Montag, 6. Februar 2006; 18:00
Allgemein

Fehlstart von Seat Volley Näfels ins Playoff-Halbfinale

Von: Die Südostschweiz - Köbi Hefti

Glarner Volleyballer müssen eine 2:3-Niederlage gegen Amriswil einstecken - Der Start in die Playoff-Halbfinals ist Seat Volley Näfels gründlich missglückt. In der linth-arena verloren die Glarner in einem spannenden Spiel gegen den TV Amriswil 2:3. Die Thurgauer überzeugten mit einer kämpferischen Teamleistung.

Wie genau vor einen Jahr, als ebenfalls am 5. Februar die Playoff-Halbfinalserie gegen Amriswil startete, ging es auch gestern am späten Nachmittag im SGU wieder sehr spannend zu und her. Aber im Vergleich zum Vorjahr – damals siegte Näfels im Tie-Break 15:11 – setzte es gestern mit demselben Resultat eine etwas überraschende Niederlage ab. Der Favorit aus dem Glarnerland verpasste zu viele Chancen, machte zu viele Fehler, um das stimmungsvolle Spiel in der gut gefüllten Halle für sich zu entscheiden.

Ein sichtlich enttäuschter Trainer Serramalera sah den Grund für die Niederlage vor allem bei seinem Team: «Wir haben zu viele Fehler in der Annahme und beim Service gemacht. Dazu hat Amriswil und nicht wir im Tie- Break die entscheidenden Punkte realisiert.»

Zuerst schwach, dann besser

Bereits der Beginn des Spiels verlief aus Sicht des Meisters ganz anders als erhofft. Nach wenigen Spielzügen lagen sie 0:4 hinten. Nichts gelang ihnen wunschgemäss. Ganz anders die Thurgauer. Sie waren hoch motiviert, konzentriert und machten anfänglich fast keine Eigenfehler. Gegen Satzmitte vermochte Näfels zwar nochmals fast aufzuschliessen, weil Amriswil einige Geschenke verteilte, doch das war es dann im ersten Satz. Amriswil zog davon und gewann den Satz klar mit 25:18.

Im zweiten Satz sahen die Zuschauer nun endlich auch einen Heimklub, welcher mitspielte. Der Satz war lange Zeit völlig offen. In der Halle herrschte wieder einmal eine richtig gute Stimmung. Beim Stand von 14:14 leitete Näfels mit einem erfolgreichen Block die Wende ein. Näfels buchte drei Punkte in Serie und ging erstmals mit Abstand in Führung. Endlich wirkte nun auch Näfels hellwach. Dies löste bei den Thurgauern eine leichte Verunsicherung aus, so dass plötzlich auch sie fehleranfälliger wurden. So hatte Näfels leichtes Spiel und glich mit dem 25:20-Satzsieg zum 1:1 aus.

Wieder schwach, dann besser

Im dritten Satz agierte nur ein Team druckvoll, und das war der TV Amriswil. Nur ganz zu Beginn hielt der Titelverteidiger mit. Doch dann legte der Rivale aus dem Thurgau mächtig zu. Vor allem Tomasik auf der Aussenposition stellte Näfels' Block vor unlösbare Probleme. Das logische Ergebnis dieser Überlegenheit war ein eindeutiger 25:16-Satzgewinn und damit die erneute Satzführung für Amriswil.

Auch zum nächsten Satz startete Näfels nicht besser. Mit ungenügenden Annahmen machten sie sich das Leben selber schwer. Dank der taktischen Umstellung in der Annahme fingen sich die Einheimischen schnell wieder auf.

Das Spielgeschehen und der Spielstand glichen sich aus. Wie schon im zweiten Satz läutete ein erfolgreicher Block die Vorentscheidung für Seat Volley Näfels ein. Die Glarner gingen erstmals klar mit 15:10 in Führung und gaben diesen Vorsprung nicht mehr preis. Näfels gewann den Satz mit 25:16 und glich das Spiel erneut aus.

Zu viele Näfelser Schwächen

Es gehört schon fast zur Tradition, dass die Spiele im Ostschweizer Derby durch ein Tie-Break entschieden werden müssen. Mehrheitlich waren es die Glarner, die am Ende jeweils jubelten. Und nach dem klaren Gewinn des vierten Satzes schienen die Pluspunkte auch diesmal auf der Seite von Näfels zu sein. Diese Hoffnung wurde aber rasch zerstört. Amriswils Verteidigung war für Näfels' Angreifer nicht zu überwinden, ein 1:4-Rückstand die Folge. Diesen Vorsprung verwalteten die Amriswiler sicher. Dazu kam, dass Näfels in dieser Phase wieder zu viele Schwächen zeigte und zu viele Eigenfehler produzierte, während Amriswil überzeugend aufspielte. So gewannen die Thurgauer diesen Entscheidungssatz sicher und völlig verdient mit 15:11. Damit steht es in der Best-of-5-Serie 1:0 für Amriswil. Am Mittwoch hat der Meister die Chance, diesen Ausrutscher zu korrigieren, wenn er zum zweiten Spiel in Amriswil antritt.

Seat Volley Näfels – TV Amriswil 2:3 (18:25, 25:20, 16:25, 25:16, 11:15)

linth-arena SGU Näfels. – 500 Zuschauer. – Spieldauer 118 min.
Näfels: Guiga, Andy Sutter, Roman Sutter, Jamelão, Schnider, Gabathuler, Rafa, Landolt, Guerra, Gygli.
TV Amriswil: Tomasik, Hermann, Bär, Strempel, Cuko, Dalog, Willi, Wälchli, Grabowski.
Bemerkungen: Talmon-Gros verletzt.

«Wir sind heiss»

kh.- Amriswil hat die Partie verdient gewonnen. Sie traten sehr motiviert auf. Libero Micha Wälchli: «Wir sind heiss darauf, einmal in einem Playoff-Final spielen zu können. Weder das Team noch ein Spieler von uns hat je schon einen Titel gewonnen, jetzt wollen wir zumindest auch noch den Playoff-Final erreichen.»

Bei Näfels waren viele unzufriedene Gesichter auszumachen. Wenig hat wirklich gefallen, zu schwer wogen die verletzungsbedingten Ausfälle von Guerra und Talmon-Gros. Neben vielen kritischen Worten zur Annahme, zum Service und zum Angriffsspiel sah Team-Manager Ruedi Gygli aber auch Positives: «Die Angriffsleistung von Andy Sutter und die Leistung von Libero Rafa.»