Ein viel spannenderes Revier-Derby als es das Resultat vermuten lässt
Die ersten zwei Sätze zwischen Näfels und Jona sind hart umkämpft. Beide Male behalten die Glarner das bessere Ende für sich und knicken damit die Moral der Gäste. Näfels gewinnt 3:0 (29:27, 25:20, 25:16).
Das stimmungsvolle Revierderby vor gut gefüllter Kulisse hielt während einer Stunde, was es versprach: Spannung, enge Entscheidungen, Emotionen. «Jona bedrängte uns mit seinem guten Spiel in den ersten zwei Sätzen, doch es gelang uns, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen», resümiert Nico Beeler, der Joner in den Reihen von Näfels.
Der Startsatz verlief lange ausgeglichen. Näfels spielte zwar gefälliger, aber auch fehlerhafter als Jona. Entsprechend lagen die Gäste meist knapp vorne. Als es gegen die Satzentscheidung ging, stellte Jonas Topscorer Mihai Voleanschii der Näfelser Annahme derart schwierige Aufgaben, dass sich Jona drei Breakpunkte in Folge sicherte. 20:15 führten die St. Galler und schienen dem sicheren Satzgewinn entgegenzusteuern. Zwei Joner Fehlangriffe liessen Näfels auf 20:21 verkürzen und wenig später dank eindrücklichem Angriffsspiel in Führung gehen. Anders Jona, dessen Offensivabteilung nicht mehr vom Fleck kam. Doch die weiterhin hohe Fehlerquote der Näfelser sorgte dafür, dass der Satz in die Verlängerung ging. Die beiden ersten Satzbälle vergeigte Näfels nach Missverständnissen. Nico Beeler dazu: «Wir hatten gute Defense-Aktionen, machten wegen dummen Fehlern den Punkt dann doch nicht.» Nach einem Ass von Best Player Voleanschii, hatte Jona doch noch Satzball. Doch Näfels wehrte ihn mit einem Mitte-Angriff von Routinier Nikolov ab. Das Ende besiegelte Näfels Topscorer Iliya Goldrin mit zwei Servicewinnern zum 29:27. Bemerkenswert: Dies war der erste und einzige Zweipunkte-Vorsprung für Näfels im Startsatz. Jonas Captain Ramon Caviezel meinte zum unglücklichen Satzverlust, dass sie als junges Team mental heute nicht so gut gewesen seien, obwohl sie gut mithielten und ergänzt: «Es war ein Megafight, der richtig Spass machte.»
Jona am Anfang, Näfels am Ende stark
Der Auftakt des zweiten Satzes war für Näfels ein Drama, dessen Hauptdarsteller Näfels’ Topscorer war. «Vier Fehler hintereinander – das ist mir noch nie passiert», meinte er nach dem Spiel noch immer ungläubig zum 0:4 Rückstand. Jona war besser, spielfreudiger bis weit über die Satzmitte. Topscorer Voleanschii und die Mittelangreifer Birchler und Maag buchten regelmässig und verteidigten die Führung. Die Wende leiteten drei Näfelser Punkte in Folge zur deren erstmaliger Führung ein - 16:15. Jona ging nach einem Killerblock zwar nochmals in Führung (18:17), dann aber kippte das Spiel. Näfels gelang fast alles. Als Beispiel sei hier der Punkt zum 19:18 erwähnt: Linus Birchlers Angriffsball wird in Extremis zuerst von Nikolov und dann von Goldrin im Spiel gehalten, ehe der Ball zu Passeur Podleśny kommt, der aus dem Rückraum voll draufhält und punktet. Bis zum Satzende ändert sich die Szenerie nicht mehr – ein Näfels im Flow bringt den Satz mit 25:20 ins Trockene. Der Joner Captain erklärt den Grund der Wende zu ihren Ungunsten: «Unser Game Plan ging nicht mehr ganz auf. Es gelang uns nicht mehr, den Näfelser Block auseinanderzuziehen.»
Nach der 2:0 Führung der Näfelser war Jona weg vom Fenster. Das Team glaubte nicht mehr an eine Wende, gab sich auf. Das Spiel im dritten Satz war Volleyball zum Vergessen – mit vielen Fehlern hüben wie drüben. Näfels spazierte locker durch und gewann den Satz mit 25:16 deutlich.
Das Spiel mit dem Kopf
Die beiden polnischen Zuspieler, Podleśny bei Näfels und Gniecki bei Jona waren sich nach der Partie einig, dass der Sieg der Glarner verdient sei. Näfels’ Best Player Podleśny sagte: «Wir sind sehr glücklich, dass wir heute gewinnen konnten. Es war ein hartes Spiel. Unsere Annahme war heute viel besser als gegen Thessaloniki – dies war der Schlüssel.» Solches konnte Jonas Zuspieler nicht sagen: «Unsere Annahme war heute nicht gut.»
Nico Beeler erwähnt, dass Jona zwei Sätze über weite Strecken ebenbürtig gewesen sei und erklärt, weshalb Näfels trotzdem 3:0 gewann: «Wenn wir gut spielen, sind wir etwas besser als Jona. Am Ende der Sätze gelang uns dies.» Die beiden ersten Sätze seien ein Kopfspiel gewesen, das wie meist vom Team mit mehr Selbstvertrauen und grösserer Aggressivität gewonnen wurde, so Beeler weiter. Trotz Niederlage sieht Jonas Neo-Captain Caviezel auch Positives: «Nach den letzten drei Spielen war das heutige Derby eine Steigerung. Wir haben uns auf die niedrige Lintharena vorbereitet und konnten dies heute mehr oder mehr oder weniger gut umsetzen.
Matchtelegramm
Biogas Volley Näfels – TSV Jona Volleyball: 3:0 (29:27, 25:20, 25:16)
Lintharena, Näfels.- 350 Zuschauende. – Spieldauer: 80 Minuten.
SR: Mihaela Milos , José Luis Reyes
Volley Näfels:
Startformation: Podleśny (Passeur, 5 Punkte), Küng (Libero), Beeler (9), Goldrin (14), Nikolov (11), Mejía (6), Ropponen (11)
Einwechslungen: Lienhard
Headcoach: Matjaž Hafner
Assistant Coach: Álvaro Jurado Moreno
TSV Jona Volleyball:
Startformation: Gniecki (Passeur, 1), Caviezel (Captain, 5), Blaser (Libero), Birchler (6), Maag (4), Voleanschii (20), Zandbergen (2)
Einwechslungen: Clement, Conconi (2), Finschi, Margot (1), Schmid (Libero)
Headcoach: Dalibor Polak

