GM Capital Cup: Gelingt es Näfels entspannt in Belgien vier Sätze zu gewinnen?
Wenn man es nüchtern betrachtet, reist SEAT Volley Näfels nach Belgien zu einem guten Trainingsspiel. Nach der 0:3-Niederlage gegen Puurs wäre es vermessen, noch an einen Erfolg zu glauben. Ein solcher käme nur noch über einen Sieg in drei Sätzen plus dem Gewinn des Golden Sets über 15 Punkte zustande. Ein kleines Wunder - oder doch nicht?
Gross war im Vorfeld des Hinspiels der Optimismus um im Challenge Cup gegen den belgischen Vertreter von VC Argex Duvel Puurs bestehen zu können. Nach der klaren Dreisatz-Niederlage vom Hinspiel kann SEAT Volley Näfels nun völlig entspannt aufspielen. Zu verlieren haben die Näfelser nichts mehr.
Der Challenge Cup ist nach dem CEV Cup und der Champions League nur der dritte Wettbewerb, welcher durch den Europäischen Volleyballverband, CEV organisiert wird. Wer hier in Hin- und Rückspiel nicht besteht, ist ausgeschieden. Lausanne UC und Volley Amriswil haben den Vorteil im CEV Cup angetreten zu sein. Auch sie werden gegen Spitzenklubs aus Frankreich und Italien nicht bestehen können. (auch sie haben die Hinspiele in drei Sätzen verloren) Dürfen aber wenigstens noch eine Stufe tiefer die nächste Runde im Challenge Cup bestreiten und können sich Anfangs Januar also noch einmal auf der grossen europäischen Bühne zeigen.
Der Unterschied war gar nicht so gross
Man konnte nicht unbedingt damit rechnen, dass SEAT Volley Näfels gegen den gegenwärtig Sechsten der belgischen Meisterschaft nicht bestehen kann. Puurs hat aber gezeigt, dass in ihrem Championnat ganz einfach ein viel höherer Rhythmus gespielt wird. Geradezu überfahren wurden die Spieler um Captain Gustavo Meyer zu Beginn des Spiels in Näfels. Mit zunehmender Dauer kamen die Glarner aber besser ins Spiel, doch zu einem Satzgewinn reichte es trotzdem nicht. Diagonalspieler Polak spielte zuweit unter seiner Normalform und dies gab sicher den Ausschlag gegen Volley Näfels. Jeder der das Spiel gesehen hat, hatte aber danach irgendwie das Gefühl, dass der Unterschied zwischen diesen beiden Mannschaften eigentlich gar nicht so gross war.
Frei von der Leber weg spielen
Es kann also auch sein, dass es dem Team gelingt, in Puurs die paar kleinen Fehler weniger zu machen und das Momentum auf seine Seite zu zwingen. Klar braucht es dazu eine Top-Leistung der ganzen Mannschaft. Aber warum sollte sie, jetzt ohne Druck, nicht in der Lage sein, ein Spiel von der Qualität desjenigen gegen Lausanne UC abzurufen? Viele kleine Details vor dem Spiel bestimmen nicht unwesentlich die Leistung während eines Matches. Wer weiss jetzt schon wie gut und wie teuer Näfels seine Haut verkaufen kann und wird? Im Sport wie im Leben sollte der Blick auch immer nach vorne gerichtet sein. Deshalb ist nach dem Spiel auch schon wieder vor dem Spiel. Und das Spiel nach demjenigen gegen Puurs ist die schwierige Auswärtspartie gegen Volley Amriswil. So wäre doch ein gutes Spiel mit möglichst wenig Eigenfehlern genau das richtige Training im Ernstfall, um dann für die Begegnung gegen die Thurgauer viel Schwung und Mut zu holen. Nirgends steht geschrieben dass ein Spiel gegen eine italienische Mannschaft mit Weltklasseniveau die bessere Vorbereitung sein soll, als gegen den Sechsten der belgischen Meisterschaft zu spielen und dort leistungsmässig mithalten zu können. Viel Schwung wird SEAT Volley Näfels sowieso aus Belgien zurückbringen und sollte auch noch das Resultat nachher zu weiteren Top-Leistungen anspornen, so könnte der Teilnahme an diesem Challenge Cup doch noch viel Positives abgewonnen werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt und so wollen wir das gegenteilige Szenario auch noch nicht einmal gedanklich durchspielen.



























































































