Ivan Bedrac und Daniel Werner - Ein Blick zurück
In der Pause des Meisterschaftsspiels zwischen Näfels und Lugano verabschiedete und bedankte sich die Vereinsleitung unter der von Biogas Volley Näfels bei Ivan Bedrac und Daniel Werner nach deren Rücktritten vom Spitzenvolleyball am Ende der letzten Saison. Martin Landolt würdigte in seiner kurzen Rede deren Erfolge und Leistungen. Der Rückblick von Ivan und Dani auf ihre Karriere fällt sehr positiv aus.
Ivan Bedrac gab sein Debüt in der ersten Mannschaft im Alter von 17 Jahren in der Saison 02/03. Er durchlief die ganze Schule von Volley Näfels, war in seiner frühen Jugend aber auch das lebendige Maskottchen als Teddybär, Balljunge und Wischer – einfach ein richtiger Näfels Fan und sehr motivierter Junior. „Es war der Traum jedes jungen Spielers in der NLA spielen zu können“, verriet er. Bedrac holte fünf Meistertitel und drei Cup-Siege, hatte im Europacup in zahlreichen Ländern seine Auftritte und stand mit der Nationalmannschaft auf anderen Kontinenten im Einsatz.
Dani: „Genüge ich den Anforderungen?“
Während der letzten acht Jahre war Daniel Werner sein Weggefährte. In der Saison 05/06 spielten die beiden zusammen bei Volero nach Bedrac‘ Abstecher und Lehrjahr in Zürich. Werner war der Libero, Bedrac der Passeur. In dieser Rolle spielten beide im Jahr darauf bei Näfels. Für Daniel Werner war der Schritt vom Amateur zum Halbprofi etwas vom Besten. „Nicht nur volleyballerisch, sondern auch menschlich lohnte sich der Wechsel. Ich habe viele neue Beziehungen aufbauen können“, schaut Werner zurück. Er erinnert sich gut an den Moment, als Näfels ihn anfragte, ob er als Libero ins Glarnerland wechseln wolle. „Mit Volero spielten wir hinten raus, das war doch ein grosser Niveauunterschied zu den Besten. Da fragte ich mich schon, ob ich den Anforderungen genüge würde“, verrät er.
Am Ende der letzten Saison verabschiedeten sich Bedrac und Werner vom Spitzensport.
Bedrac begann im Frühjahr eine mehrjährige berufsbegleitende Ausbildung und spürte, dass zehn Jahre genug waren, er mehr Zeit für andere schöne Sachen haben wollte. Werner tat sich mit dem Entscheid schwerer und begründet seinen Rücktritt damit, dass er sich letzte Saison oft müde fühlte, körperliche Probleme hatte und nicht mehr das brachte, was er selber von sich erwartete.
Ivan: „Super Mannschaft!“
Beide spielen weiterhin bei Näfels, Bedrac als Diagonal-Angreifer in der 2.Liga und Werner als Annahme-Spieler in der 1. Liga. „Ohne Volleyball geht es nicht - ich brauche dieses Ausbrechen aus dem alltäglichen Rhythmus“, ergänzt Werner.
Im Rückblick sehen beide den Meistertitel 2011 als das schönste Erlebnis, nachdem man zuvor zwei Jahre untendurch musste. „Das war eine Super-Mannschaft“, schwärmt Bedrac. Für Libero Werner war aber auch seine zweitletzte Saison ein Höhepunkt. „Da spielte ich mein bestes Volleyball, nützte dem Team am meisten“, begründet Flying Daniel, der mit unglaublichen Verteidigungsaktionen viel zum Gewinn der Bronzemedaille im Jahr 2012 beitrug. Als Kontrapunkt dazu sieht Werner das Spiel im Buchholz, als Näfels gegen Münsingen verlor und nach dieser Niederlage 2008 in die Play-out Runde verbannt wurde. „Solche Schlüsselmomente bleiben genauso im Kopf haften wie all die unvergesslichen schönen Erinnerungen“, sagt Werner. Für Bedrac war es vor allem der verlorene Cup-Final vor zwei Jahren gegen Amriswil, der als Negativpunkt haften bleibt.
Dani: „Extrem Gas geben“
Bedrac und Werner erlebten bei Näfels zwei sehr gute Trainer. Juan Manuel Serramalera und Dalibor Polak erhalten von ihnen Höchstnoten. Beim Argentinier sei die Matchvorbereitung unglaublich stark gewesen. Dazu kam eine gewisse Lockerheit, doch habe er auch extrem Gas geben können. Und in Bezug auf Dalibor Polak, der als Spielertrainer während der letzten vier Jahre ihr Chef war, erklären sie, dass er es perfekt schaffe die Bedürfnisse der Profis und Amateure unter einen Hut zu bringen.
Die Bilanz der Karriere fällt bei Werner und Bedrac sehr positiv aus. Libero Werner erzählt: „Das war einer super Abwechslung zum Job. Ich konnte intensiv das machen, was meine Passion ist. Super war auch das Zwischenmenschliche und dass wir als Team zusammen etwas erreichen konnten.“ Für Passeur Bedrac waren hauptsächlich die gesammelten Erfahrungen eine wertvolle Bereicherung. Er sagt: „Nur im Spitzensport ist es möglich auch in jungen Jahren so nahe dabei zu sein. Im Geschäftsleben geht das nicht.“ Dabei denkt er an Auftritte auf dem internationalen Parkett, Trainerwechsel und die Verantwortung, die jeder einzelne übernehmen muss.
Ivan: „Lugano wäre…“
Sowohl Bedrac wie Werner bereuen ihre gefällten Entscheide nicht. Das meiste würden sie wieder gleich machen. Bei Bedrac kommt einzig etwas Reue auf, dass er nach dem Meistertitel 2011 das Angebot von Lugano nicht annahm, aber der Kopf habe damals für den Job entschieden, erklärt er. Werner würde organisatorisch Gewisses anders gestalten, wie beispielsweise weniger arbeiten, sich mehr Erholungszeit gönnen. Dazu würde er das Krafttraining gezielter auf seine Funktion als Libero ausrichten, sagt er.
Einige Impressionen von Ivan und Dani



























































































