Doppelwochenende auswärts gegen Lutry-Lavaux und Volley Amriswil
Volley Näfels steht vor einem strengen Wochenende mit einer weiteren Fahrt in die Romandie nach Lutry am Samstag. Und bereits am Sonntag folgt das schwere Auswärtsspiel gegen Volley Amriswil, Näfels' Erzrivale aus der Ostschweiz. Da bleibt nicht viel Zeit zur Erholung.
Nach der Startniederlage bei Laufenburg-Kaisten übt sich Lutry-Lavaux im Wunden lecken. So kann man im Bericht auf ihrer Website nachlesen, dass die Waadtländer erstens überhaupt nicht mit dieser Niederlage gerechnet haben und zweitens wohl noch nicht richtig bereit waren für einen harten Kampf. Unterschätze niemals deinen Gegner! Wie wahr doch dieses Sprichwort ist und Lutry steht als gutes Beispiel dafür was passieren kann, wenn man nicht hundert Prozent bereit in ein Spiel steigt. Mit Andy Sutter und Jefferson Bellaguarda hat sich Laufenburg verstärkt und den Romands den Meister gezeigt. Und diese Niederlage gegen einen bezwingbaren Gegner bindet die Jaton-Truppe bereits zurück in der Hoffnung auf den sechsten Platz nach der Quali-Runde. Denn da wollen sie hin, die Volleyballer aus dem Vorort von Lausanne. Und noch am Supercup zeigten sie mit eben diesem 6. Platz auf, wohin die Reise gehen soll. Ein Sieg gegen den TV Schönenwerd hätte man dem Team Nr. 3 vom Genfersee eher nicht zugetraut. Und da ist da noch der knappe Sieg mit Kampf und Krampf vom selben Spiel des letzten Jahres. Da gab Volley Näfels zwei Sätze und einen Punkt ab gegen dieses Lutry-Lavaux. Die meisten Spieler der Näfelser erinnern sich sicher noch gut an dieses Spiel in der kleinen und sehr lauten Halle von La Conversion. Und diese verlorenen Sätze und der fehlende Punkt wären am Schluss, als es um Sein oder Nichtsein ging, Näfels noch fast zum Verhängnis geworden. Zum Glück gewann Volley Näfels damals das allerletzte Heimspiel gegen Lausanne UC um diesen ominösen fünften Platz, wurde am Schluss der Meisterschaft Dritter und rettete damit seine Saison. Aber dieser Larifari mit zwei Satzniederlagen hätte auch geradesogut sehr teuer werden können. Und somit wird Trainer Polak wohl vor dem Spiel in der Kabine seinen Spielern glasklare Anweisungen ins Ohr flüstern. Die dürfen nicht mal daran denken, sich dem "laisser-faire" hinzugeben. Denn einmal darf man einen solchen Fehler vielleicht noch machen, aber kein zweites Mal. Deshalb muss die Losung also lauten: "Volle Kraft voraus" und zwar vom ersten Ballwechsel an. Dann kann diese Mannschaft welche aus Hobbyspielern besteht, aber durchaus sehr gute Volleyballer in ihren Reihen weiss, auch ohne Satzverlust bezwungen werden. Und damit wären drei Punkte im Trockenen, welche Manager Gygli auch budgetiert hat wenn er sagt: "Aus den nächsten drei Auswärtsspielen gegen Lutry, Amriswil und Chênois müssen mindestens sechs Punkte her". Auf dem Papier sind also diese ersten Punkte am einfachsten zu holen.
Nach kurzer Nacht der Hammer
Ganz anders wird das am Sonntag um fünf. Nach einer langen Heimreise und der entsprechend kurzen Nacht kommt es am Sonntag zum ersten ganz grossen Spiel der Saison. Volley Amriswil steht auf dem Programm. Aber wenigstens hat es der Spielkalender diesmal gut gemeint mit beiden Gegnern. Denn auch die Thurgauer werden eine lange Fahrt in den Knochen haben, wenn sie zu diesem Spiel antreten. Am Vorabend sind sie beim Favoriten auf den Titel im Tessin zu Gast. Das Finalspiel des Supercups in Lausanne hat Volley Amriswil gegen die Dragons aus Lugano klar verloren. Und auch im Meisterschaftsspiel sind die Ticinesi klarer Favorit. Wer aber die Fighter von Volley Amriswil kennt, der weiss, dass sie auf jeden Fall ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen werden. Besonders nach der ebenfalls eher überraschenden Heimniederlage beim Start gegen den TV Schönenwerd. So kann es also passieren, dass am Sonntag die Differenz vor dem Spiel zwischen den beiden Klubs ganze sechs Punkte beträgt. Und das wäre dann erst recht das Signal zum totalen Angriff für die Blues aus dem Oberthurgau. Nichts aber, was die Polak-Truppe nicht auch zu neutralisieren weiss. Sie darf sich im Hexenkessel Tellenfeld einfach nicht einschüchtern lassen, wie sie das ja schon sehr oft meisterlich gezeigt hat.
Amriswil setzt auf Latinos und junge Schweizer
Im Jahr eins nach Captain Marco Bär scheint das Team, jetzt mit Passeur Cao, dem Ex-Näfelser als klare Nr. 1 und den Neuzuzügen Santiago Alvarez (Arg) auf Diagonal und dem Annahmespieler aus Venezuela Luis Arias, auf Latino-Power zu setzen. Libero Philipp Kroiss aus Österreich wird ersetzt durch den Kanadier Benoît Raymond. Der Serbe Alexandar Ljubicic war in Deutschland und vor einigen Jahren mal bei Voléro Zürich. Er ist dank seiner Grösse von 2.04 ein starker Mittelblocker. Die Mannschaft ist jung und weist ein Durchschnittsalter von gerade mal knapp 25 Jahren auf und es ist nicht zu übersehen, dass Trainer Dario Betello auch die eigenen Jungen aus der Talentschule nun an die NLA heranführen will. So stehen denn mit Claudio Kriech und Adrian Heidrich gleich zwei dieser Talente bereits im Kader von Volley Amriswil. Der Jugend gehört die Zukunft und Amriswil schafft mit seiner Talentschule etwas was dem Näfelser Volleyballklub vor vielen Jahren auch immer wieder gelungen ist. Seit Marco Gygli schaffte aber kein einziger Junior mehr nachhaltig den Sprung ins Kader und das ist nun auch schon wieder einige Jahre her.
Einer wird gewinnen - aber wer?
Trotzdem stehen mit Nico Beeler und Samuel Ehrat zwei riesen Talente im Kader der Polak-Truppe. Ihnen kann einiges zugetraut werden und es überraschte nicht, wenn sie schon in dieser Saison zu Leistungsträgern des Teams aufstiegen. Sicher ist, dass dieses Spiel von der Affiche her sehr viel verspricht und es wie immer zwischen den beiden Erzrivalen, keinen Favoriten gibt.


























































































