Sonntag, 4. November 2007; 10:00
Allgemein

Für Meister Näfels gabs im Thurgau sauren Most

Von: Köbi Hefti

Der TV Amriswil besiegte im Ostschweizer Derby Näfels mit 3:1 (25:19, 25:11, 26:28, 25:20). Die Thurgauer waren die bessere Mannschaft und siegten verdient in einem Spiel, das von der Spannung, aber nicht von der Klasse lebte.

 

Die Thurgauer hatten im ersten Satz leichtes Spiel gegen den Meister. Nur gerade bis zum 6:6 war das Resultat ausgeglichen, dies dank einiger sehenswerten Aktionen von Miller in der Mitte. Doch dann riss der Faden, und nichts ging mehr. Die Amriswiler zogen davon und sicherten sich den ersten Satz klar mit 25:19.Die erhoffte Wende nach dem Kaltstart des Meisters blieb aus. Im Gegenteil, Amriswil dominierte nach Belieben und brachte Punkt für Punkt ins Trockene. Ganz anders Näfels. Ausgehend von mangelhaften Annahmen über mässige Zuspiele und ineffizienten und fehlerhaften Angriffen kamen die Glarner kaum zu Punkten. Das Ergebnis war entsprechend eindeutig. Bär, Willi, Schläpfer, Soares und Co. nutzten die Schwäche der Gäste gnadenlos aus und gewannen den Satz mit 25:11 überaus deutlich. «So einen schlechten Satz von Näfels habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen», meinte ein Vorstandsmitglied.

 

Hoffnung auf Wende

 

Der Pausentee zeigte Wirkung. Im dritten Satz entwickelte sich erstmals in diesem Derby ein ausgeglichenes Spiel. Der Grund lag aber nicht nur in der Steigerung der Glarner, sondern auch im Nachlassen der Thurgauer. Zwischen dem ersten und zweiten technischen Time-out liess Näfels erstmals in diesem Spiel seine Klasse etwas aufblitzen. Doch der Donner folgte sogleich mit einem Gewitter von sieben Amriswiler Punkten in Serie. Die 16:11-Führung verwandelte sich in einen 16:18-Rückstand. Amriswil kam zu zwei Matchbällen. Doch Näfels wehrte diese mit erfolgreichen Angriffen ab und kam selbst zu Satzbällen. Den zweiten verwertete Miller mit einem Angriff in der Mitte zum 28:26.

 

Amriswil liess sich nicht beirren

 

Der Start in den vierten Satz misslang Näfels. Trainer Michel Bolle nahm nach dem 1:4-Rückstand bereits das erste Time-out. Die Worte des Trainers wirkten, und Näfels fand zurück. Doch wenig später folgte dasselbe Lied. Trainer Bolle musste beim Stand von 8:12 bereits sein zweites Time-out nehmen. Auch diesmal blieb der Erfolg nicht aus. Dank sechs Punkten in Serie führte Näfels mit 14:12. Aber der TV Amriswil besann sich wieder auf seine Stärken. Vor allem die Blocks waren nun für Näfels mehr und mehr ein zu grosses Hindernis. So zogen die Einheimischen unaufhörlich davon und verwandelten ihren vierten Machtball zum 25:19.


Die Art und Weise, wie diese 1:3-Niederlage zustande kam, enttäuschte die Verantwortlichen und die mitgereisten Fans von Seat Volley Näfels. Zu vieles hat nicht zusammengepasst, zu viele Spieler erreichten ihre Normalform nicht.

 

Amriswil – Seat Volley Näfels 3:1 (25:19, 25:11, 26:28, 25:20)

 

Tellenfeld. – 450 Zuschauer. – Spieldauer: 95 Minuten. – SR Philippe Schürmann, Helmut Tschrischnig.


Amriswil: Bär (Captain, Passeur), Rutishauser ( Libero), Soares, Büsser, Willi, Schläpfer, Karic, Kertai, Prawdzic. Trainer: Baghdady Jalal.


Näfels: Bedrac (Passeur), Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Roman Sutter, Gygli, Büschi, Brander, Joelson, Miller, Vinicius, Trainer: Michel Bolle.