Donnerstag, 16. Februar 2006; 20:00
Allgemein

Dieser Fall ist noch nicht gelöst

Von: Köbi Hefti

Der Volleyball-Krimi Näfels – Amriswil wird fortgesetzt   Überstunden für die Näfelser Volleyballer. Nach der 0:3-Niederlage (19:25, 23:25, 24:26) in Amriswil kommt es am Samstag in Näfels zum grossen Showdown. Wie letztes Jahr wird der Finalist erst im fünften Spiel erkoren.

Nimmt man die gestrige Partie als Massstab, dürfte der Gegner des bereits als Finalist feststehenden Chênois diesmal eher Amriswil heissen. Das Team von Trainer Jalal Baghdady, das die beiden letzten Partien relativ klar verloren hatte, zeigte eine ausgezeichnete Leistung und liess die Glarner nie richtig ins Spiel kommen. Amriswil konnte im dritten Satz einen 9:13-Rückstand wettmachen. Die Näfelser liessen nicht nur in dieser Phase die nötige Kaltblütigkeit vermissen und konnten in der ganzen Partie nie an ihre zuletzt gezeigten guten Leistungen anknüpfen. Aber auch schon die erste Partie der Best-of-five-Halbfinalserie hatte Amriswil gewonnen und sich in die vermeintlich bessere Position gehievt – bis Näfels die nächsten zwei Spiel relativ klar für sich entschied.
Näfels konnte in Amriswil mit der Formation antreten, die am letzten Samstag gross aufgespielt und den Thurgauern beim 3:1-Heimsieg keine Chance gelassen hatte. Die gleiche Aufstellung war aber die einzige Parallele zum samstäglichen Spiel. Denn Amriswil startete gestern Abend im heimischen Tellenfeld deutlich besser. Seine Angriffe waren erfolgreicher, Näfels hatte Mühe zu Punkten zu kommen. Beim Stand von 11:7 für die Thurgauer nahm Näfels' Trainer Juan-Manuel Serramalera sein erstes Time-out. Aber die Näfelser blieben auch danach mit ihren Angriffen wenig erfolgreich. Für den Gleichstand von 17:17 brauchte es schon die Fehler der Amriswiler, die sich danach aber wieder steigerten, ein ums andere Mal punkteten und den ersten Durchgang schliesslich mit 25:19 für sich entschieden.

Nichts Überraschendes

Auch im zweiten Satz fehlte dem Näfelser Spiel das Überraschungsmoment. Wie solche Spielzüge auszusehen haben, demonstrierte dagegen Amriswil, das mit den verschiedensten Variationen die Näfelser Abwehr vor grosse Probleme stellte und so oft punktete. Aber das risikoreiche Spiel der Thurgauer hatte auch seine Schattenseiten. Amriswil machte viele Fehler und konnte die Näfelser dadurch nie richtig distanzieren. Es reichte aber trotzdem zum Satzgewinn, den Cuko mit der Verwertung des zweiten Satzballes sicherstellte.
Den dritten Satz begann Näfels etwas besser. Mit schönen Service- und Blockpunkten konnte der Meister bis auf 13:9 davonziehen. Es schien, als würde er diesen Vorsprung halten können. Doch dann läutete der immer noch humpelnde Cuko mit zwei Servicewinnern die Wende ein. Amriswil konnte zum 18:18 ausgleichen. Mit dem Publikum im Rücken und durch die gelungene Aufholjagd gerieten die Amriswiler in einen Spielrausch und zogen auf 22:19 davon, doch Näfels kam nochmals heran (23:23, 24:24). Den zweiten Matchball verwerteten aber dann die Thurgauer mit einem Blockpunkt zum 26:24.

Bedeutung vergessen

«Jeder wusste worums ging, nur Näfels nicht», lautete Teamchef Ruedi Gyglis knappe Kritik. Philipp Gabathuler sagte: «Amriswil spielte viel besser als am Samstag und hatte riesige Unterstützung durch das begeisterte Publikum.» Roman Landolt: «Die Annahme war im ganzen Spiel zu wenig konstant. Wir hatten ein Problem mit den Angriffen über die Position vier. Unser Spiel war zu durchschaubar.» Ähnliches folgerte auch Trainer Serramalera: «Wir litten unter der ungenügenden Annahme. Aber ich konnte nichts machen, wir hatten keine Wechselmöglichkeiten.» «Unter Druck machten wir die wichtigen Punkte», lautete das Fazit von Amriswils Captain Marco Bär.