Heimische Präzisionsarbeit - Näfels gewinnt den Cup-Final dank Schweizer Volleyballern
Zum siebenten Mal in zwölf Jahren haben die Näfelser Volleyballer den Cup-Sieg errungen. Der Erfolg im Knockout-Wettbewerb hat im Glarnerland also Tradition. Die entscheidenden Impulse kamen am Samstag in Bern aber für einmal von Schweizer Spielern. Je vier Punkte erzielten Andy und Roman Sutter in der zweiten Hälfte des zweiten Satzes. Sie führten damit gegen Lugano nach verlorenem erstem Durchgang den Umschwung herbei. Andy Sutter wurde zum besten Spieler des Siegers gewählt - eine Bestätigung zuletzt gezeigter Leistungen. Die Strategie des Klubs sei zu versuchen, mit den besten Schweizern anzutreten, sagt Präsident Klaus Görauch zur Bedeutung des heimischen Schaffens.
Im vergangenen Sommer hatte Marco Bär, Passeur des Nationalteams, Amriswil verlassen, um in Näfels den Trainingsaufwand zu verdoppeln. Jetzt sei er ganz auf Volleyball fokussiert, sagt Bär zum Unterschied zu früher. Das Verständnis unter den Mitspielern sei durch die zusätzlichen Trainings besser. Dadurch könne er schnellere Pässe auf die Aussenpositionen spielen und passe generell viel präziser. Was Bär auch gemerkt hat: Die Schweizer müssten sich auf dem Spielfeld nicht verstecken, denn in Näfels spielten nicht die besten Ausländer der Liga: «Wir hatten diverse Partien, in denen die Schweizer das Spiel getragen haben.» Die Mannschaft von Näfels ist keine Ausnahme. Auch in anderen Klubs haben zunehmend Schweizer Spieler wichtige Rollen inne. So will auch Michel Bolle sechs Volleyballer ins Nationalteam aufbieten, die noch vor einem Jahr der Junioren-Nationalmannschaft angehörten: «Sie spielen alle in der Stammsechs einer Nationalliga-A-Mannschaft.» Die Zahl an guten Schweizern werde immer grösser, konstatiert der Nationalcoach - wenngleich sie noch zu gering sei, um das Team mit Erfolgsaussichten in eine EM-Qualifikation zu schicken.
Messen sich wenigstens die Glarner Nationalspieler bald mit der europäischen Spitze? Der europäische Volleyballverband hat angefragt, ob die Equipe allenfalls an der Champions League teilnehmen würde. Man habe noch nicht abgesagt, bestätigt Görauch das grundsätzliche Interesse; das finanzielle Risiko sei aber gross. Alleine an Meldegebühren sind 36 000 Euro zu überweisen - bei Siegprämien von 2500 Euro pro Partie. «Wir klopfen nun die Büsche ab», sagt Görauch. Neben Meldegebühr und Kosten des Spielbetriebs muss auch Geld für spielerische Verstärkung gefunden werden, sollen nicht alle Spiele verloren gehen. Vorige Woche unterlag Näfels Champions-League-Teilnehmer Innsbruck in einem freundschaftlichen Vergleich 1:3. Vor allem beim Aufschlag sei der Unterschied frappant gewesen, sagt Teammanager Ruedi Gygli.
Kein Exploit von Köniz
Der Cup-Final der Frauen ging klar zugunsten von Voléro Zürich aus: Zeiler Köniz blieb ohne Satzgewinn. Die Zürcherinnen wähnen sich daher auf dem richtigen Weg im Hinblick auf die Teilnahme am Final-Four-Turnier der Champions League (das am 24. und 25. März in Zürich ausgetragen wird). «Das Hauptziel war es, als Team aufzutreten», sagt Zuspielerin Robyn Ah Mow- Santos: «Das ist uns gut gelungen.» Noch im Januar war Voléro eine Ansammlung von Einzelspielerinnen, was den Trainer den Job kostete. Dagegen blockierten sich die Könizerinnen am Samstag durch ihre Nervosität selber. «Als Equipe haben wir kämpferisch alles gegeben, doch leider hat es technisch und qualitativ nicht geklappt», resümierte der enttäuschte Trainer Atay Dogu: «Wir wollten zu viel.»



























































































