Montag, 10. März 2014; 07:00
NLA

Für Biogas Volley Näfels ist das Ziel Play-off-Final in weite Ferne gerückt

Von: Köbi Hefti

Die Revanche gegen den TV Schönenwerd missriet Biogas Volley Näfels völlig. Statt des erhofften klaren Sieges gab’s eine 0:3 Schlappe (18:25, 23:25, 22:25). Teammanager Gygli reagierte auf die Niederlage mit harten Worten und Trainer Polak gesteht ein, dass er die Mannschaft nicht optimal vorbereitet hat.

 

Erwartet hat das Publikum die Fortsetzung der Gala-Vorstellung gegen Lugano. Doch was es von Biogas Volley Näfels gegen den TV Schönenwerd serviert bekam, war magere Kost. Näfels fehlte der Spirit, es wirkte wie gelähmt und so ging es mit 0:3 klanglos unter. Der TV Schönenwerd war das bessere Team und bewies, dass es derzeit einen ausgezeichneten Lauf hat. Im ersten Satz spielte das Team von Bujar Dervisaj unbeschwert und erfolgreich auf. Näfels geriet von Beginn an ins Hintertreffen, rannte stets einem Rückstand nach und verlor den Satz mit 18:25 klar. Im zweiten Satz war das Geschehen lange Zeit ausgeglichen. Näfels punktete im Angriff viel häufiger als Schönenwerd (17:11 Punkte), machte aber viel mehr unnötige Fehler als der Gegner. Näfels verschenkte Punkt um Punkt mit Service-, Annahme und Angriffsfehlern, wie dies einem Spitzenteam nur an einem rabenschwarzen Tag passieren kann. So ging auch Satz zwei mit 25:23 knapp und etwas glücklich an den TV Schönenwerd.

Wenn es läuft…
Nach der Pause schien sich das Blatt zu wenden. Das Team von Coach Polak zog auf 10:2 davon, einerseits weil es gut spielte, anderseits, weil Schönenwerd aus dem Tritt geriet. Wie gewonnen so zerronnen lautet aber knapp zehn Minuten später das Fazit. Bei 20:20 hatten die kämpferisch vorbildlichen Gäste den Rückstand wettgemacht und das Momentum auf ihre Seite geholt. Der Rest war nur noch Formsache. Der TV Schönenwerd blieb mit seinen Aktionen weiterhin erfolgreich, Näfels weiterhin erfolglos. Der Satz ging mit 25: 22 und das Spiel mit 3:0 an den TV Schönenwerd. Sein Captain Jan Schnider meinte zum Sieg: „Wenn es läuft, dann läuft es. Wir haben nicht damit gerechnet hier so klar zu gewinnen. Aber in den Play-off ist der Druck grösser, das hat Näfels heute klar zu spüren bekommen, als es im dritten Satz immer mehr auseinanderfiel.“

Inakzeptable Leistung
Damit sind die Solothurner erster Kandidat für das zweite Play-Off Final-Ticket, Näfels ist jedoch praktisch weg vom Fenster. Dies ist eine riesige Enttäuschung, spielte doch Näfels in dieser Saison über weite Strecken begeisterndes Volleyball. Doch während der letzten Wochen gelang es mehrfach nicht, das vorhandene Potenzial in den Ernstkämpfen abzurufen. So war es auch am Samstag. Diese Heimpleite stimmte Teammanager Gygli äusserst unzufrieden. Er zitierte die ganze Mannschaft unmittelbar nach Spielschluss in die Kabine um den Spielern laut und deutlich seine Meinung zu sagen. Auf die Frage, welches die Botschaft war, erklärte der Teammanager: „Ich sagte den Spielern, dass das eine inakzeptable Leistung war, nicht nur heute, sondern schon während aller Play-off Spiele. Es nützt nichts gegen Lugano gut zu spielen, aber gegen die direkten Konkurrenten derart aufzutreten. Das Feuer fehlte heute völlig.“

Das Geständnis von Polak
Trainer Polak beobachtete ebenfalls, dass sein Team gegen Schönenwerd nicht auf Touren kam und sagte: „Das war ein mentales Problem, der Kopf der Spieler war wie tot. So konnte meine Mannschaft nicht befreit und mit Freude Spielen.“ Der Trainer nimmt die Schuld dafür auf sich und erklärt: „Das war mein Fehler. Ich habe die Mannschaft nicht richtig vorbereitet, nicht richtig trainiert. Ich war zu wenig aufmerksam und habe nicht bemerkt, dass die Spieler nicht frei sind. Diese Niederlagen gehen deshalb auf meine Kappe.“ Dann geht der Trainer noch etwas in die Tiefe und erklärt. „Schönenwerd hat nicht anders gespielt, als wir dies erwartet hatten, unsere Taktik stimmte, aber wir konnten sie nicht umsetzen. Wenn die Angreifer gegen einer Einerblock erfolglos bleiben ist das ein mentales Problem. Dies zu lösen ist primär meine Aufgabe.“

So bleibt für Biogas Volley Näfels ein grosses Ziel – der Cup-Final. Es ist deshalb von zentraler Bedeutung, dass Polak und sein Team wieder das Positive suchen, sich mental befreien und die richtigen Lehren aus Negativserie der Play-offs zu ziehen.

Matchtelegramm

6. Play-off-Runde: Lintharena SGU, Näfels, 8. März 2014, 18:00
Spieldauer  76 Minuten
Zuschauer: 300

Schiedsrichter: Grellier Cédric, Da Conceição Vitor

Biogas Volley Näfels – TV Schönenwerd 0:3 (18:25, 23:25, 22:25)

Biogas Volley Näfels:
Startformation: Milanez (Passeur), Sutter (Libero), Bittner, Pulko, Alexander, Beeler, Ehrat;
Büsser (Captain), Gygli , Martinez
Trainer: Dalibor Polak, Assistent: Mani Müller

TV Schönenwerd
Startformation: Giger (Passeur), Heimgartner (Libero), Schnider (Captain), Malicki, Hänggi, Peterlin, Gerber;
Dervisaj (Passeur)
Coach: Bujar Dervisaj, Assistent: Marco Fölmli

Knifflige Aufgabe für Dalibor Polak: Er muss herausfinden, wie der Knopf gelöst werden kann.