Freitag, 28. Oktober 2022; 07:00
NLA

Ein besonderes Spiel für Leandro Mejía, den ehemaligen Luzerner bei Näfels

Von: Köbi Hefti

Beim Spiel von Volley Näfels am späteren Sonntagnachmittag in Luzern geht es um einen Rang weit vorne in der Tabelle.


Der Auftakt in der Meisterschaft gelang den Glarnern und den Luzernern gut. Derzeit haben Näfels nur einen und Luzern zwei Punkte Rückstand auf Leader Chênois. Luzerns Captain Peer Harksen will beim Verfolgerduell Luzern vs. Näfels kein Team favorisieren und sagt zur Ausgangslage: «Es geht um viel, denn der Sieger dieses Spiels wird vermutlich die erste der drei Qualifikationsrunden auf einem Playoff-Platz abschliessen.» Sieger am späten Sonntagnachmittag in der Bahnhofhalle werde jenes Team sein, das weniger Fehler mache, so seine Prognose. Leandro Mejía, Näfels’ Mittelblocker, der letztes Jahr noch bei Luzern spielte, zählt auf, was besonders wichtig sei: «Konzentriert sein, auf alle Anweisungen des Trainers achten und umsetzen, woran wir unter der Woche gearbeitet haben.»

Spielrausch statt Schockstarre
Die Glarner wie die Zentralschweizer gehören in der noch jungen Saison zu den positiven Überraschungen. Volley Luzern gelang ein unglaublicher Start mit drei Tie-Break-Siegen gegen die Top-Teams Amriswil, Schönenwerd und Lausanne UC. Dabei gab es kurz vor Saisonstart den grossen Knall in Luzern: Trainer Marco Fölmli wurde aus finanziellen Gründen per sofort entlassen. Doch das Team liess sich dadurch nicht nach unten ziehen. Captain Harksen dazu: «Wir hatten keinen Druck mehr, wollten nur noch spielen, spielen. Es gelang uns zeitweise in einen Rausch zu spielen. Aber wir hatten auch schwächere Phasen, so auch bei unserem letzten Spiel gegen Chênois in Genf.»

Das Spiel mit den Erinnerungen
Bei den Aufeinandertreffen zwischen Näfels und Luzern waren in der Vergangenheit oft Emotionen im Spiel. In den letzten vier Saisons endeten diese Duelle mehrheitlich mit herben Enttäuschungen für Näfels. Einzig letztes Jahr war das anders, als Näfels im Cup-Viertelfinale siegreich war.
Für zwei Spieler ist der Fight am Sonntag besonders speziell. Sowohl Näfels’ Leandro Mejía wie Luzerns Peer Harksen haben eine Vergangenheit beim gegnerischen Team.

Mejía hat immer noch Kontakt mit seinen Kollegen. «Besonders mit Nathan Borch, dem Kumpel, mit welchem zusammen ich am meisten Zeit in Luzern verbrachte. Es war sehr schön.» Der Kolumbianer ist voll des Lobes über die Luzerner: «Volley Luzern hat mir die Möglichkeit gegeben in dieses wunderbare Land zu kommen. Sie öffneten mir die Türen. Dafür werde ich immer dankbar sein und ihnen Respekt zollen.» Entsprechend wird er «mit vielen Gefühlen» zu diesem Spiel gehen. Mejía, der erst seit rund einem Monat in Näfels weilt - vorher war er mit dem Nationalteam Kolumbiens unterwegs - gefällt es im Glarnerland gut. Die Leute seien sehr freundlich und die Landschaften sehr schön, sagt er zu seinen ersten Wochen und ergänzt: «Ich hoffe, dass ich noch viele schöne Orte besuchen kann.» 
Schon mehr als drei Jahre ist es her, seit Peer Harksen bei Näfels spielte. «In den Spielen gegen Näfels kommen schon Erinnerungen an meine Zeit im Glarnerland hoch. Ich erinnere mich gerne an diese Zeit, obwohl das Kapitel Volley Näfels und Peer Harksen unvollendet geblieben ist», betont er vielsagend.



Qualifikation 5. Runde:

CONCORDIA Volley Luzern - Volley Näfels

Bahnhofhalle, Luzern, Sonntag, 30. Oktober 2022, 17:00
 

Leandro Mejía: Die Rückkehr nach Luzern ist für ihn mit Dankbarkeit und Respekt für diesen Verein verbunden

Klare Anweisungen: Coach Matjaž Hafner hatte im Derby gegen Jona seinen Spielern viel zu sagen, das könnte in Luzern gleich sein

Strahlende Gesichter: Nach dem Derby-Sieg strebt Näfels den nächsten Vollerfolg an, doch Luzern ist ein kampfstarker Gegner, der auch in dieser Saison auch schon in einen Spielrausch kann