Freitag, 7. Dezember 2012; 18:32
NLA

Doppelwochenende im Tessin und gegen Genf im sgu

Von: Rolando K. Küng

Volley Näfels hat dieses Wochenende noch einmal ein volles Programm mit dem Auswärtsspiel in Lugano und dem sonntäglichen Heimspiel gegen Chênois in der linth arena. Dabei treffen die Näfelser auf die beiden Teams, gegen welche sie bisher am klarsten gewonnen, aber auch am klarsten verloren haben.

 

Das Heimspiel in Näfels gegen EN Gas&Oil Lugano ging, das muss man auch jetzt noch anerkennen, klar verloren. Dass aber die Tessiner nicht unschlagbar sind, haben bis jetzt Volley Amriswil im ersten Spiel und vor Monatsfrist ausgerechnet auch der CS Chênois bewiesen. Mit ihrem unerwarteten Heimsieg läuteten die Genfer eine Serie ein, welche ihnen seither fünf Siege in Folge bescherte. Und damit auch die Aufholjagd, nach dem mehr als schwachen Start in die Meisterschaft, in welcher es für sie nicht zuletzt um die Verteidigung des Schweizer Meistertitels geht.

 

Das Unmögliche möglich machen

So bekommen es die Spieler um Captain Thomy Büsser am Samstag auswärts mit dem Tabellenführer aus Lugano zu tun. Eine Chance hat die Polak-Truppe gegen jeden Gegner, das ist klar. Bei einem Blick auf die letzten Resultate der Tessiner sieht man aber, dass diese nun so richtig in Fahrt gekommen sind. Und so braucht es bestimmt eine Sonderleistung aller Spieler, wollen sie sich eine Chance gegen das Team mit vier Ausländern und dem Rest aus dem Tessin und der benachbarten Lombardei stammenden Spielern ausrechnen. Dank des neuen potenten Sponsors scheinen die finanziellen Mittel beim ehemaligen Pallavolo Lugano schier grenzenlos. Jedenfalls wenn man das mit Schweizer Verhältnissen vergleicht. Ein Vergleich mit dem Damen-Team Voléro's wäre zwar noch vermessen, aber es geht in diese Richtung. Wie nachhaltig die Veränderung sein wird, muss sich zuerst noch zeigen. Vorerst aber verfügen die Südschweizer nominell ganz sicher über das stärkste Team der NLA. Wie lang und wie schwer das Spiel in der Halle von Cadempino werden wird, weiss keiner. Es kann eine kurze Sache werden wie zuletzt Luganos Spiel in Lausanne gegen den LUC. Aber es kann auch über fünf Sätze gehen und dann hätte Volley Näfels vielleicht eine Chance. Denn beide Fünfsätzer hat ja Lugano bisher verloren und die Glarner sind berühmt dafür, solch lange Spiele für sich zu entscheiden.

 

Kein Sonntagsspaziergang im sgu

Ob kurzes oder langes Spiel, die Dauer der Heimfahrt aus dem Tessin beeinflusst das wenig. Und es bleiben so oder so zuwenige Stunden, um sich vollständig wieder zu regenerieren, denn schon nachmittags um fünf Uhr wartet im sgu das nächste Schwergewicht auf Gastgeber Volley Näfels. Dann vor heimischen Publikum und hoffentlich nicht allzu erschöpft, trifft die Polak-Truppe auf den sich in aufsteigender Form befindenden CS Chênois. In der Vorrunde haben die Glarner den Genfern eine fast historisch klare Niederlage zugefügt. Aber das war der Tiefpunkt in deren bisheriger Saison, danach ging es nur noch aufwärts, zumal inzwischen der zu Beginn noch verletzte Carlos Guerra wieder mit dabei ist. Und so kann man also nicht davon ausgehen, dass dieses Spiel ein leichter Sonntagsspaziergang wird. Vielmehr wird Chênois versuchen, die Scharte aus Spiel eins auszuwetzen.

 

Spiele fürs Selbstvertrauen

Für Volley Näfels geht es darum, sich in den ersten drei Plätzen zu behaupten um von den Bonuspunkten für die Playoff-Quali-Runde zu profitieren. Aus der letzten Saison hat man aber gesehen, dass diese 3, 2 oder 1 Punkte nicht entscheidend sind. So ist damals Lugano ohne Bonuspunkte gestartet und landete trotzdem in den Finalspielen. Und auch Volley Näfels nahm keine Bonuspunkte mit und übertrumpfte ganz am Schluss noch den TV Schönenwerd um Meisterschafts-Bronze. Womit also belegt wäre, dass die Geschichte mit den Bonuspunkten vielleicht etwas Rechnerei, nicht aber eine Vorentscheidung ist. Und trotzdem muss sich Volley Näfels zum Ziel setzen, aus diesen beiden Spielen mindestens drei Punkte zu holen. Es möge ihnen gelingen, die noch vorhandenen Kraftreserven zu konzentrieren um aus diesen beiden letzten wichtigen und schweren Spielen des Jahres noch möglichst viel fürs Selbstvertrauen herauszuholen. Denn mit dem Heimspiel im Swiss Cup gegen Lutry und dem Auswärtsspiel gegen Laufenburg kurz vor Weihnachten wird das Volleyballjahr Näfels' eher unspektakulär ausklingen und Siege werden ganz einfach erwartet. Aber dieses Weekend müssen die Spieler noch einmal alles geben und das sind sie sich hoffentlich auch bewusst.

Foto: Köbi Hefti - Dalibor Polak wird sich wohl auch in Lugano wieder der 3er-Blocks Luganos erwehren müssen