Lugano Cup 2007: Testserie geht weiter und zeigt ein bereits stark verbessertes Team
Der Auftritt am Samstag war sowohl in kämpferischer wie auch in spielerischer Hinsicht bereits recht erfreulich. Nach einer durchschnarchten Nacht (im 10-er Schlag in der Jugi von Lugano) war das Team am Sonntag aber weit weniger frisch und offenbarte nun auch wieder seine Schwächen.
Drei Vertreter aus der NLA (PV Lugano als Gastgeber, CS Chênois und SEAT Volley Näfels) zwei Teams aus der Serie B Italiens (Bergamo und Cantú) sowie mit Bühl eine deutsche Mannschaft aus der 2. Bundesliga Süd nahmen die Gelegenheit wahr zu einem weiteren Formtest vor Beginn ihrer Meisterschaften. Dabei sah man eklatante Fortschritte bei den Näfelser Volleyballern, erzielt in nur einer zusätzlichen Trainingswoche.
Ganz im Gegensatz zur Vorwoche, sah man vor allem am Samstag schon recht deutlich, wie gut diese neue Mannschaft einmal werden kann, wenn erst einmal die ganzen Mechanismen laufen und jeder sich mit dem andern blind versteht. Es steht ausser Zweifel, individuell stehen gute Volleyballer in diesem Team und es macht den Eindruck, als wenn sie sich auch persönlich schon recht gut verstehen. Wie wichtig dies ist, weiss man aus der Vergangenheit. Trainer Bolle scheint seine Jungs ebenfalls gut im Griff zu haben und findet in jeder Situation die richtige Mischung zwischen Motivation und konstruktiver Kritik.
Zwei Siege am Samstag
Sowohl gegen Cantú als auch gegen Bühl schauten zwei klare Siege heraus. Von Satz zu Satz wurde das Kombinationsspiel besser. Lag man im Spiel gegen die Italiener im ersten Satz noch mit 20:23 hinten, konnte dieser noch in extremis gewonnen werden mit 26:24. Und dies dürfte das Erlebnis gewesen sein, welches jedem Einzelnen viel Selbstvertrauen gab und die Bereitschaft mehr zu riskieren und seine volleyballerischen Möglichkeiten wirklich auszuschöpfen. Ohne Zweifel hat auch die Rückkehr von Andy Sutter dem Kollektiv viel Sicherheit gegeben. Der neue Captain brauchte letzte Saison oft noch eine gewisse Anlaufzeit bis er so richtig auf Touren kam. Nicht aber in Lugano – von Anfang an legte er los wie die Feuerwehr. Seine Annahmen verbessert und sein Angriff wuchtig, unwiderstehlich. Wurde er von Passeur Bedrac bedient, konnte man den Punkt fast sicher für Näfels schreiben. Wenn auch der gegnerische Block noch stand, brachte es Sutter fast immer fertig, diesen entweder zu durchschlagen oder aber zu einem Block-out Punkt für sein Team zu benützen. Zu hart und zu präzise waren seine Angriffe und die Defense-Spieler hatten keine leichte Aufgabe gegen ihn. Aber auch Diagonalspieler Joelson hatte einen guten Nachmittag und trug regelmässig erfolgreiche Angriffe vor. So beendete SEAT Volley Näfels den Tag als Gruppenerster und stand somit im Halbfinale gegen den Zweiten der andern Gruppe. Es war kein Geringerer als Erzrivale CS Chênois.
Keine gute Nacht in der Jugendherberge
Massenlager im 10-er Schlag. Oder das fröhliche Schnarchen einer ganzen Volleyballmannschaft. Manch einer kam mit dieser Situation eher nicht so gut zurecht und mochte sich vielleicht auch an seine Zeit beim Militär erinnern. Auch die Brasilianer konnten dieser Lagerromantik nicht eben viel Positives abgewinnen. Einige Spieler waren an diesem Sonntag als Konsequenz nicht nur im Gesicht eher farblos, nein, das übertrug sich auch auf ihr Spiel. Von der kompakten und erfolgreichen Leistung des Vortags war nicht mehr allzu viel zu sehen. Und dies ausgerechnet im Spiel um den Einzug in den Final und erst noch gegen den Erzrivalen Chênois. Obwohl die drei Brasileiros ja davon noch nichts mitbekommen hatten, wurde es ihnen umso deutlicher gesagt. Trainer Bolle mit Übersetzer sorgten dafür, dass auch sie ganz genau wussten was Sache war.
Chênois war abgeklärter
Der ganze erste Satz sah ein ausgeglichenes Spiel. Chênois führte jedoch mehrheitlich aber immer knapp. Beim Stande von 24:23 hatte Näfels Satzball. Grund genug für Trainer Yilmaz ein time-out zu nehmen. In diesem gab er die Order auf Andy Sutter zu servieren und zwar kurz. Zweimal hintereinander kam Sutter nicht genug schnell zum Ball, so dass Passeur Bedrac in der Folge keinen guten Pass auf Angreifer Vinicius spielen konnte und prompt knallte dieser die Kugel beide Male mit viel Tempo hinter die Grundlinie. Die richtige Anweisung des Genfer Trainers kostete nicht nur Satz eins, sondern mit diesem Einbruch schienen die Genfer den Glarnern auch gleich noch den Schneid für den zweiten Satz abgekauft zu haben. Chênois lag denn auch immer vorne wenn auch beim Stand von 17:18 nur noch mit einem Punkt. Wer nun Hoffnung auf eine Wende schöpfte, hoffte vergebens. Die Rhonestädter zogen gleich wieder davon zum sicheren Matchgewinn. Das wars dann und im Finalspiel besiegten sie auch noch Bergamo zum Turniergewinn.
Die Erfahrung hat sich gelohnt
Im Spiel um Platz 3 liess dann Trainer Bolle richtigerweise auch die mitgereisten Nachwuchsspieler ihr Können unter Beweis stellen. Zeitweise standen nur noch Schweizer Spieler auf dem Feld und machten dabei durchaus eine gute Figur. Das Spiel ging zwar verloren, aber dem Resultat kam eigentlich nur noch wenig bis gar keine Bedeutung mehr zu, nicht zuletzt deshalb, weil man ja am Vortag Cantú ganz klar schlagen konnte.
Wenn der Näfelser Trainer Schlüsse aus diesem Auftritt ziehen kann, dann vielleicht die dass mit dem CS Chênois ganz sicher zu rechnen sein wird in dieser Saison und die eigene Mannschaft noch nicht ganz so weit ist, um auch nach einer schlecht geschlafenen Nacht ganz einfach und trotzdem die Höchstleistung zu bringen. Schon beim Supercup in gut einer Woche haben die Spieler dann Gelegenheit zu zeigen, dass sie ein 2-tägiges Turnier auch zu gewinnen im Stande sind.
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Lugano_070915.pdf3.65 Mi



























































































