Donnerstag, 5. November 2015; 14:40
NLA

Eine europäische Lehrstunde für die Näfelser Volleyballer

Von: Ruedi Gubser

Ausser Erfahrung gibts gestern Abend für Biogas Volley Näfels im CEV-Volley-Challenge-Cup gegen Benfica Lissabon nichts zu gewinnen. Die Näfelser unterliegen nach 70 Minuten mit 0:3 (20:25, 21:25, 12:25).

 

Am Schluss fiel das Verdikt deutlich aus. Mit einem Servicewinner verwerteten die Portugiesen ihren ersten Matchball und beendeten eine Partie, die nicht so einseitig war, wie es das Resultat erahnen lässt. Zwei Sätze hielten die Näfelser gegen die klar favorisierten Gäste gut mit und mussten sie nur wegen Details hergeben. Ein Ball, der nach einem Block ganz knapp im Aus landete und Näfels mit 17:20 in Rückstand brachte, statt sie auf 18:19 herankommen zu lassen, ein Angriffsball von Godoy in den gegnerischen Block und zwei Näfelser Servicefehler machten im ersten Durchgang den Unterschied aus.

Im zweiten Satz hielt Näfels bis zum 18:18 mit, bis der Kanadier Justin Duff und der Bulgare Ivan Kolev mit zwei Servicewinnern die Differenz herstellten. In beiden Sätzen hatten die Näfelser jeweils bei den ersten technischen Time-outs mit 8:6 geführt. Einen grösseren Rückstand als drei Punkte liessen die Portugiesen jedoch nie zu und konnten in den entscheidenden Momenten mindestens einen Zacken zulegen.

Diesen Unterschied ortete auch der Näfelser Trainer Dalibor Polak: «Ihre besten Spieler haben dann die Punkte gemacht, wenn Lissabon sie brauchte. Benfica ist erfahrener und hat die besseren Spieler in ihren Reihen.» Sein Team habe sich im Vergleich zum Spiel in Jona am Samstag erheblich gesteigert. «Vor allem die Annahme zeigte sich deutlich verbessert», so Polak. Vom besten Saisonspiel seines Teams mochte der Näfelser Trainer nicht sprechen, eher davon, dass es noch Steigerungspotenzial hat. «Wir sind noch nicht dort, wo ich hin will. Wir werden im Verlauf der Saison bestimmt noch besser.»

Nicht viel zu reden gabs auch über den dritten Durchgang. Den Portugiesen gelang zu Beginn des Satzes alles, Näfels nicht viel. Lissabon punktete mit Servicewinnern, guten Angriffen und starken Blocks, und schon hiess es 8:3 für die Portugiesen. Mit diesem Rückstand war die Luft bei den Näfel­sern draussen. «Bei einem solchen Spielstand können wir gegen ein Team wie Benfica nichts mehr ausrichten», sagte Polak.

Benficas Trainer José Jardim war verständlicherweise zufrieden mit seinem Team. «Wir waren während der gesamten Dauer konzentriert und beweglich. Dazu haben wir bei den Services variiert. So konnten sich die Näfelser nicht gut darauf einstellen.»

Die niedrige Halle im SGU bereitete den Portugiesen keine Mühe. Das Heimteam spielte ebenso viele Bälle an die Decke wie die Gäste. Das hat einen Grund. Landesmeister Benfica Lissabon spielt in der Challenge und nicht in der Champions League, weil auch ihre Stammhalle für die höchste europäische Liga zu niedrig ist.

Biogas Volley Näfels – Benfica Lissabon 0:3 (20:25, 21:25, 12:25)
Lintharena SGU.
450 Zuschauer
Spieldauer: 70 Minuten
SR Vasko (Slk), Youchef (Bul)

Biogs Volley Näfels:
Godoy, Gygli, Pollock, Sutter, Pulko, Martinez, Walzer, Milanez, Wunderle, Ehrat, Friend, Riedi

Benfica Lissabon:
Bertassoni, Duff, Casas, Lucas Gaspar, van Werkhofen, Kolev, Silvia Reis, Oliveira, Llanes Diaz