Kyle Friend über Entrecôtes, Schokolade, Matterhorn und vieles mehr
Der Amerikaner Kyle Friend in den Diensten von Biogas Volley Näfels erlaubt einen spannenden Einblick ins sein Dasein als Fremder und Volleyball-Profi im Glarnerland. Der aufgestellte und fröhliche Mann aus Florida weiss nicht nur als Volleyballer zu gefallen.
Mit Kyle Friend spielt auch dieses Jahr neben Captain Dan Alexander ein zweiter US-Amerikaner bei Näfels. Geboren und aufgewachsen ist Friend nahe Miami in Florida. Dort weilte er auch über die Festtage für kurze Zeit. Dabei überraschte er seinen Papa und seine Schwester, die nichts von seinem Überraschungsbesuch wussten, den er zusammen mit seiner Mama organisierte. Nach der intensiven Zeit im Dezember genoss er das Zusammensein mit seiner Familie, das herrliche Wetter und die Kochkünste seiner Mutter. À propos Essen: Sein Lieblingsessen sind richtige Entrecôtes. Doch hier könne er sich das kaum leisten, das sei so teuer, meinte er. Aber auch Milchschokolade mit Haselnüssen – am liebsten jene vom weltberühmten Chocolatier aus Bilten - liebt er über alles.
Der beste Freund
Mit 18 Jahren zog es Kyle Friend nach Kalifornien. Dort lernte er Dan Alexander kennen, mit dem zusammen er studierte. Mittlerweile bezeichnet er seinen aktuellen Team-Captain als seinen besten Freund. In Los Angeles promovierte er als Betriebswirtschaftler, genoss aber auch das Leben an der Huntington Beach, wo er jede freie Minute verbrachte und oft Beach-Volleyball spielte. Dass er jetzt wieder mit Dan Alexander zusammen ist, betrachtet er als grosses Glück. Dies mache das Leben in der Ferne viel einfacher, erklärt er. Mit seiner Familie und Freunden ist er dank der heutigen Technologie sehr gut vernetzt. Heimweh komme nie auf, er sei sich gewohnt, auswärts zu leben, verrät Kyle Friend.
Dass er dieses Jahr in Näfels landete, ist weitgehend Näfels‘ Captain Dan Alexander zu verdanken. Kyle Friend erzählt: „Ich hörte viel Gutes von Dan über Näfels, dass die Leute nett und die Landschaften und die Dörfer sehr schön seien. Dazu vernahm ich nur Positives über Trainer, Team und Manager. So war es ein einfacher Entschied für mich.“ Lachend ergänzt er: „Und dann kaufte mich Näfels“.
Das Staunen über die Schweiz
Vorher spielte Friend zwei Jahre in Schweden bei Tierp und zuvor in der zweiten deutschen Bundesliga bei Hannover. Einen Vertrag in Europa als Profi zu erhalten, bezeichnet er als seinen sportlich bisher grössten Erfolg. In Hannover lernte er auch etwas Deutsch, doch hier in der Schweiz sei das so schwierig mit dem „Schwiizer-Deutsch“, erklärt er. Trotzdem beeindruckt ihn die Schweiz sprachlich sehr. „Vier Sprachen werden in diesem Land gesprochen. Innert zweier Autostunden ist man in einem anderen Sprachgebiet. Das ist für mich als Amerikaner kaum vorstellbar, das ist verrückt und sehr interessant“, meint er staunend.
Wir sind das beste Team
Vom Volleyball in der Schweiz hat er einen guten Eindruck erhalten und sagt: „Es gibt viele starke Teams, das Niveau ist gut. Aber wie fast überall gibt es eine grosse Diskrepanz zwischen den besten und den schwächeren Teams.“ Als stärkstes Team stuft er Näfels ein. Er begründet dies mit dem Sieg in Lausanne und dem gelungenen Auftritt gegen Lugano. Seine besten Qualitäten seien in der Verteidigung und seine Schnelligkeit, urteilt er über sich selber. „Ich muss aber im Angriff und beim Service noch besser und beständiger werden und weniger Fehler machen“, zeigt er sich aber auch selbstkritisch.
Nicht nur das Sportliche passt Kyle Friend in der kleinen Schweiz gut, auch das Leben und das Land machen ihm Spass. „Als Fremder hier zu sein ist sehr angenehm, alle sind so nett“, lobt er seine Umgebung. Landschaftlich hat ihm bisher Lausanne mit dem See am besten gefallen. Aber auch die Berge machen ihm richtig Eindruck. Mitten in den Bergen zu wohnen sei für ihn eine neue Erfahrung und noch immer staune er auf der Fahrt ins Training ob der hohen Berge, verrät er.
Nickerchen und Kaffee trinken
Sein bester Ausflug führte ihn zusammen mit Alexander allerdings über die Landesgrenze zum Oktoberfest. „Die Reise mit dem Auto war genau wie München sehr beeindruckend.“ Ein absolutes Muss für den 26-Jährigen ist nach Abschluss der Saison ein Besuch in Zermatt, denn er will das Matterhorn unbedingt sehen. Während der Saison liegen kaum grössere Ausflüge drin, zu knapp ist die Zeit. In der Freizeit macht der 1.93 grosse Mann gerne mal ein Nickerchen, schaut Filme und TV-Shows, vergnügt sich mit Videogames, aber auch Skypen mit der Familie und auswärts einen Kaffee trinken gehören zu seinem Programm. Seine Lieblingsmusik ist „Indie“, ein spezielle Art von Rockmusik.
Kyle Friend startete nach den kurzen Ferien mit viel Elan ins neue Jahr. Er ist überzeugt, dass seine Formkrise, die er vor Weihnachten durchlebte, als ihm das Vertrauen fehlte, Vergangenheit ist. Fortan will er wieder sein ganzes Können auspacken und mit Biogas Volley Näfels Richtung Play-off Final marschieren, genau so, wie es Teammanager Ruedi Gygli vom ganzen Team nach dem Cup-out fordert.



























































































