Gigantische Näfelser holen in Lausanne den Supercup
Für Näfels kann die Meisterschaft beginnen. Im Final des Supercups bezwang es Titelverteidiger Chênois mit 3:1 (25:22, 25:22, 21:25, 25:23). Für die Glarner war es der achte Sieg im Supercup.
Einer war nach dem Triumph über Chênois, den grossen Dominator der letzten Saison, besonders glücklich. Passeur Marco Bär gewann nämlich seinen ersten nationalen Titel. «Es ist ein ganz besonderer Tag für mich. Nach so vielen zweiten Plätzen habe ich endlich einmal etwas gewonnen. Endlich konnte ich den Fluch, keinen Final zu gewinnen, überwinden», strahlte Bär. Nicht minder gross war die Freude natürlich auch bei den anderen Näfelser Zuzügern mit Schweizer Abstammung Samuel Büschi und Daniel Werner, die ebenfalls erstmals einen Siegespokal in den Händen halten konnten.
Interessante Abwechslung
Bis es gestern Sonntag am Genfersee allerdings soweit war, hatten die Näfelser ein ganz hartes Stück Arbeit zu verrichten. Obwohl Chênois nicht mehr die Stärke des letzten Jahres aufweist, hat es immer noch genügend Substanz, die gegnerischen Teams an einem guten Tag zu schlagen. Diesen zog gestern jedoch Näfels ein, obwohl es sich noch nicht gefestigt zeigte. Die ganze Partie war eine bunte Abfolge aus gutem Spiel und beinahe unerklärlichen Durchhängern.
Sechsten Matchball verwertet
In den ersten beiden Sätzen lag Näfels mehrheitlich in Führung und entschied diese Durchgänge relativ sicher für sich. Im dritten Durchgang riss dann der Faden und Seat Volley Näfels lag von Beginn des Satzes, mal deutlicher, mal weniger, im Rückstand.
Im vierten Abschnitt fanden die Näfelser den Tritt sofort und spielten sich bis zum 20:15 eine Fünf-Punkte-Führung heraus, die sie bis zum 24:18 sogar noch ausbauten. Dann kam bei Chênois Jaromir Grün zum Service, und für Näfels begann das grosse Geduldsspiel. Die Genfer machten mit den starken Aufschlägen Grüns im Rücken Punkt für Punkt gut und holten bis zum 23:24 auf. Das wars dann aber mit der Aufholjagd, und Näfels verwertete den sechsten Matchball zum Gewinn der ersten Trophäe in der Saison 2006/07.
Erster Aufsteller
Für Teammanager Ruedi Gygli war der Ausgang des Supercups erfreulich. «Nach dem letzten Jahr ohne grosse Erfolgserlebnisse ist der Sieg an diesem Turnier der erste Aufsteller in dieser Saison.» Weitere können durchaus folgen. «Wir haben keine überragenden Einzelspieler in der Mannschaft. Dafür sind wir wieder ein Team, das sich zusammen aufpäppeln kann, sollte es einmal nicht so rund laufen», so Gygli weiter.
Für Marco Bär war der gute Auftritt in Lausanne sogar etwas überraschend, «weil wir doch während der ganzen Woche hart trainiert hatten.» Weiters zeigte er sich erstaunt über die Homogenität, obwohl sie noch nicht lange zusammenspielten. «Mit jedem Training und Spiel werden wir uns noch besser verstehen», blickt er der am kommenden Wochenende beginnenden Meisterschaft zuversichtlich entgegen.
Pflichtaufgaben erfüllt
Die Qualifikation am Samstag hatte Näfels ohne grössere Schwierigkeiten hinter sich gebracht und Sursee (25:17, 25:18) und NLA-Aufsteiger Andwil-Arnegg (25:19, 30:28) problemlos sowie das mit viel Ambitionen in die Saison steigende Amriswil (25:22, 20:25, 15:12) mit etwas mehr Mühe bezwungen. Zum Sieg verhalf den Glarnern der grössere Siegeswille im dritten Satz. Gestern war für Marco Bär ein besonderer Tag, am Samstag war die Partie gegen Amriswil ein spezielles Spiel gewesen. In der Brust des langjährigen Amriswil-Spielers schlug ein gespaltenes Herz, wie er es selbst ausdrückte. Libero Daniel Werner, der in Prüfungsarbeiten steckt, war am Samstag die Doppelbelastung anzumerken. Im Final präsentierte er sich aber ganz auf der Höhe des Könnens und erreichte die unmöglichsten Bälle.



























































































