Mittwoch, 24. September 2008; 16:05
Allgemein

Harter Mann mit sanfter Seite: Mittelblocker Silvio dos Santos

Von: Rolando K. Küng

SEAT Volley Näfels’ neuer Mittelblocker Silvio dos Santos (25) ersetzt André Miller und kommt wie dieser aus Brasilien. In der harten Profi-Liga Brasiliens ist er gereift und hat an der Seite von Passeur Guiga (bei Näfels in der Saison 05/06) mit Bento Vôlei als Stammspieler einen Mittelfeldplatz erreicht. Er ist verheiratet und hat einen kleinen Jungen von sechs Monaten.



Bild: rkk-Als Vater von João-Pedro hat Silvio seinen Sonnenschein immer dabei, aber natürlich auch eine grosse Verantwortung für ihn und seine Frau zu tragen



Ich hätte nie gedacht Volleyball-Profi zu werden

 

„Mit 15 Jahren war ich 1,89m gross, trotzdem wäre ich nicht von selbst auf die Idee gekommen Volleyballspieler zu werden. Da gab es aber in der Schule ein Turnier und alle wollten, dass ich da auch mitmache“, erzählt Silvio. Wie immer an solchen Turnieren, hatte es auch da wieder Talentspäher und demjenigen des Klubs Olympikus sei er dann aufgefallen und er habe ihn geholt. „So bin ich zum Volleyball gekommen und trainiere und spiele seit nunmehr zehn Jahren in diesem Sport“, blickt der Brasilianer zurück. Inzwischen sei er nicht nur älter geworden, sondern auch noch sieben Zentimeter gewachsen und natürlich habe er unter den verschiedenen Trainern auch sehr viel gelernt. Die letzten zwei Jahre spielte er bei Bento Vôlei, in der Superliga Brasiliens. Dieser Klub liegt in der Stadt Bento Gonçalves (100'000 Einwohner), ganz im Süden Brasiliens, im Bundesstaat Rio Grande do Sul. Man sagt, dass das Leben da durch die vielen Einwanderer sehr europäisch ist. Es ist die Weinhauptstadt des Landes und wird jährlich von vielen Tausend Touristen besucht.

 

 

Jeder Superliga-Profi träumt von Europa

 

Eigentlich stammt er ja aus Rio de Janeiro und hat dort im Juniorenalter auch schon unter Trainer Carvalho trainiert. So war es nahe liegend, dass dieser ihn anfragte, ob er mit ihm zusammen zu Näfels in die Schweiz gehen wolle. „Klar habe ich zugesagt, ein solches Angebot bekommt man schliesslich nicht alle Tage“ und fährt fort: „Fast jeder Spieler in unserer Superliga träumt davon, seine Erfahrungen in Europa zu machen und dort sein Geld zu verdienen“. Auf das Klima angesprochen, meint Silvio, dass es bisher noch keine Probleme gebe, aber er sei sich schon bewusst, dass die Winter hier sehr kalt seien. Dabei denkt er natürlich auch an seine Frau und seinen kleinen Buben. „Er ist das schönste Erlebnis was mir bisher in meinem Leben passiert ist“. Wenn es ihm und seiner Familie gefällt und der Klub auch mit ihm zufrieden ist, kann er sich gut vorstellen, hier auch länger als nur eine Saison zu spielen. Im Sternzeichen des Löwen geboren, verfügt er als Volleyballspieler über eine sehr gute Sprungkraft und ist stark in Angriff und Service, was er bisher auch bereits gezeigt hat. All seine Fähigkeiten wird der Carioca ins Team einbringen müssen, damit er zusammen mit seinen Mitspielern den Glarner Traditionsverein wieder auf die Erfolgsstrasse zurück führen kann.