Freitag, 30. September 2022; 17:32
NLA

Harte Brocken für Volley Näfels zum Saisonauftakt

Volley Näfels’ neuer Trainer Matjaž Hafner verfolgt vorerst nur ein Ziel: Er will Näfels wieder in die Top-4 bringen. Sollte dies gelingen, sei in den Play-Offs immer viel möglich, meint der Slowene.

Mit Matjaž Hafner sprach Köbi Hefti 

Sie sind seit rund zwei Monaten in Näfels. Was sagen Sie zu Ihrem neuen Domizil?

Im Moment kann ich nur eines sagen: Alles ist sehr gut und wunderschön. Die Spieler gaben mir ein Fahrrad und ich machte damit einige Ausflüge, beispielsweise ins Klöntal oder zum Walensee. Noch öfter war ich aber mit dem Auto unterwegs, um bei herrlichem Wetter diese unglaubliche Umgebung auszukundschaften.

Welchen Eindruck haben Sie bisher von Ihrem Team Volley Näfels?

Es ist ein sehr junges Team, vor allem einige einheimischen Spieler sind noch sehr jung. Doch alle arbeiten sehr hart, ich habe nichts auszusetzen. Mein Assistenz-Trainer Álvaro Jurado Moreno leistete im physischen Bereich ausgezeichnete Arbeit. Ich hatte hier in Näfels bisher eine tolle Arbeitszeit mit all den Leuten aus und rund um den Verein.

Sie waren viele Jahre erfolgreicher Trainer bei Aich/Dob in Kärnten. Was ist in der Schweiz anders als in Österreich?

Ein Hauptunterschied ist, dass wir in Österreich unsere eigene Halle hatten, welche immer zur Verfügung stand. Hier läuft alles nach Plan, weil die Halle sonst besetzt ist. Bei Aich/Dob konnten wir jederzeit und so lange wir wollten trainieren. Aber auch in Österreich gibt es viele Spieler wie hier, die noch arbeiten und keine Profis sind. Eine grosse Differenz ist, dass in Österreich nur zwei oder drei Teams zumindest halbprofessionell aufgestellt sind, im Gegensatz zur Schweiz, wo dies üblich ist. Ich denke aber, dass das Niveau in beiden Ländern ähnlich ist.

Erst am Mittwoch stiess mit Leandro Mejia der letzte Ausländer zum Team. Besonders für Mittelblocker ist die Abstimmung sehr wichtig. Wie gross ist das Handicap dieser sehr kurzen Vorbereitung?

Das Gute ist, dass Leandro bei einem Turnier in Chile im Einsatz war und hoffentlich fit, in guter Form und unverletzt ist. Aber klar, es ist taff ihn aufs Feld zu stellen, denn die Abstimmung mit den Zuspielern muss noch gefunden werden. Doch dies ist immer noch besser als was wir bisher hatten - mit nur zwei Mittelblockern. Im Training waren wir oft gezwungen zu improvisieren. Ich habe Videos von Mejía gesehen, er ist ein guter Spieler. Doch er muss in unser Spielsystem integriert werden.

Wie lange wird dies dauern?

Ich hoffe, dass wir es schaffen, damit er beim ersten Spiel im Europacup in knapp zwei Wochen gegen PAOK Thessaloniki zu hundert Prozent im Team integriert ist.

Mit Passeur Podleśny Błażej, Diagonalangreifer Antti Ropponen und dem Rückkehrer Nico Beeler kamen nur drei Spieler neu auf diese Saison zu Näfels. Mejía stiess diese Woche noch dazu. Wie wichtig ist es für Sie, dass sie doch auf ein zum grossen Teil eingespieltes Team setzen können?

Das ist sehr hilfreich, denn die Spieler kennen sich und wissen, wie sie reagieren, auch unter Druck und im Ernstkampf.  Zudem kennt das Team Rückkehrer Beeler bereits gut und Zuspieler Podleśny war während eines Jahres mein Passeur bei Aich. Somit sind nur Ropponen und Mejía neu. Das ist gut, weil der Charakter des Teams dadurch gegeben ist und ich als Trainer nicht künstlich Druck simulieren muss, um dies zu spüren.

Das Team von Näfels besteht aus fünf ausländischen Profis und vielen Spielern aus der Region. Welche Chancen räumen sie den einheimischen Spielern ein, um sich in die Starting-6 zu spielen?

