kenntnis genommen, dass heuer die Kohlen nicht mehr aus dem Feuer zu holen sind. Sofern es im Sport überhaupt je eine Logik gegen kann, wäre es von Anfang an klar gewesen, dass die besser klassierte Mannschaft in einem Playoff Viertelfinale sich auch für die Halbfinals qualifiziert. Aber im Fall einer Serie zwischen SEAT Volley Näfels und dem TV Amriswil ist das eben so einfach doch nicht. Zu oft standen sich diese beiden Kontrahenten schon gegenüber und mit einer Ausnahme gingen immer die Glarner als Sieger aus der Serie hervor. Amriswils Leistungsträger Bär, Willi, Kertai und natürlich vor allem auch Trainer Bagdadhy wissen zu gut, wie hart es ist gegen Näfels eine Serie zu gewinnen. Inzwischen scheinen die Ostschweizer aber bereit die Festung zu knacken. So wie sie sich von der herben Enttäuschung der Cup-Niederlage aufgerappelt haben, verdient die allergrösste Hochachtung. Aber beide Mannschaften sind relativ leicht aus dem Tritt zu bringen. Und deshalb ist eine Prognose für dieses Spiel der letzten Chance für Näfels doppelt schwierig zumal sie ja nun wissen, dass auch Amriswil gepackt werden kann, mindestens zuhause.

 

Was wäre wenn?

Was aber geschieht bei einer Niederlage? Erst einmal wohl die volle Konzentration auf das Cuphalbfinalspiel am Sonntag im Ländle gegen Galina Schaan. Denn mit einem Vorstossen in den Cupfinal besteht doch wenigstens die Chance zu einer teilweisen Rettung der Saison. Auch Lausanne UC ist keine Übermannschaft und an einem guten Tag zu packen und Cupfinals haben ohnehin ihre eigenen Regeln. In der Meisterschaft aber blieben im Fall einer Pleite gegen Amriswil wirklich nur noch Brosamen übrig. Es gäbe dann eine Best-of-five Serie wohl gegen die Dragons aus Lugano. Es sei denn, aber wie gesagt, das ist nicht anzunehmen, dass der CS Chênois auch heuer wieder über den schlechter klassierten Verein stolpert wie vor Jahresfrist gegen Sursee. So oder so wäre im Fall des Falles die Mannschaft um Captain Andy Sutter um eine Erfahrung reicher. Denn noch nie musste sie um den fünften Platz spielen. Und dies darf sie auch nur dann, wenn Lugano oder Chênois in der Serie geschlagen wird. Erst dann nämlich hätten sie die Ehre zu zeigen, dass sie in einer weiteren Best-of-three Serie stärker wären als Münsingen/Sursee oder gar Lausanne UC. Und wie gesagt, zuerst müsste Lugano gebodigt werden und auch das steht noch nirgends geschrieben.

 

Als Fazit kann man zusammenfassend sagen, dass es wohl doch viel besser ist, das heutige Spiel zu gewinnen und am Samstag nachzudoppeln um damit altbekanntes Terrain zu beschreiten und weiterhin die Chancen auf den Meistertitel zu wahren. Nicht nur für die Mannschaft wäre das besser, nein, vor allem für die Fans, denn die haben sich doch in all den Jahren so schön daran gewöhnt und so früh im Jahr 2008 wollen diese doch bestimmt noch nichts Neues anfangen.