Freitag, 10. Oktober 2008; 17:45
Allgemein

Gelingt SEAT Volley Näfels gegen Sursee die Bestätigung?

Von: Rolando K. Küng

Am Sonntag kommt es in Sursee mit dem zweiten Spiel der noch jungen Saison zur Neuauflage des Abschlussspiels vom letzten Frühling. Damals verloren die Näfelser und wurden nur Sechste der Meisterschaft. Doch jetzt ist alles anders. Die Mannschaft hat ein neues Gesicht und ist gut gestartet.

 

 

Damals im März war die 2:3 Niederlage noch das Tüpfchen auf’s „i“ nach einer total verpatzten Saison. Der VBC Sursee lag in der Serie zurück und trotzdem gelang es den Luzernern noch, das Resultat zu drehen und schlussendlich den 5. Rang zu belegen. Für den gestrauchelten Titelverteidiger Näfels spielte das aber eigentlich auch nicht mehr wirklich eine grosse Rolle. Die Ziele wurden ohnehin klar verfehlt und alle Spieler dachten wohl nur noch an Ferien oder an ihre Heimreise.

 

Sursee mit komplett neuem Gesicht

Jetzt aber denkt niemand mehr an Ferien, im Gegenteil. Der Start in die Saison ist mit einem 3:0 Sieg gegen Lugano gut gelungen. Obwohl noch nicht absolut souverän, hat die neue Mannschaft von Näfels doch gezeigt, dass die letzte Saison bereits in weiter Ferne liegt. So ist es nun wirklich nur Zufall im ersten Auswärtsspiel ausgerechnet nach Sursee zurückzukehren. Und diejenigen welche im Frühling in Sursee dabei waren, werden wohl den neuen VBC Sursee nicht mehr wiedererkennen! Ein Blick in die Mannschaftsaufstellung der letzten Begegnung zeigt, dass nur gerade noch drei Spieler erneut gegen SEAT Volley Näfels antreten dürften. Die Innerschweizer beklagen einen grossen Aderlass an Spielern, sei es durch Rücktritt (Captain Nevosad) oder aber durch Wegzug in andere Klubs. Mike Morgenthaler der Libero ist nun Herr des Münsinger Rückraums, Mittelblocker Brett Dailey (Can) blockt nun TV Amriswil’s gegnerische Bälle ab und Passeur Denis Milanez ist samt Familie nach Brasilien zurückgekehrt.

 

Bruderduell bei Familie Brander

Trotzdem ist es den Verantwortlichen gelungen, auch wieder einige Spieler aus dem grösseren Einzugsgebiet um die Stadt am Sempachersee ins Team zu holen. Sie kommen aus Aarburg-Zofingen (Brander und Klemensberger), Therwil (Walzer), Münchenbuchsee (Heimgartner) und Luzern (Michail und Nujic). Durch den Zuzug von Michael Brander (19) ins Team der Innerschweizer kommt es am Sonntag auch wieder einmal zu einem Bruderduell. Fabian der Ältere der Branders spielt nun seine zweite Saison bei SEAT Volley Näfels und steht im Moment als Diagoalangreifer in der Stammformation.

 

Näfels ist Favorit, aber aufgepasst

Gestartet sind die Luzerner beim Supercup mit einer 0:3 Niederlage im Spiel um Bronze gegen den CS Chênois. Vorher haben sie aber Andwil-Arnegg und Münsingen geschlagen und der vierte Rang war bestimmt kein schlechtes Ergebnis für die neu formierte Mannschaft. Eine Woche später, diesmal in Münsingen, zum Auftakt in die Meisterschaft gab es aber eine klare Niederlage gegen die Aaretaler. „Das Spiel zeigte, dass Sursee’s unerfahrene Mannschaft über keinen Teamleader verfügt, der in kritischen Momenten das Spiel reissen und Ruhe in die Mannschaft bringen kann. Dies ist ein Manko des ausgeglichen besetzten Teams“, so die selbstkritische Analyse nach dem Spiel im Bericht auf der Site des VBC Sursee. Trotzdem gibt man sich kämpferisch: „Zu verlieren hat die Mannschaft gegen das erfolgreiche Näfels nichts“. Man sei gewillt alles zu tun um die erste Überraschung der Meisterschaft zu schaffen. Doch da hat Trainer Léo Carvalho mit seinem Team bestimmt ganz entschieden etwas dagegen. Obwohl Diagonalspieler Bruno Amorim immer noch von Verletzungssorgen geplagt ist, wird gerade Fabian Brander auf dieser Position und gegen seinen Ex-Klub mit viel Energie und Freude zeigen wollen, wie gut er inzwischen geworden ist. Die Absenz des Brasilianers dürfte also in diesem Spiel kein Problem sein. Gegen die Dragons aus Lugano erreichte die Mannschaft 40% Effizienz beim Service, 69% am Pass und 55% im Angriff. Da ist bestimmt noch einiges an Steigerungspotenzial drin, eigentlich gegen diesen Gegner ideal, sich ein weiteres Stück an die Bestleistung des Teams heranzutasten. Doch aufgepasst, obwohl auf dem Papier Favorit, müssen die Näfelser Volleyballer auf der Hut sein und diesen Gegner ja nicht unterschätzen. Sonst könnte ausser einem riesen Frust, plötzlich ein grosser Nuller in der Bilanz aufleuchten. Aber wie man spielen muss um zu gewinnen, weiss jeder der Näfelser Spieler nur zu genau und dabei soll auch die Favoritenrolle nicht zum Stolperstein werden.