Donnerstag, 29. März 2018; 07:00
NLA

Manu Sutter macht’s vor: Zähne zeigen gegen Amriswil

Von: Köbi Hefti

Am Samstag trifft Biogas Volley Näfels im Cupfinal wie letztes Jahr auf Amriswil. Libero Manuel Sutter bestätigt im Gespräch, dass es eine klare Leistungssteigerung braucht, um den Kübel zum zehnten Mal ins Glarnerland zu holen.


Mit Manuel Sutter sprach Köbi Hefti

Manuel Sutter, sie stehen zum vierten Mal im Cupfinal. Wird der Final langsam zum Alltag?
Ja – schon etwas (lacht). Nein, es ist überhaupt nicht selbstverständlich, dass wir erneut im Final stehen. Wir haben gezeigt, dass wir wichtige Spiele gewinnen können, auch wenn dies nicht immer so wahrgenommen wird. Für mich ist es super und immer ein Highlight im Cupfinal spielen zu können.


Seit wann ist dieser Final innerhalb Ihrer Mannschaft das Thema?
Während der Play-offs stand der Final nicht im Vordergrund. Klar, es fielen immer wieder Sprüche, mehr aber auf die lustige Art und Weise.  Vielleicht war es gut, dass wir im Play-off Viertelfinal auf Jona trafen, ein Team, gegen das wir immer Mühe haben und uns sehr beschäftigte. So steht der Cup erst seit Beginn dieser Woche im Vordergrund.


Was macht die Faszination Cup aus?
Ich finde den Cup einen interessanten Wettbewerb, weil man auch mal gegen ein Team aus einer anderen Liga spielen kann. Wenn man in die Halle eines unterklassigen Gegners mit dessen Fangemeinde kommt, ist das speziell und kein alltäglicher Event.
Der Cupfinal selber ist ein traditioneller Anlass im Frühling, den ich schon als kleiner Junge besuchte. Meist ist es ein gutes Spiel, bei dem auch das Rundherum stimmt, einfach ein toller Event.


Die Cup-Spiele wurden auch dieses Jahr wieder sonntags, einen Tag nach einem Meisterschaftsspiel, in den Kalender gedrängt. Ist der Cup wirklich bedeutungsvoll? Wenn man die Terminplanung anschaut, wirkt der Cup wie ein Nebenschauplatz.
Doch, doch – der Cup ist bedeutend. Im Rückblick kann ich mich sehr genau an unsere drei Cupspiele gegen Lausanne UC, Schönenwerd und Chênois erinnern. Dies zeigt, dass der Cup speziell ist. Klar, die Partien waren schon etwas in den Kalender reingewürgt, trotzdem zeigten jeweils beide Teams gute Leistungen und die Zuschauer kamen in den Genuss typischer Cup-Fights. Es wäre jedoch zu begrüssen, wenn Swiss Volley Überlegungen für einen besseren Terminplan anstellen würde.


Näfels bestreitet den Final wie letztes Jahr gegen Erzrivale Amriswil. Damals hatte Näfels keine Chance. Dieses Jahr haben Sie die Möglichkeit zur Revanche. Doch die Formkurve der beiden Teams zeigen in unterschiedliche Richtungen. Wie schätzen Sie das ein?
Ja, wenn man die letzten Resultate anschaut ist das so. Amriswil überzeugte mit starken Ergebnissen. Doch Amriswil wurde am Ende der Qualifikation von LUC um einiges mehr überfahren als wir. In den Play-offs machte es sich Amriswil im Gegensatz zu uns einfacher. Wir hatten zwei schwierige Spiele gegen Jona, was Vor- und Nachteile hat. Doch aus diesen umkämpften Spielen lernt man auch und am Ende haben wir den Viertelfinal gewonnen. Wer weiss, wenn es am Samstag hart auf hart kommt, könnte das uns zugutekommen. Während der beiden letzten Wochen standen wir unter Strom. Sollte es eng werden, ist das für uns nichts Neues und wir können sozusagen nahtlos an die umkämpften Spiele anknüpfen.


Es macht den Eindruck, dass einige Leistungsträger zuletzt nicht in Form waren. Auch
Ihnen lief es nicht so gut.  Welchen Eindruck haben sie?
Ja, das waren schwierige Spiele. Wir waren hauptsächlich in der Annahme unter Druck. Aber auch in der Defensive klappte es nicht. Weshalb das so war, weiss ich nicht, irgendwie stimmte das ganze Gefüge nicht richtig zusammen und ich selber kam gar nie richtig ins Spiel. Das ist aber vorbei und mein Fokus richtet sich jetzt voll auf diesen Cupfinal.


Amriswil ist der Favorit im Final. Was spricht für Näfels?
Die letzte Direktbegegnung gewannen wir, das wissen auch die Amriswiler. Wir sind gemäss Papierform nicht Favorit und können befreit als Underdog antreten. Dazu hat Amriswil zuletzt mehr Spiele verloren als wir, das gibt uns schon auch Mut.


Welchen Spielverlauf erwarten Sie?
Ich rechne nicht damit, dass es losgeht wie die Feuerwehr, erwarte eher ein Abtasten. Wer den ersten Satz gewinnt, ist im Vorteil. Ich denke aber, dass die Tagesform entscheidend sein wird. Amriswil wie wir haben unsere Schlüsselspieler, die performen müssen. Der Trainer sagte uns, dass wir eine gute Teameinheit aber ebenso erfolgreiche Einzelaktionen brauchen.


Mit anderen Worten heisst dies, dass vor allem bei den Angriffen über die Aussenpositionen eine klare Steigerung nötig ist?
Nicht nur, wir müssen uns in allen Belangen steigern, in der Annahme, beim Blocken, beim Service. Jeder muss bei sich selber anfangen.



Mobiliar Volley Cup Final 2018

Biogas Volley Näfels – Volley Amriswil

St. Leonhard-Halle, Fribourg, Samstag, 31. März 17:30


Vorschau von Swissvolley:

https://www.volleyball.ch/swiss-volley/informationen/news/news-detail/mobiliar-volley-cup-final-2018-12119/

 

Unter Strom: Libero Manu Sutter meint, dass dank der engen Spiele gegen Jona im Play-off Näfels sich gut auf enge Situationen vorbereiten konnte

Schlüsselfaktor: Die Annahme muss wieder die Stabilität früherer Tage erreichen

Steigerung in allen Belangen: Gegen Jona hat das Kollektiv nicht gut funktioniert – da gab‘s zu viel Raum für Diskussionen

Zähne zeigen: Als Underdog will Näfels mit einem kämpferischen Auftritt die Überraschung wahr werden lassen.

2015: Die grosse Freude nach dem 9. Cup-Titel

2016: Der 10. Cup-Titel muss warten – mindestens bis am kommenden Samstag

2017: Blau statt grün – die Favoritenrolle ist auch dieses Jahr blau