Eine täuschbar knappe Niederlage für Volley Näfels
Die Westschweizer bezwingen Näfels in drei Sätzen. Das Resultat verleitet aber zu falschen Schlüssen. Die Partie war knapper als es scheint – Volley Näfels – Chênois Genève: 0:3 (22:25, 23:25, 23:25)
Die Ausgangslage in der Tabelle versprach ein spannendes Spiel – eine so klare Niederlage war eigentlich nicht zu erwarten, doch das Resultat täuscht. Genf und Näfels lieferten sich ein spannendes Duell, in dem die Westschweizer in den entscheidenden Momenten kompromissloser agierten. Fischer – Libero der Genfer erklärte nach dem Spiel: «Wir konnten in den entscheidenden Momenten die Nerven besser behalten, die wichtigen Punkte erzielen, auch wenn es sehr eng war. Auf dem Papier scheint das Spiel deutlich, aber es waren enorm knappe Sätze.»
Näfels startete wie gewohnt mit Podleśny als Passeur, Ropponen als Diagonalangreifer, Goldrin und Beeler auf der Aussenposition, Mejia und Thuner als Mittelblocker und Küng komplettierte die Starting-Six als Libero. Auch bei den Genfern zeigten sich keine Überraschungen. Djokic ist immer noch rekonvaleszent, Fischer startete als Libero, Rey als Passeur, Brzakovic auf der Diagonalposition, Rammé und Simonin auf Aussen und Uruena und Radic als Mittelblocker.
Schreckmoment kurz vor Satzende
Näfels erwischte einen Kaltstart in das Spiel. Genf ging rasch mit 5:1 in Führung und zwang Näfels Coach Hafner zu einem Timeout. Der Slowene fand scheinbar die richtigen Worte, Näfels fand besser ins Spiel und kämpfte sich zurück. Es entwickelte sich eine spannende Endphase. Beim Spielstand von 18:20 kam Nico Süess für Iliya Goldrin aufs Feld. Der Israeli tat sich bei einer Abwehraktion weh und musste vom Physio behandelt werden. Das Blatt aber wendete sich nicht mehr. Die Gäste gaben ihre Führung nicht mehr aus der Hand und entschieden den ersten Satz für sich.
Topscorer als Punktsammler
Im zweiten Satz fand Näfels deutlich besser ins Spiel, liess sich nicht abschütteln und ging schliesslich nach zwei Service-Assen von Podleśny in Führung. Auch der zweite Satz war ein Kopf an Kopf Rennen, in dem sich die beiden Teams nichts schenkten. Auf Näfels Seite war es der Finne Ropponen, der immer wieder gesucht wurde und erfolgreich skorte. Die Neuverpflichtung erzielte 23 Punkte in drei Sätzen. Auf der anderen Seite machte ihm Brzakovic mit 18 Zählern Konkurrenz.
In den entscheidenden Momenten konnte Genf stets die Oberhand behalten, agierte cleverer und machte weniger Fehler. So ging auch der zweite Satz an die Gäste.
Das Publikum tobt
Auch der dritte Satz war ein Duell auf gutem Niveau. Näfels geriet früh in Rückstand, legte aber eine rasante Aufholjagd hin, bis der Schiedsrichter nach einer unglaublichen Rettungsaktion einen technischen Fehler der Hausherren abpfiff. Die Näfelser Spieler diskutierten, erreichten damit aber nur eine rote Karte für ihre Seite, was sie erneut in Rückstand brachte. Doch auch diesen machten sie wieder wett, bis der Unparteiische einen umstrittenen Ball auf Genfer-Seite nicht abpfiff. Nach heftigen Diskussionen erhielten die Näfelser die zweite rote Karte. Der erste Schiedsrichter erntete damit das Unverständnis der ganzen – inzwischen tobenden - Halle, doch Genf liess sich vom Lärm nicht beeindrucken und behauptete sich bis zum Schluss-Pfiff durch.
Zur Frage warum es nicht für Punkte reichte, meinte Beeler: «Es war ein cooles Spiel und wir waren nah dran. Ich glaube der Unterschied lag in den kleinen Dingen, Genf blockte solide und hatte in der Verteidigung ein paar Bälle mehr als wir. Zudem haben wir zu viele Servicefehler gemacht, dadurch hatte Genf im Sideout weniger Druck und wir mehr.»
Matchtelegramm
Volley Näfels – Chênois Genève: 0:3 (22:25, 23:25, 23:25)
Lintharena, Näfels. – Spieldauer: 83 Minuten. – 200 Zuschauende.
SR: Sigrist, Sikanjic
Volley Näfels:
Startformation: Podleśny (Passeur), (5 Punkte), Küng (Libero), Beeler (7), Goldrin (5), Thuner (7), Mejia (9), Ropponen (23)
Einwechslungen: Gygli (Passeur, Captain), (0 Punkte), Süess (1) Lienhard (0)
Headcoach: Matjaz Hafner
Assistant: Alvaro Jurado
Chênois Genève:
Startformation: Rey (Passeur), (2 Punkte), Fischer (Libero), Radic (4), Simonin (4), Uruena (7), Brzakovic (18), Rammé (13)
Einwechslungen: Jucker (Passeur), (0 Punkte)
Headcoach: Marco Camperi
Assistant: Emanuele Aime

Antti Ropponen: Näfels best Player überzeugt im Angriff mit einer sehr guten Leistung

Chênois’ Topscorer: Brzaković Strahinja ist bei den Genfern der beste Punktesammler

Die Mühen am Block: Näfels kann immer wieder einen Block stellen, doch nur fünf Mal gelingt der Killerblock

Wechselbad der Gefühle: Die einen jubeln, die andern hadern

Mit Links: Antti Ropponen greift 34 Mal an und bucht 23 Punkte

Das ärgert: 27 Eigenfehler macht Näfels, Chênois nur deren 11

Unverständnis: Es gibt zahlreiche Momente in dieser Partie, bei denen niemand richtig versteht, was da eben passiert

Bereit: Bei der Annahme gibt es zwischen den beiden Teams keinen Unterschied

Mister Service: Błażej Podleśny findet den Rhythmus beim Service gegen Chênois nicht, 3 Asse, aber 6 Fehler

Tolle Unterstützung: Die Fans geben nach den Turbulenzen im dritten Satz alles


























































































