Samstag, 25. Februar 2006; 23:00
Allgemein

Favoriten auf dem kürzesten Weg - Cupsiege an Chênois und Voléro Zürich

Von: Sandro Mühlebach, Bern (SI)

Die Volleyball-Cupsieger 2006 heissen Chênois (Männer) und Voléro Zürich (Frauen). Während die Zürcherinnen in Bern beim 3:0 gegen Aesch-Pfeffingen keine Probleme bekundeten, leistete Amriswil den Genfern vor allem zu Beginn wie erwartet mehr Widerstand.

Allerdings gewannen auch die Thurgauer keinen Satz. Für die in praktisch allen Belangen etwas besseren Genfer war es bei neun Finalteilnahmen der insgesamt achte Cupsieg. Der Rekordcupsieger zementierte damit seine besondere Beziehung zum Cup. Letztmals hatten sie 2003 (ebenfalls 3:0 gegen Amriswil) triumphiert. Die Amriswiler, die auch in den letzten beiden Saisons jeweils bis in den Final vorgestossen waren, erlitten demnach die vierte Final-Niederlage in Serie und müssen weiterhin auf den zweiten Cuperfolg warten.

Chênois war in dieser Saison das bisher klar konstanteste Team und besitzt mit den beiden Türken Ulas Kiyak (Passeur) und Erkan Togan (Angreifer) die stärksten Einzelspieler. Dies bestätigten sie im Final auf eindrückliche Art. "Ich habe während meiner Karriere noch nie eine so gute und ausgeglichene Schweizer Mannschaft gesehen", sagte dann auch Amriswils Captain Marco Bär nach der Partie.

 

Hoch verloren, gut gespielt

Chancenlos waren die Thurgauer im intensiv geführten Spiel aber nicht. Nach dem knapp verlorenen ersten Satz (22:25) agierten sie allerdings nicht mehr mit der selben Konsequenz. Trainer Jalal Baghdady: "Unser Einsatz im ersten Satz wurde leider nicht belohnt. Danach wurde es schwierig für uns. Wir haben zwar hoch verloren, aber dennoch gut gespielt."

Gelegenheit zur Revanche haben die Ostschweizer ab dem kommenden Samstag (4. März) im Playoff-Final, wenn die beiden Teams in einer Best-of-7-Serie erneut aufeinander treffen. Chênois' Manager Michel Georgiou warnte vor übertriebener Euphorie: "Es ist zwar ein grosser Tag für uns, aber wenn Amriswil den ersten Satz gewonnen hätte, wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen. Deshalb haben wir auch den Playoff-Final noch nicht gewonnen."

 

Voléro krass überlegen

Absolut keine Probleme auf dem Weg zum zweiten Cupsieg und dem voraussichtlich zweiten Double in Serie bekundeten die Frauen von Voléro Zürich. Die Favoritinnen bezwangen den krassen Aussenseiter Aesch-Pfeffingen in nur 57 Minuten 3:0. Der in dieser Saison noch ungeschlagene Double-Gewinner dominierte die Partie nach Belieben und zeigte eindrücklich seine derzeitige Überlegenheit auf -- auch ohne die immer noch rekonvaleszente Ausnahmekönnerin Jewgenia Artamonowa. Nur gerade 39 Punkte gestand der Branchenleader den Baslerinnen zu. "Wir hatten die Partie jederzeit im Griff", lautete denn auch der kurze, aber treffende Kommentar von Voléros Trainer Stav Jacobi.

Während Voléro nicht viel mehr als eine bessere Trainingseinheit absolvierte, war der Cupfinal für den NLA-Aufsteiger der Höhepunkt der Klubgeschichte. Das in den Playoff-Viertelfinals gegen Schaffhausen mit 0:2 gescheiterte Team hatte im Halbfinal überraschend Köniz in fünf Sätzen ausgeschaltet. "Diese Leistung konnten wir nicht wiederholen", sagte Aeschs Captain Magdalena Komorski. "Der Final war sicher ein Erlebnis für uns, aber wir hatten schon gehofft, dass wir etwas mehr Widerstand leisten können." Trotz dem brutalen Verdikt kann Aesch-Pfeffingen auf seine erfolgreichste Saison zurückblicken.


Haussener: "Bankrotterklärung"

Auch Aeschs Trainer Dani Haussener anerkannte nach dem einseitigen Final die Leistung Voléros. Mit der Aussage, dass die Zürcher Überlegenheit, die praktisch ohne Beteiligung von Schweizer Spielerinnen zu Stande kommt, eine "Bankrotterklärung des Schweizer Volleyballs" sei, löste er auf der Gegenseite Unverständnis aus. Stav Jacobis Antwort: "Wir bekennen uns zum Spitzensport und trainieren dementsprechend viel." Immerhin kam bei den Zürcherinnen neben Libero Jasmin Bieri mit Geburtstagskind Sandra Suter im dritten Satz auch eine zweite junge Schweizerin zu einem (mit drei Punkten erfolgreichen) Kurzeinsatz.

 

Galerien zu beiden Cupfinals