Vorab, wir müssen sehen, welches Ziel der Verein verfolgt. Für mich sind gute Resultate das Ziel. Ob einheimische oder ausländische Spieler, wir müssen uns als ein Team vorbereiten, in welchem immer alle alles geben. Da spielt es keine Rolle ob Profi oder nicht, ob Einheimischer oder Ausländer. Am Ende zählen die Resultate. Alle Spieler erhalten ihre Chancen. Wir wollen nach der Qualifikation zu den besten vier Teams gehören. Der Schlüssel dazu ist ein Team mit jenen Spielern auf den Platz zu schicken, welches dafür die grössten Erfolgsaussichten hat.

Die Ziele von Näfels sind wie immer sehr, sehr hoch. Eine, lieber zwei Finalqualifikationen seien das Ziel, sagt Teammanager Bedrac. Was sagen Sie dazu?

Ja, sicher, dies möchte ich auch. Doch mein erstes Ziel ist, in der Meisterschaft zu den besten vier Teams zu gehören. Ich weiss, dass Näfels dieses Ziel in den letzten Jahren stets verfehlte. Der Meisterschaftsmodus erlaubt es nicht, schlechte Spiele zu haben. Wir müssen gut spielen, die Fehlerquote tief halten und möglichst viele Spiele gewinnen um in die Top-4 zu kommen. Wenn wir dies schaffen, dann ist in den Play-Offs immer viel möglich. Allerdings kenne ich noch nicht alle Teams, weiss nur, dass Amriswil auf dem Papier erneut das stärkste Team ist.

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Team kurzfristig?

Wir haben einen harten Start, spielen die ersten drei Partien gegen Schönenwerd, Lausanne UC und Amriswil und somit gegen drei Halbfinalisten des letzten Jahres. Dazu treten wir zweimal auswärts an. Wir möchten möglichst viele Punkte ergattern. Mein Ziel ist es, besser zu sein als letztes Jahr, als es zu Beginn drei Niederlagen absetzte.

Am Samstag spielen Sie daheim gegen Schönenwerd, am Sonntag in Lausanne gegen LUC. Haben Sie die beiden Teams schon spielen sehen?

Mein Assistent und ich fokussieren uns ganz auf Schönenwerd. Wir haben die Solothurner gesehen. Das ist ein gutes Team, dem wie uns ein Spieler fehlte. Wie Näfels setzt auch Schönenwerd auf einige Ausländer. Dazu hat es mit Luca Ulrich einen Spieler, der letzte Saison noch in Italiens A1 spielte und entsprechend gut ist. Ich weiss nicht, wer Favorit ist, aber wir spielen daheim. Ich hoffe, dass wir gut spielen und das Spiel gewinnen können. Das Spiel am Sonntag gegen LUC wird erst nach dem Spiel am Samstag zum Thema für uns.

Wenn Sie einen Wunsch offen hätten, wie lautet dieser?

Dass wir alle gesund und von Verletzungen verschont bleiben.

 

Qualifikation 1./2. Runde

Volley Näfels – Volley Schönenwerd, Lintharena, Näfels, Samstag, 1. Oktober 2022, 17:00

Lausanne UC – Volley Näfels, SOS, Dorigny, Sonntag, 2. Oktober 2022, 17:30

Matjaž Hafner: Der Slowene hat ein klares Ziel, er will mit Näfels zurück in die Top-4

Viele bekannte Gesichter bei Volley Näfels

Álvaro Jurado Moreno: Der Assistenztrainer ist Spanier und sorgte dafür, dass die Spieler fit in die neue Saison starten

Sportchef und Coach: Eine Finalqualifikation ist das Wunschziel

Leonardo Mejía: Am Montag noch in Chile, trainierte der Mittelblocker aus Kolumbien am Mittwoch erstmals mit seinen neuen Näfelser Teamkollegen

Antti Ropponen: Der Diagonalangreifer aus Finnland ist zusammen mit Mejía einer der beiden echten und unbekannten Neulinge

Nico Beeler: 2014 gewann Nico mit Näfels den Cup, um danach im Sand sein Glück zu versuchen. Jetzt ist er wieder zurück im Glarnerland bei einem seiner beiden Herzensvereinen

Błażej Podleśny: Der neue Passeur aus Polen und Trainer Hafner kennen sich bestens, da beide ein Jahr bei Aich/Dob in Österreich tätig waren

Spielplan: 3 Qualifikationsrunden, 9 Heimspiele und dann der Strich: Nur für die ersten vier gibt’s danach Play-Off-Stimmung