Ein starkes Lebenszeichen von Volley Näfels gegen den Kronfavoriten
Volley Näfels verlor gegen Lugano zwar 2:3 (25:20, 20:25, 25:22, 23:25, 15:13), zeigte aber die beste Leistung seit vielen Wochen. Näfels trat als kompaktes uns kampfstarkes Team auf und hätte dieses Spiel mit etwas mehr Wettkampfglück auch gewinnen können. Diese Leistung und der Punktgewinn lassen Näfels wieder hoffen.
Näfels harmonierte zum Auftakt des Spiels viel besser als in den letzten Spielen. Ohne die verletzten Polak und Stefan Ilic, dafür mit Ugi Ilic und Samuel Ehrat, startete die Polak-Truppe immerhin mit zwei jungen Spielern. Beim ersten technischen Time-out lagen die Glarner gegen den grossen Favoriten 8:6 in Führung. Der Auftritt der Glarner war im Vergleich zu den letzten Spielen stark verbessert. Die Abstimmung im Team passte. Die Mitte kam viel zum Zug und vor allem Samuel Ehrat verwertete fast jeden Ball zum Punktgewinn. Lugano war aber in der Lage auf diesen Rückstand zu reagieren und ging bis zum nächsten Time-out 16:13 in Führung. Nach zwei beeindruckenden Einerblocks von Ivan Bedrac und Samuel Ehrat zum 15:16 konterte Lugano aber mit drei Punkten in Folge. Einmal mehr war es die Verteidigung am Netz, welche bei Näfels nicht genügend schnell war. Luganos Diagonalspieler Banderó sah sich meist nur einem Einerblock gegenüber und hatte überhaupt keine Mühe um zu punkten. Mit dem Score von 25:20 holte sich Lugano den Satz am Ende doch noch klar.
Als sich der Knoten löste…
Der Auftakt im zweiten Satz misslang Näfels völlig. Das Time-out beim Stand von 0:5 aber verfehlte die Wirkung nicht. Näfels fing sich auf, verkürzte auf 4:8. Was dann geschah, überraschte dann völlig. Den Auftakt machte Pulko mit einem Servicewinner. Dieser Punkt löste den Knoten bei Volley Näfels. Es agierte fortan in einem wahren Spielrausch. Die Feldverteidigung mit Dani Werner, Block, Services, Annahmen und dadurch auch das Angriffsspiel liefen wie am Schnürchen. Lugano wurde richtig auseinandergenommen. So holte Näfels Punkt für Punkt auf und glich zum 14:14 aus. Nun nahmen die Bianchoneri ein Time-out, der Erfolg aber bleib bescheiden. Näfels dominierte und Lugano wurde immer nervöser. Am Ende stand es 25:20 für die Glarner.
Der dritte Satz war sehr ausgeglichen. Nach der 8:7 Führung kassierten die Glarner aber vier Punkte in Serie. Erneut war es die Verteidigungsarbeit am Netz, welche nicht klappte. Doch dank guter Services von Ilic und Kankaanpää konnte Näfels die Führung mit 18:16 erneut an sich reissen. Der darauffolgende Punkt hätte auch Näfels gehört, doch der zweite Schiedsrichter sah einen Übertritt der Luganesi nicht. Es war jetzt ein Auf-und-Ab der Gefühle bei Näfels - mit Einerblock auf der positiven und Servicefehler auf der anderen Seite. Erst als Luganos Banderó zum Service kam, war es um Näfels geschehen, da die Annahme diese Geschosse nicht ausreichend parieren konnte. Der Satz ging mit 25:22 an Lugano.
Verdienter Satzausgleich
Auch der vierte Umgang war erneut eine sehr enge Angelegenheit. 7:8 und 16:15 hiess es bei den Timeouts aus der Sicht der Glarner. Vor allem zu Beginn des Satzes gab es einige wunderbare Szenen, in denen sich Pulko, Ehrat und Büsser immer wieder auszeichnen konnten. Dazu klappten auch die Services teilweise sehr gut und brachten Näfels in wichtigen Momenten einfache Punkte ein. Obwohl Lugano drei Punkte in Folge zur 18:16 Führung gelangen - die Polak-Truppe glaubte weiter an sich, bewies Kampfgeist und Cleverness wie lange nicht mehr. Kennzeichnend der Satzball, den Kankaanpää gegen den Dreierblock der Ticinsi mit einer unerreichbaren Finte zum 25:23 verwertete.
Wende nach dem Seitenwechsel
Kommen jetzt endlich die Tie-Break Könige wieder einmal zum Zug, war die spannende Frage vor dem Entscheidungssatz. Zumindest bis zum Seitenwechsel beim Stand von 8:5 für Näfels war dies der Fall. Doch danach durchlebte Näfels ein Tief, welches zu lange dauerte. Lugano konnte 12:10 in Führung gehen. Diesen Rückstand konnten Bedrac und Co. nicht mehr wettmachen. Das Momentum war auf die Seite der Platzherren gekippt. Näfels zeigte zwar immer noch sehenswerte Angriffe, doch statt des erhofften Servicewinners gab es einen Servicefehler, der zum Matchball für Lugano führte. Den ersten wehrte Näfels noch ab, doch den zweiten Matchball verwertete der schlagkräftige Diagonalspieler Banderó mit einem Blockout gegen den Block von Näfels.
Diese Leistung gibt Anlass zur Hoffnung. Dass Näfels mit dem Messer am Hals und zuletzt teilweise schwachen Leistungen doch noch ins Rennen um den Playoff-Final einsteigen kann, konnte man gegen das nun seit 13 Spielen ungeschlagene Lugano nicht erwarten. Wären die Schiedsrichter in einigen wichtigen Momenten aufmerksamer gewesen, wäre es am Ende um den Sieg noch enger und spannender geworden. Schade um den Punkt, aber auch neue Hoffnung, weil auf dieser Leistung aufgebaut werden kann.
Matchtelegramm
Palestra Palamondo, Cadempino-Lugano,14. Februar 2013, 20:00
Spieldauer: 134 Minuten
Zuschauer: 100
EN Gas & Oil Lugano - Volley Näfels 3:3 (25:20, 20:25, 25:15)
EN Gas & Oil Lugano:
Garnica (Passeur), Gelasio (Libero), Lehtonen, Manassero, Hubner, Banderò, Mariano; Beggiolin
Coach: Mario Motta
Volley Näfels:
Bedrac (Passeur), Werner (Libero), Büsser (Captain), Ehrat, Pulko, Kankaapää, Ugi Ilic; verletzt: Dalibor Polak und Stefan Ilic.
Coach: Dalibor Polak
1. SR: Grellier Cédric
2. SR: Nellen Christian



























































































