Erneut ein knapper Sieg für SEAT Volley Näfels - Der Champagner kann nun kalt gestellt werden!
SEAT Volley Näfels vs TV Amriswil 3:2 (25:16, 25:22, 24:26, 23:25, 15:12) In einem packenden Spiel vor vollem Haus gewinnen die Näfelser das erste Heimspiel der Serie und ziehen mit 3:1 Siegen in der Serie weg. Dass dies eine Vorentscheidung gewesen ist, hoffen viele aber bei der Kampfstärke Amriswils kann auch jetzt noch nicht sicher mit einem vierten Sieg gerechnet werden.
“Die Zeit der Weihnachtsgeschenke ist nun endgültig vorbei,” sagte ein entspannt wirkender Präsident Görauch in der Pause nach dem Gewinn des zweiten Satzes. “Mit dem was ich bisher gesehen habe, glaube ich kaum, dass es dem Gegner heute noch gelingt, drei Sätze gegen uns zu gewinnen,” zeigte sich Görauch siegessicher. Was die 1050 Zuschauer in der Folge aber zu sehen bekamen, bestätigt ganz einfach, was diese Serie bisher geprägt hat. Der TV Amriswil kämpfte sich zurück, gewann – wenn auch knapp – die nächsten beiden Sätze und so standen sich die beiden Teams zum dritten Mal in vier Spielen im alles entscheidenden Tiebreak gegenüber. “Ich war sicher, dass unser Gegner noch einmal herankommen würde und rechnete nie mit einem glatten 3:0 Sieg”. Dies die Aussage von Captain Rafa nach dem Spiel. Aber einmal mehr sei es ihnen halt gelungen, im entscheidenden Moment die ganz wichtigen Punkte zu machen, meinte er mit einem verschmitzten Lächeln und freute sich über das Geschenk zum wiederholten Mal zum wertvollsten Spieler seines Teams gewählt worden zu sein.
Näfels klar dominierend zu Beginn
Satz eins war eine Volleyball-Lektion des Favoriten an den Underdog. Sämtliche Spieler waren hellwach und zeigten, dass es heute nur einen Sieger geben kann. Die vielen aus dem Thurgau angereisten Fans wurden im Verlauf dieses ersten Durchgangs immer ruhiger. Zeigte Aussenangreifer Adrian Schläpfer im letzten Spiel zuhause eine überragende Leistung, kam er diesmal nicht richtig auf Touren. Ganz im Gegensatz zu seinem Gegenspieler Andy Sutter, welcher zu Beginn unwiderstehlich wirkte und jeden seiner Bälle im Angriff sicher verwertete.
Mit Fortdauer des Spiels konnte sich Amriswil leicht steigern, der Wechsel von Stojkovic anstelle von Schläpfer zeigte Wirkung wie auch derjenige von Mittelblocker Dalog für Büsser. Die Eigenfehlerquote der Glarner wurde immer höher, was das Aufschliessen Amriswils’ ebenfalls erklärte. Der zweite Satz verlief ausgeglichen, keiner konnte entscheidend wegziehen bis zum 23:22. Schliesslich gelangen aber dann doch den Einheimischen die beiden letzten Punkte, sehr zu Freude der vielen Zuschauer zum 2:0 Vorsprung nach Sätzen.
Reicht dieser Vorsprung aus?
Die Spieler aus der Ostschweiz hatte vom Trainer während der 10-Minuten-Pause wohl die richtigen Worte zu hören bekommen. Sie spielten nun befreit auf, viel kompakter, mit konsequentem Side-out-Spiel und sehr guter Blockarbeit. Näfels-Passeur Marco Bär hatte nicht den allerbesten Tag, sein Angriffsspiel wurde für die Amriswiler immer durchsichtiger. Entsprechend oft blieben die Näfelser Angriffsspieler im gegnerischen Block hängen und so war mit Ausnahme des Argentiniers Obeid die Bilanz bei allen andern negativ. Zeitweise betrug des Gegners Vorsprung drei Punkte. Doch nun zeigten auch die Serramalera-Boys grossen Kampfgeist, sie kamen wieder heran. Captain Rafa erzielte den Punkt zum 23:22. Nun rechneten wohl fast alle Glarner Fans mit einem glatten 3:0 Sieg. Doch er kam nicht, Amriswil holte sich diesen Satz in extremis.
Näfelser Reaktion kam nicht
Auf Näfelser Seite rechnete nun jedermann mit einer klaren Reaktion, welche aber nicht kam. Dier vierte Satz verlief sehr ähnlich wie der vorhergehende. Ausgeglichen und spannend aber mehr von Kampfgeist geprägt als auf sehr hohem Niveau. Die Thurgauer waren um die eine Spur besser was auch das erneut knappe Satzresultat bestätigt. Es fehlte im Näfelser Spiel die letzte Konsequenz, fast war es, als wenn alle auch diesmal den Zuschauern eine Entscheidung im Tiebreak mit dem richtigen Ausgang bieten wollten. Trainer Serrmalera war darüber gar nicht glücklich, was in seiner Mimik und vor allem seiner Gestik auch klar zum Ausdruck kam. Zu sehr weiss er um das Risiko im fünften Satz alles zu verlieren.
Amriswil zeigt Nerven
Und dieser Entscheidungssatz drohte denn auch sehr schnell zu entschwinden. Rasch lag der Gegner mit 0:3 vorn. Bis zum Seitenwechsel war aber SEAT Volley Näfels wieder dran, es stand 6:8. Marco Bär verschlug seinen Service und nun stand es 10:12. Nun war das Ding wohl gelaufen, dachten viele. Konnte in dieser Serie das Heimteam nun wirklich und wahrhaftig sein Heimspiel nicht gewinnen? Es sah alles danach aus in diesem Moment. Das fantastische Publikum stand nun aber wie eine Wand hinter seiner Mannschaft, die Lärmkulisse entsprechend Ohren betäubend. Wie wenn bei Amriswil irgendwie jemand den Stecker herausgezogen hätte, war in ihrem Spiel jedoch plötzlich alles aus. Den Sieg so klar vor Augen, gelang ihnen kein einziger Punkt mehr. Rafa brachte mit seinem Angriff sein Team bei 13:12 erstmals in diesem Satz in Führung, Sutter gelang in der Folge ein Servicewinner und das Amriswiler Schicksal besiegelte einer der vielen sehenswerten Doppelblocks von Rafa und Osias auf den letzten, verzweifelten Angriff von Milutin Stojkovic. Das unglaublich scheinende wurde auch in diesem Spiel wieder wahr und man beginnt zu glauben, dass das Team unter Trainer Serramalera das Zeug dazu hat, diesen Meistertitel nach einem Jahr Unterbruch wieder ins Glarnerland zurück zu holen.
linth-arena sgu – 1050 Zuschauer – Spieldauer 106 Minuten - 25. März 2007
SEAT Volley Näfels – TV Amriswil 3:2 (25:16, 25:22, 24:26, 23:25, 15:12)
SEAT Volley Näfels: Bär (Passeur), Rafa (Captain), Werner (Libero), Andy Sutter, Bedrac, Obeid, Tonga, Osias, Büschi, Trainer: Juan-Manuel Serramalera
TV Amriswil: Petzold (Passeur), Kertai (Libero), Willi (Captain), Zvolanek, Büsser, Dalog, Schläpfer, Karic, Hermann, Trainer: Jalal Baghdady



























































































