Donnerstag, 24. März 2016; 08:51
NLA

Für die Näfelser Volleyballer bleibt nun noch der Cupfinal

Von: Köbi Hefti

Nach der 1:3-Niederlage von gestern in Amriswil ist der Play-off-Final-Zug für Biogas Volley Näfels definitiv abgefahren. Nun gilt die ganze Konzentration dem Cupfinal vom 2. April gegen Lausanne UC.


Der Frust über den verpassten Play-off-Final war bei den Näfel­sern verständlicherweise riesig. «Die Enttäuschung ist gross, aber wir haben gegen einen starken Leader verloren. Amriswil hat gute Spieler in seinen Reihen . Immerhin spielten wir um einiges besser als gegen Schönenwerd am Samstag», sagte Näfels’ Captain Marco Gygli.

Die Entscheidung im ersten Satz fiel nach dem zweiten Time-out. Dank zwei Angriffspunkten und vier Fehlern von Näfels konnte Amriswil vorentscheidend von 16:15 auf 22:17 davonziehen. Einen Schreckens­moment erlebten die Thurgauer, als sich Thomas Brändli beim Stand von 22:18 verletzte und sie deswegen kurzzeitig aus dem Tritt gerieten. Sie zogen das Ding aber dennoch durch und holten sich den Startdurchgang mit 25:21. Den spektakulärsten Punkt errangen jedoch die Näfelser. Mit einem Smash aus einer absoluten Notsituation punktete Passeur Marco Gygli zum 13:13.

Erstarkte Näfelser
Der Ausfall von Mittelblocker Brändli wirkte sich bei Amriswil erst im zweiten Satz aus. Die Thurgauer waren im Vergleich zum ersten Satz nicht mehr wiederzuerkennen. Es spielte nur noch Näfels. Die Glarner diktierten die Offensive klar, Amriswil war im Angriff praktisch inexistent. Auch ein Time-out beim Stand von 9:13 brachte bei den Thurgauern nicht die von ihnen erhoffte Wirkung. Näfels verwaltete seinen Vorsprung von vier und mehr Punkten locker und sicherte sich den zweiten Satz mit 25:19.

Chance Nr. 1 verspielt
Nach dem Motto «Abwechslung macht das Leben süss» war im dritten Satz wieder Näfels an der Reihe, den eigenen Level nicht zu erreichen und fehlerhaft zu spielen. Mit schwachen und dadurch wirkungslosen Annahmen sowie überhaupt nicht funktionierenden Side-outs machten es die Näfelser Amriswil einfach, zu Punkten zu kommen. Topskorer Steigmeier und erfolgreiche Blocks trugen das ­Ihrige dazu bei, dass Amriswil diesen Satz relativ locker mit 25:21 für sich entschied. Auf diese süsse Abwechslung hätten die Näfelser verzichten können. So wie die Amriswiler auf den Besuch der Verletzungshexe. Nach Brändli musste auch Libero ­Samardzic verarztet werden. Er war in einer Spielpause wegen Kreislaufproblemen umgekippt und hatte sich am Kopf verletzt. Für ihn kam Aussenangreifer Fellay zum Einsatz. Und auch Brändli konnte aufs Feld zurückkehren.

Chance Nr. 2 verspielt
Das Auf und Ab der beiden Teams setzte sich auch im vierten Satz fort. Näfels war auf bestem Weg in ein Tiebreak, führte meistens mit vier Punkten Vorsprung, musste den Gegner aber gegen Satzende auf 18:20 herankommen lassen. Näfels konnte den Vorsprung nochmals auf 22:18 ausbauen. Aber dann kam Amriswils ­Tomasik zum Service, und diese bekamen die Näfelser nicht in den Griff. Die Gastgeber erzielten nun sechs Punkte in Folge und verwerteten den zweiten Matchball zum 25:23. Zu diesem, ärgerlich verlorenen Satz, meinte Marco Gygli: «Wir bekamen eine dumme Serie, machten selber die Punkte nicht. Entscheidend in dieser Partie war aber der dritte Satz.»

Obwohl Näfels von schwachen Schiedsrichtern – diese Affiche hätte würdigere Unparteiische verdient gehabt – Mal für Mal benachteiligt worden war, kann die Niederlage nicht damit entschuldigt werden. Für einen Sieg spielte Näfels gestern Abend einfach zu wenig konstant und zu fehlerhaft, Amriswil dagegen genau die Spur besser, die es für den Play-off-Finaleinzug brauchte.

«Nach den beiden Verletzungen hatten wir ab dem dritten Satz nichts mehr zu verlieren Es war eine unglaubliche Energieleistung von uns, aber es hätte auch anders kommen können. Am Ende verhalfen uns die sensationellen Services von Tomasik zum Sieg», betonte Thomas Brändli, der mit einem Tape und Schmerztabletten zu Ende spielte.

Matchtelegramm

Volley Amriswil - Biogas Volley Näfels: 3:1 (25:21, 19:25, 25:20, 25:23)

Pre-Play-offs: 9. Spieltag:
Tellenfeld, Amriswil, Mittwoch, 23. März, 19:00 Uhr
Spieldauer  105 Minuten
Zuschauer: 1229

SR: Nellen, Wiederkehr

Volley Amriswil:
Startformation: Howatson (Passeur), Ljubicic (Captain), Samardzic (Libero), Steigmeier, Olefir, Brändli, Tomasik
Einwechslungen: Fellay, Wolff, Kriech

Trainer: Ratko Pavlicevic
Assistenz-Trainer: Dario Balsamo

Biogas Volley Näfels:
Startformation: Gygli (Passeur, Captain), Sutter (Libero), Godoy, Pollock, Friend, Pulko, Ehrat
Einwechslungen: Wunderle, Gotch, Milanez, Walzer,Martinez

Trainer: Dalibor Polak
Assistenz-Trainer: Mani Müller

Die Schiris standen viel zu oft im Mittelpunkt

Pulko war ein sicherer Punktelieferant – aber auch er scheiterte wie das ganze Team bei einigen Big Points