Sonntag, 15. Januar 2006; 18:30
Allgemein

Live-Online-Bericht zum Cup-Viertelfinalspiel Chênois - Näfels

Von: Bruno Müller

CS Chênois - SEAT Volley Näfels 3:1 (25:17, 27:25, 23:25, 25:19)   SEAT Volley Näfels schied in Genf gegen Chênois aus dem Swiss-Cup aus: Näfels konnte in Genf die Überraschung im vorweggenommenen Finalspiel nicht schaffen. Die Genfer, die in Passeur Kiyak und Captain Grün ihre besten Akteure hatten, waren über die Dauer der gesamten Pertie zu konstant und zu ausgeglichen, als dass Näfels, das auf seinen verletzten Angreifer Carlos Guerra verzichten musste, eine echte Siegchance bekam. Damit hat Näfels nur noch in der Meisterschaft eine Chance, den Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen.

 

1. Satz: Näfels startete schwach und ohne den verletzten Carlos Guerra und den angeschlagenen Stéphane Talmon-Gros. Mit insgesamt 5 Annahme- und 5 Servicefehlern sowie mehreren ins Aus geschlagenen Angriffen "schenkte" Näfels den Einheimischen diesen Satz praktisch durch lauter Eigenfehler. Einzig die Angriffe auf den Aussenpositionen über Schnider und Jamelão waren eine gute Näfelser Waffe. Die Genfer spielten solide und machten ihrerseits keine vermeidbaren eigenen Fehler.

 

2. Satz: Näfels kam von Beginn weg besser ins Spiel und machte jetzt viel weniger Eigenfehler. Zur Mitte des Satzes stand es 14:14. Das Spiel war während des ganzen Satzes sehr ausgeglichen, die beiden Teams lagen immer gleich auf bis zum 23:23. Den Ball zum ersten und einzigen Satzball für Näfels erreichte Schnider mit einem Blockoutangriff. Grün aber verwertete das Sideout und liess gleich noch ein Service-Ass folgen. Den nächsten Service schlug er aber zum 25:25 ins Aus. Doch die nächsten zwei Punkte buchte Chênois dank eines Servicefehlers von Guiga und einem verwerteten Satzball von Gustavo Meyer (Blockout-Angriff), wobei dieser Ball wahrscheinlich im Out landete, der unsichere Linienrichter ihn aber zugunsten der Genfer gut gab.

 

3. Satz: Näfels startete gut und führte 8:6, doch danach buchte Chênois 5 Punkte in Serie und zog mit 11:8 in Front. Danach rannte Näfels diesem Rückstand immer hinterher, glich aber bei 20:20 zum ersten Mal wieder aus. Danach lautete der Stand 21:21, 22:22. Die erste Führung gelang Näfels zum 23:22, dann 23:23. 24:23 und Satzball für Näfels (Servicefehler Chênois). Der leicht verletzte Talmon-Gros, der Mitte des Satzes ins Spiel kam, buchte mit einem Blockpunkt den dritten Satz zu Gunsten von Näfels.

 

4. Satz: Näfels beginnt den Satz sehr schwach und geriet mit 1:6 in Rückstand. Wohl waren sie ob des knappen Satzgewinns etwas unkonzentriert, war es schliesslich der erste der ganzen Saison gegen diesen Gegner. Die Spielstände bei den technischen Time-Outs waren 8:3 und 16:10 für Chênois. Der Punktestand wuchs in der Folge über 17:11, 18:12, 19:13, 20:14, 21:17, 22:18 auf 23:19. Den ersten Matchball für Chênois verwerteteten die Genfer mit einem Block auf Schnider.

Fazit: Chênois war nicht der haushoch überlegene Gegner, Näfels rückt näher aber vielleicht kam diese Begegnung ganz einfach noch etwas zu früh. 2003 hatten wir eine ähnliche Situation und etwas überraschend wurde damals Näfels Meister im dritten Spiel in Genf. So ist also noch nicht aller Tage Abend und die Glarner haben gewiss noch das viel grössere Steigerungspotenzial als die Genfer. Diese spielen schon seit längerer Zeit auf hohem Niveau und dies ohne Verletzungspech. Man darf auf den Verlauf der Play-offs also gespannt sein.