Freitag, 28. November 2014; 12:00
NLA

Marko Vukasinovic von Volley Näfels spricht über sich, die Schweiz und das Derby gegen Amriswil

Von: Köbi Hefti

Biogas Volley Näfels trifft am Samstag auf Volley Amriswil. Diese Partie ist nicht nur Derby, sondern auch ein Duell zwischen Freunden. Näfels‘ Marko Vukasinovic und Amriswils Nikola Renovica sind Freunde.

 

Marko Vukasinovic ist der jüngste Spieler im Kader des Stammteams von Volley Näfels. Trotz seiner Jugend überzeugte der Mann aus Montenegro bisher. Für diese Saison erhielt er Angebote aus Griechenland, der Schweiz und vom besten Team seines Heimatlandes. Vukasinovic entschied sich für Näfels, da die Schweiz ein sicheres Land sei und ihm sein bisheriger Coach zum Wechsel in die Schweiz riet, begründet er seinen Entschluss. Heute zieht der 21-järhrige eine positive Bilanz: „Ich bin sehr glücklich, das war eine gute Wahl. Dieses Land gefällt mir sehr gut, die Leute sind sehr nett, im Verein aber auch ganz generell. Ich fühle mich hier sehr wohl. Dazu ist hier alles so sauber und die Landschaft mit den Tieren wunderbar.“ In der Natur zu sein, bedeutet ihm sehr viel. Er beschreibt: “In der Ruhe draussen an einem schönen Ort zu sein, macht mich glücklich. Das gefällt mir viel besser als grosse Städte mit viel Leuten und Lärm.“ Ein Stadtmuffel ist er aber trotzdem nicht, wuchs er doch in der Hauptstadt Podgorica auf und bezeichnet Luzern als die bisher schönste Stelle der Schweiz, die er gesehen habe. Er freut sich aber schon jetzt sehr auf die verschneiten Berge. Diese will er unbedingt erleben.

Einen Titel gewinnen
Obwohl die Schweiz in der Volleyball-Weltrangliste weit hinter Montenegro liegt, sei das Niveau in der Schweizer Meisterschaft deutlich besser als in seinem Heimatland, sagt Vukasinovic. Einzig das Nationalteam und Budvanska Rivijera Budva, welches für Montenegro in der Champions League spiele, seien starke Teams, erklärt er die Unterschiede zwischen den beiden Ländern in Sachen Volleyball. Letztes Jahr spielte er im Nationalteam als Libero. Dies entschied sein Coach so, da er gewisse Probleme mit einem Knie hatte und der Stamm-Libero noch sehr jung war. Dies habe ihm geholfen, seine Defensive zu verbessern, blickt er zurück. Doch für die kommenden Länderspiele will Vukasinovic wieder zurück auf seine angestammte Position Annahme/Aussen. Dies ist eines seiner Ziele. Daneben will er mit Näfels Erfolg haben und einen Titel gewinnen.

Spitzensport und Studium
Mit 11 Jahren begann der Südosteuropäer mit Volleyball, dies aufgrund seines zwei Jahre älteren Bruders, der Volleyball spielte. Er erklärt: „Ich merkte sofort, dass mir dieser Sport gefällt und ich wollte so rasch wie möglich besser sein als mein Bruder.“ Bereits mit 16 gehörte er nicht mehr zu den Junioren an. Nur ein Jahr später erhielt er einen Vertrag, der ihm auch etwas Geld eintrug. Er sei damals schon sehr fokussiert gewesen und das habe sich bis heute nicht verändert. „Im Training gebe ich immer alles, trainiere auch gerne zusätzlich für mich alleine. Meine Freizeit nutze ich dann zur Regeneration“, sagt er. Dies mache er, indem er ein gutes Buch lese, einen Film schaue oder mit Fabian Martinez, der in derselben Wohnung wohnt, Spanisch lerne, fährt er fort.

Marko, oder Maki, wie ihn seine Familie und Freunde nennen, bezeichnet sich als Familienmensch. Zwar vermisse er seine Familie manchmal schon, doch er sei hier sehr gut aufgehoben, Heimweh sei kein Problem. Dazu wohne sein Cousin, nur eine halbe Autostunde von Näfels entfernt und mit ihm treffe er sich jede Woche, sagt er mit einem Strahlen in den Augen. „Volleyball ist für mich das wichtigste, aber ich bin auch sehr froh, dass ich ein Studium in Sport-Management begonnen habe. Dies öffnet mir Perspektiven für die Zeit nach meiner Volleyball-Kariere“, verrät er seine langfristigen Pläne.

Beachpartner im Sommer
Das Derby gegen Volley Amriswil ist nicht nur für Näfels ein spezielles Spiel, sondern auch für Marko Vukasinovic, trifft er doch dort auf Nikola Renovica. „Er ist mein Freund aus Montenegro. Im Sommer waren wir oft zusammen und spielten gemeinsam Beach-Volley. Er half und unterstützte mich, als ich in die Schweiz kam“, verrät Vukasinovic. Wie immer geht es bei dieser Begegnung nicht nur um die drei Punkte, sondern auch um das Prestige und die Vormachtstellung in der Ostschweiz. Trifft das zu, was der Montenegriner sagt, dann darf Biogas Volley Näfels zuversichtlich sein. Der Youngster beschreibt die aktuelle Verfassung seines Teams folgendermassen: „Wir sind in einer guten Form und die Stimmung innerhalb des Teams ist ausgezeichnet, im Training wie bei den Ernstkämpfen. Dazu haben wir gegen Apeldoorn bewiesen, dass wir auf einem sehr guten Level spielen.“

Volley Amriswil - Biogas Volley Näfels
Sporthalle Tellenfeld, Amriswil, Samstag, 29.November 2014, 17:00

Marko „Maki“ Vukasinovic gefällt es in der Schweiz und bei Näfels ausgezeichnet.