Best Player: Passeur Błażej Podleśny zeigte eine starke Partie. Mit seinen Pässen riss er den Joner Block immer wieder auseinander

Gute Arbeit am Netz: Näfels blockte erfolgreicher als Jona – 9 zu 3 direkte Blockpunkte sind die Zahlen dazu. Meister in dieser Sparte war Risto Nikolov, dem 5 Monsterblocks gelangen

Topp-Defense: Nico Beeler konnte seine Qualitäten in der Defensive mehrfach beweisen, doch die Fortsetzung nach solch herausragenden Rettungstaten war zu selten vom Erfolg gekrönt. So ist es auch beim zweiten Satzball im Startsatz, denn der Ball plumpste danach einfach mitten in Näfels Feld zu Boden.

Rettende Services: Dank zwei bärenstarker Services von Iliya Goldrin sicherte sich Näfels den ersten Satz doch noch

Viel Gesprächsstoff: Coach Matjaž Hafner hatte in der Pause nach dem Startsatz seinen Spielern viel zu sagen, weil ihm einiges bis zu diesem Zeitpunkt nicht passte

Topscorer-Duell: Mihai Voleanschii zeigte auch gegen Näfels, weshalb er das rote Mobiliar-Shirt trägt: Er war mit 20 Punkten der beste Punktesammler des Spiels, gefolgt vom anderen Mann in Rot – Iliya Goldrin buchte 14 Punkte

Neo-Captain: Ramon Caviezel war erstmals Jonas Captain und sagte nach dem Spiel, dass er in dieser neuen Rolle noch vieles besser machen müsse.

Geschafft: Näfels jubelt über den Derby-Sieg

So strahlen Sieger

Küng und Küng: Libero Lorenz Küng verabschiedet sich von seinem langjährigen persönlichen Sponsor Rolando K. Küng, der in seine zweite Heimat auswandert bzw. zurückkehrt


























































































