Entweder Fussball oder Volleyball
Bei Volley Näfels stehen mit den Serben Stefan und Ugljesa Ilic zum ersten Mal nach Andy und Roman Sutter wieder zwei Brüder im Team der NLA. Stefan (26), der Mittelblocker, startet in seine zweite Saison und bringt seinen zwei Jahre jüngeren Bruder mit, welcher als Entlastung von Spielertrainer Dalibor Polak ab Saisonstart im Diagonalangriff spielt.
Eigentlich ist Ugi (24) - so sein Rufname - ja gelernter Passeur. Aber durch seine Grösse (2.01m) wurde er vor einiger Zeit zum Diagonalangreifer umfunktioniert. Seit 2006 spielt er als Profi in Serbien und stand letzte Saison bei Novi Sad im Team. Anlässlich eines Besuchs bei seinem Bruder hier in Näfels, nutzte er die Gelegenheit, um mit der Polak-Truppe mitzutrainieren und gab so gleich seine Visitenkarte ab. Und ganz offensichtlich konnte er Trainer Polak und Manager Gygli von seinen Qualitäten überzeugen. So war es nur noch ein kleiner Schritt für ihn, seinem Bruder Stefan nach Näfels zu folgen um die Mannschaft auf der Diagonalposition zu komplettieren. Es ist geplant dass er und Spieler-Trainer Polak sich die "Arbeit" auf dieser Position aufteilen.
Volleyball hält Ilic's von der Strasse fern
Volleyball ist für die Gebrüder Ilic das Leben. In der Achttausend-Einwohner-Stadt Topola, ca. 80km süd-östlich von Belgrad gelegen, gibt es eigentlich nur zwei Sportarten. Fussball-Goalies waren der Grossvater und der Onkel im lokalen Fussballteam schon gewesen und zwar auch sie dank ihren nahezu zwei Metern Körpergrösse. Sohn Stefan wurde von seiner Mutter aber dazu beeinflusst, sich dem Volleyballsport zu widmen. Viel später, schon als Profi bei Roter Stern Belgrad, erfuhr er auch weshalb. In seiner Jugendzeit, nach den Jugoslawienkriegen, gab es eine grosse Mafia in seinem Land, welche sich auch mit dem Drogenhandel beschäftigte. Durch die zentrale Lage seiner Heimatstadt lag diese in einem Durchgangskorridor zur Hauptstadt Belgrad und da seien auch Leute aus Topola in diese Geschäfte hineingezogen worden. So bestand für die Eltern Ilic die grosse Sorge, ihre Söhne mit etwas Sinnvollem zu beschäftigen und von der Strasse fernzuhalten. Und genau dies taten auch noch andere besorgte Eltern, so dass es heute aus dieser Generation ein gutes Dutzend Volleyball-Profis verteilt über halb Europa gibt, welche aus der Heimatstadt der Ilic-Brüder stammen. "Man könnte locker ein ganzes Team nur aus Einheimischen in die Profiliga schicken", meinte Stefan. Nur fehle halt das Geld dazu. Aber diese Aussage müsste Präsident Martin Landolt aufhorchen lassen. Denn dies ist ja genau sein langfristiges Ziel. Dereinst in der NLA ein Team zu haben, welches nur aus einheimischen Spielern besteht.
Später werde ich Coach
Klar dass die Voraussetzungen in Serbien dafür ungleich besser sind, denn dort, so scheint es, gibt es für die Schuljugend halt einfach weniger Möglichkeiten und Ablenkung. Und Stefan dem Mittelblocker, schwebt vor in Zukunft als Volleyball-Coach zu arbeiten und mit Training bei den Kleinsten seine Karriere zu beginnen. Die entsprechende Ausbildung ist er daran zu absolvieren. Aber auf jeden Fall wolle er vorher am liebsten noch einige Jahre hier in Näfels spielen und möglichst viele Medaillen holen für den Klub und natürlich sich selbst. "Ich denke dass wir es diese Saison schaffen, einen Titel zu holen", meinte er. Die Niederlage im Cupfinal habe ihn schon sehr geärgert. Aber jetzt sei das Team besser zusammengewachsen und es habe ja auch nur wenig Änderungen gegeben. (die Abgänge von Klapal, Tomas und Brander) Selbst wage ich keine Prognosen, war da Ugi der jüngere Bruder schon vorsichtiger. Er müsse jetzt zuerst einmal zeigen ob sein Können gut genug sei für die NLA. Spielt der athletische Zwei-Meter-Hüne auch nur annähernd so wie sein Bruder in der Mitte, dann kommt das gut. Stefan Ilic steht meist hochkonzentriert am Netz immer gespannt und bereit für den nächsten Ball. Er ist ein sehr quirliger Spieler, welchem es auch gelingt mit seinen Zurufen und Schreien seine Mitspieler zu wecken. Dies hat er oft mit Erfolg gezeigt in der letzten Saison, nicht zuletzt im entscheidenden Spiel in Schönenwerd um Bronze.
Start in weniger als einem Monat
Bleibt zu hoffen dass es den Ilic-Brüdern aus Serbien gelingt, es ihren Vorgängern den Sutter-Brüdern gleichzutun. Diese haben die Medaillen gleich reihenweise abgeholt und mitgeholfen, Volley Näfels als erste Adresse im Schweizer Männervolleyball zu behalten. Hält die Tendenz von letzter Saison an, kann erneut eine Meisterschaft mit bis zu sechs nahezu gleichwertigen Teams erwartet werden. Erste Erkenntnisse darüber werden schon in weniger als einem Monat gewonnen werden können. Am 22./23. September findet in Lausanne der Supercup statt.



























































































