Sonntag, 11. November 2012; 13:19
NLA

Es macht grosse Freude diese Manschaft spielen zu sehen

Von: Rolando K. Küng

Volley Näfels holt auch gegen den TV Schönenwerd wieder drei Punkte. Damit stehen die Glarner nach der ersten Hälfte der Vorrunde weiterhin auf Platz eins der NLA. Ein Start nach Mass mit einigen Siegen, in welchen auch das Glück beansprucht wurde, wie gesehen am Samstag gegen die Solothurner.

 

"Man kann mittlerweile sagen dass uns das Team des TV Schönenwerd liegt", meinte ein sehr zufriedener Trainer Dalibor Polak nach dem Spiel. Er habe seine Spieler ganz offensichtlich sehr gut auf den Gegner eingestellt und diese hätten umgesetzt, was er vorgegeben hat. Und damit kann er sich selbst auch in dieses Fazit einbeziehen, denn fast das ganze Spiel ging er im Diagonalangriff gleich selbst ans Werk. Trotz der guten Vorbereitung sah es mehr als einmal in den ersten beiden Sätzen gar nicht nach einem Sieg aus für Volley Näfels. In beiden kamen sie arg in Rücklage und konnten jeweils erst bei Satzmitte wieder zum Gegner aufschliessen. "Es macht mir riesig Freude mein Team spielen zu sehen", dies der Ausspruch von Präsident Martin Landolt. Und dabei meinte er vor allem auch die mentale Stärke seiner Spieler welche es erlaubte, gegen diesen sehr guten Gegner Vier-Punkte-Rückstände aufzuholen und in einen Vorsprung zu verwandeln. Das Publikum dankte diese Leistung mit der Pflicht in den ersten zwei Sätzen und der Kür im dritten Satz mit Standing-Ovations. "Dies ist ein klares Zeichen der Freude, welche die Polak-Truppe den Zuschauern bereitete", stellte der Präsident zufrieden fest. Der Grat sei schmal auf dieser Höhe in der NLA und es freue ihn umsomehr zu sehen, dass die strategischen Entscheide vor der Saison die richtigen waren.

 

Nach Strohfeuer der Absturz

"Selbstverständlich stellten wir uns in der grossen Pause vor Satz drei darauf ein, dass der TV Schönenwerd nun noch einmal zurückkommen werde", blickte Toni Kankaanpää auf das Spiel zurück. Und das war gut so, denn die Solothurner bäumten sich bis zum Stand von neun Punkte für beide, noch einmal mächtig auf. Wie in den ersten beiden Sätzen spielten sie gut und hielten dagegen. Doch eine Drei-Punkte-Serie für die Glarner mit einem Servicefehler von Jan Schnider, einem Bockpunkt von Polak und einem Ass von Pulko war dann zuviel für die Niederämter. Das Timeout brachte keine Wende mehr, im Gegenteil, Volley Näfels setzte gleich noch einmal zwei Punkte drauf. Das Schaulaufen des Heimteams war eingeläutet und nun folgte eine wahre Demonstration des grossen Könnens des Teams um die beiden Passeure Bedrac und Gygli. Erstaunlich genug, denn in den letzten Saisons sah man schon oft Zwei-Satz-Vorsprünge vom Gegner wieder zunichte gemacht. Nicht so diese Saison. Nur gerade das Auswärtsspiel bei Volley Amriswil wurde im Tiebreak gewonnen. Dies aber nach einem 0:2-Rückstand der Näfelser, was ja auch wieder für die mentale Stärke der Mannschaft spricht.

 

Mentale Stärke und weniger Fehler

Gegen Schönenwerd hat neben der mentalen Stärke die niedrigere Fehlerquote das Zünglein an der Waage gespielt. Lagen die beiden Teams in Satz eins bezüglich Servicefehler noch gleich auf - es waren mit je sechs ohnehin zuviele - reduzierte Näfels im langen zweiten Satz diese auf nur noch deren zwei. Schönenwerd hatte fünf zu beklagen und die guten waren auch etwas weniger gut, was die Annahmen der Glarner verbesserte. Näfels' gute Services erlaubten ihnen aber, als Konsequenz, ganze sieben Blockpunkte zu buchen. Die Zuschauer freuts weil es schöne Punkte sind und den Spielern geben sie unendlich viel Selbstvertrauen. "Natürlich werden wir versuchen die Serie fortzuführen", meinte Captain Thomy Büsser. Warnte aber davor, nun die Erwartungen an sein Team in den Himmel zu schrauben. "Was man hat, das hat man", brachte Martin Landolt die komfortable Lage im Hinblick auf das Weiterkommen in die Playoff-Quali-Runde ab Januar 2013 auf den Punkt. Dieser tolle Start ist nicht nur für das Punktekonto Gold wert, sondern ganz sicher auch für das Selbstvertrauen des ganzen Teams.

 

Bild: Köbi Hefti - Auf der Passeur-Position hat Volley Näfels mit Marco Gygli und Ivan Bedrac die Qual der Wahl