Montag, 12. Februar 2007; 06:29
Allgemein

Diese Halbfinalserie ist noch lange nicht gelaufen

Spätestens nach dem dritten Playoff-Halbfinalspiel zwischen Näfels und Lausanne erweisen sich die Waadtländer als ebenbürtiger Gegner. Der Näfelser Sieg im zweiten Heimspiel am Samstag hing an einem seidenen Faden.

Büschi und Guille haben bei Zhukovs Angriffen immer alle Hände voll zu tun


Es erstaunte schon, mit welch grossem Selbstvertrauen die Lausanner Studenten zu dieser dritten Partie angetreten waren. Der Sieg im Heimspiel vom Mittwoch und vor allem der fünfte Satz schien noch deutlich nachzuwirken. Die Lausanner schienen den Schlüssel gefunden zu haben, wie man Näfels besiegt. So entwickelte sich eine auf hohem Niveau ausgetragene Partie, bei der bis zuletzt nicht klar war, wer gewinnen würde.

 

Super für die Zuschauer

 

«Das Spiel war super für die Zuschauer, dafür etwas weniger für meine Nerven», brachte es ein sichtlich erleichterter Präsident Görauch auf den Punkt. «In Lausanne erwarte ich nun den totalen Krieg», meinte ein total erschöpfter Sämi Büschi, der mit dem letzten Block den Angriff von Lausanne durch Piotr Wicaek abgewehrt hatte. Wie gross die Erleichterung nach dem letzten Punkt war, sah man am Jubel der Näfelser Spieler. Fast schien es, als wären sie soeben Schweizer Meister geworden. Aber allen ist nun klar, dass es im nächsten Spiel keine Schwachstelle mehr erträgt. Jetzt kommt die mentale Stärke ganz entscheidend zum Tragen.

 

LUC verpasste die Entscheidung

 

Lausanne gelang es am Samstag trotz zweimaliger Führung nicht, das Spiel für sich zu entscheiden. Ausserdem war der Gewinn des dritten Satzes durch die Bolle-Truppe mit 30:28 nach fünf nicht verwerteten Satzbällen der Näfelser doch eher glücklich. Im fünften Satz gab Lausanne dann einen Vorsprung von vier Punkten wieder preis. Nach Näfels' Aufholjagd zum 9:9 schien für die Glarner endgültig Endstation zu sein, denn sofort lagen sie wieder mit zwei Punkten hinten. Die Sache schien gelaufen. Serramaleras Timeout zeigte aber doch noch Wirkung, denn es folgten drei Punkte in Serie. Trotzdem kamen die Romands zum ersten Matchball, diesen aber nicht verwerteten. Der Druck, der nun auf jedem einzelnen lastete während dieser Phase, war für jedermann ersichtlich. Erstaunlich auch, dass just Diagonalspieler Obeid nach einer sehr mässigen Partie mit wenig Glanz und Durchschlagskraft gerade im wichtigsten Moment wieder da war. «Hätten wir verloren, wäre für mich das Erreichen des Playoff-Finals zu 90 Prozent gelaufen gewesen», so Görauch. «Heute haben wir aber gesehen, dass ein Heimspiel gegen dieses Lausanne nicht gleichbedeutend mit einem Sieg sein muss.»

 

Sie seien gerade noch mal mit einem dunkelblauen Auge davongekommen, aber nun sei genug Motivation vorhanden, die Best-of-5-Serie am Mittwoch abzuschliessen, meinte ein optimstischer Präsident. «Es wird uns nicht mehr passieren, Lausanne zu unterschätzen, was wir vor dem zweiten Spiel noch getan haben. Jetzt wissen wir, was dann passiert», lautete die kritische Analyse von Andi Sutter, dem ein sehr gutes Comeback gelang. Captain Rafa schaute bereits voraus: «Unser Ziel muss sein, am Mittwoch die Serie zu beenden. Wir mussten gegen Lausanne unten durch und sind an unserer Aufgabe gewachsen. Wir haben dem enormen Druck standgehalten.»

 

Seat Volley Näfels – Lausanne UC 3:2 (19:25, 25:17, 28:30, 25:19, 18:16)

 

linth-arena sgu. – 450 Zuschauer. – Spieldauer: 125 Minuten. – SR: Bollier, Schürmann.

Seat Volley Näfels: Rafa (Captain), Tonga, Obeid, Bär (Passeur), Osias, Büschi, Werner (Libero); Bedrac (Passeur) Andy Sutter, Roman Sutter, Trainer: Serramalera.

Lausanne UC: Wiacek (Captain), Zhukov, Chevallier, Kusio, Froesch, Lardi, Bruschweiler, Hominal (Passeur), Baldi, Jaton (Libero).