GM Capital Challenge Cup: SEAT Volley Näfels nicht europatauglich
SEAT Volley Näfels kassiert beim ersten Auftritt in einem europäischen Klubwettbewerb dieser Saison gegen die Belgier von Argex Duvel Puurs eine empfindliche 0:3-Niederlage. Damit stehen die Chancen auf ein Weiterkommen in die nächste Runde praktisch gleich Null und das Rückspiel in einer Woche kommt einem guten Trainingsmatch gleich.
Wie die Feuerwehr starteten die roten Teufel aus Belgien. Stark am Service und mit viel Druck und ohne Fehler im Angriff. SEAT Volley Näfels hatte dem zu Beginn nicht viel entgegenzusetzen. Irgendwie liessen sich die Näfelser ziemlich beeindrucken vom Auftritt Ihres Gegners. Daraus resultierte eine klare Führung der Gäste mit vier Punkten, sowohl im ersten, als auch im zweiten Timeout. Mit zunehmender Dauer des Satzes kamen aber auch die Glarner ins Spiel. Es bedurfte einer Erhöhung des Drucks beim Service und weniger Fehlern im Angriff, damit sich die Gastgeber mit kleinen Punktserien wieder herankämpfen konnten. Unter riesigem Jubel buchte Gustavo Meyer nach einer Rallye im längsten Ballwechsel des ganzen Spiels im vierten Anlauf den 20. Punkt zum erstmaligen Ausgleich. Doch damit nicht genug, Näfels zog auch sofort vorbei und buchte das 23:21. Der Satz schien gelaufen. Doch da hatte Puurs entschieden etwas dagegen. Nicht nur holten sie den Rückstand auf, nein sie hatten am Ende doch noch die Nase vorn in diesen Startsatz durch zwei Fehler von Polak, welcher heute irgendwie nie richtig ins Spiel fand.
Näfels zeigt Reaktion bleibt aber ohne Erfolg
Die Spieler um Captain Meyer liessen aber keineswegs die Köpfe hängen und erwischten einen Traumstart im zweiten Satz. Vor allem Fabian Brander punktete sowohl am Block wie auch im Angriff, er spielte aus vollen Rohren und machte gleich vier Punkte in Serie. 8:3 hiess es für Näfels, das laute Publikum reagierte euphorisch. Doch die Mannschaft unter Trainer Joop Verstuyft kam zurück und schafte bereits bei 12 Punkten wieder den Ausgleich. Zeit für ein Näfelser-Timeout. Leider nützte dieses aber dem Gegner weit mehr, als den Glarnern. Die Belgier waren es, welche nachher fünf Punkte in Folge buchten und jetzt schien der Satz zu ihren Gunsten gelaufen. Doch auch dies sollte sich als voreilig erweisen, denn auch SEAT Volley Näfels kam bei 20 Punkten noch einmal zum Ausgleich. Dank guten Services, mal taktisch als Float, mal hammerhart das Loch in der Annahme suchend, kam so Puurs auch in Bedrängnis. In dieser Phase zeigte erneut Meyer seine eigentlich grosse Klasse. Er verwandelte jeden Ball in einen Punkt. Daneben war aber vom andern Leistungsträger bei Näfels, Trainer und Diagonalspieler Polak weiterhin nichts zu sehen, ausser vielleicht Fehler. Zugut hatten die Blockspieler ihn im Griff und meldeten ihn im Angriff weiterhin praktisch vollständig ab. Der Wechsel zwischen Brander und Zurgilgen und wieder zurück nach einigen Punkten tat dem Spiel gut. Dann kam die grosse Show von Puurs-Passeur Sven Sophie. Gleich zweimal hintereinander erwischte er die Näfelser Verteidigung mit direkt übers Netz verwandelten Bällen. Das zeugte von seiner grossen Sicherheit und bedeutete erneut Satzball für die Belgier. Einen wehrte Brander noch ab, den zweiten verwandelten sie in einem Angriff auf Büsser, welcher den Ball leider nicht mehr kontrollieren konnte.
Lange Gesichter bei Präsident und Manager
Nun stand es 0:2, und die Verantwortlichen von SEAT Volley Näfels sahen die Felle langsam davonschwimmen. „Näfels passt sich nach unten dem Schweizer Niveau dieser Saison an und ist ganz einfach nicht europatauglich“ meinte ein frustrierter Präsident Klaus Görauch. „Man muss sehen, dass Belgien regelmässig die Endrunde der Europameisterschaft bestreitet. Puurs‘ Leistungsträger sind alles Belgier“, stellt Manager Gygli fest. Und weiter konstatierte er: „Wohl sind die ersten vier Mannschaften der CH-Meisterschaft sehr ausgeglichen, was das Ganze zwar spannend macht, aber trotzdem könnte keine dieser Mannschaften wirklich mithalten mit dem Sechsten der Belgischen Meisterschaft“, so das nüchterne Fazit von Gygli.
Puurs glaubte mehr an den Sieg
Wenn einer darauf wettete, dass die Belgier noch einbrachen, so hat er an diesem Abend Geld verloren. Libero Denis van Claster wurde zurecht zum besten Spieler seines Teams gewählt, aber auch was Passeur Sophie zeigte, war feines Volleyball. So sehr sich Gygli und ab Satz drei Bedrac auch bemühten, sie konnten die Angreifer nicht präszise genug zum Angriff lancieren. Van Calster aber auch die andern Annahmespieler Van der Wel und Deroey brachten Näfelser Angriffe immer dann zurück, wenn diese nicht wirklich 100% schnell und richtig platziert kamen. Bei 14 Punkten herrschte ein letztes Mal Gleichstand. Nachher verabschiedete sich Puurs Punkt für Punkt in Richtung Satzende und damit dem Gewinn glatt in drei Sätzen. Bei 19:24 kam der Gegner zum ersten Satzball. Einen Angriffsfehler und dem anschliessenden Timeout von Trainer Verstuyft später, buchte Bruno Benetti noch den 21. Näfelser-Punkt. Eine kleine Hoffnung keimte noch einmal auf. Doch vergebens, denn Deroey war es vergönnt, den Matchball zum 21:25 für die Belgier zu verwerten. Lautstark feierten die etwa drei Dutzend grosse Fangemeinde aus Puurs ihre Lieblinge, welche dieses Spiel verdient gewonnen haben, ganz einfach weil sie von der ersten bis zur letzten Minuten an den Sieg geglaubt haben.
Ein Trost vielleicht für die Glarner, dass auch ihr nächster Gegner in der Meisterschaft vom nächsten Samstag, der CS Chênois bei Mladost Zagreb in Croatien noch viel klarer verloren hat. So starten also beide Teams aus einer Niederlage in diesen Fight.
Matchtelegramm
Näfels, sgu, 02.12.2009, 19:30
Spieldauer 75 Minuten
Zuschauer: 400
SEAT Volley Näfels – VC Argex Duvel Puurs Be 0:3 (23:25, 23:25, 21:25)
SEAT Volley Näfels:
Gygli (Passeur), Werner (Libero), Meyer (Captain), Brander Fabian, Benetti, Büsser, Meyer, Polak; Zurgilgen, Bedrac
Spielertrainer: Polak
Puurs:
Sophie (Passeur, Captain), Van Claster (Libero), Van der Wel, Deroey, Biset, Degreef, Claerman; Rochtus, Corrales, Nolf (Libero), Rosseaux,
Coach: Verstuyft
MVP: Fabian Brander und Van Claster
1.SR: Giorgio Gnani Ita
2.SR: Mamdouh Baklouti Fra



























































































