Sonntag, 2. Dezember 2007; 20:32
Allgemein

Die Volleyballer von SEAT Volley Näfels wurden auch von Sursee dominiert

Von: Köbi Hefti

Der November Blues bei SEAT Volley Näfels geht weiter. Im heimischen SGU verloren sie das Spiel gegen Sursee klar mit 1:3. Die Einheimischen agierten verunsichert, Sursee überzeugte und spielte stark.

 

„Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos“, sagte Präsident Görauch vor dem Spiel mit ernster Miene. Er sollte mit seinen Bedenken am Ende recht behalten. Sein Team spielte auf einem so tiefen Niveau wie schon lange Zeit nicht mehr. Bereits nach den ersten Ballwechseln wurde deutlich, dass Näfels momentan nur der Schatten eines Spitzenteams ist. Mangelhafte Annahmen führten von Beginn an dazu, dass die Glarner sofort unter Druck kamen. Bis zum ersten technischen Timeout konnten sie das Resultat immerhin ausgeglichen gestalten. Doch dann setzten sich die Gäste aus Luzern, bei denen Passeur Milanez glänzend Regie führte, immer mehr ab und gingen mit 17:11 in Front.

 

Satzbälle hüben und drüben

 

Dieser schier aussichtlose Rückstand aber befreite die Glarner etwas. Sie drehten auf, kombinierten nun variantenreicher und standen erfolgreich am Block. So kamen sie am Satzende nochmals voll an das derzeitige Überraschungsteam der Liga heran, wehrten beim Stand von 22:24 zwei Satzbälle ab und kamen selber zu Satzbällen. Mit sauberen Sideouts konterte Sursee diese Chancen und beendete den Satz nach drei Punkten in Serie mit einer Finte zum 28:26.

 

Dieser Satzverlust – einmal mehr nach nicht verwerteten Satzbällen - verunsicherte die ganze Mannschaft von Näfels noch mehr. Nach dem 7:7 zogen die Luzerner mit sechs Punkten in Serie davon. Wenig später folgte nochmals ein Doppelpack von vier Punkten. In der Halle wurde es sehr ruhig. Bei Näfels ging nichts mehr. Die Angreifer waren ineffizient, die ganze Mannschaft zitterte. Sursee spielte in dieser Phase ausgezeichnet. Sowohl Offensive und Defensive glänzten. Am Ende ging dieser Satz mit 25:16 sehr deutlich an Raiffeisen Sursee.

 

Wundersamer Pausentee

 

Nach der Pause kamen die Einheimischen aggressiv aus der Kabine. Das Spiel beginne bei Null, sie sollen das Geschehene vergessen, war die Devise von Trainer Bolle. Dies funktionierte im dritten Satz von Beginn an. Erstmals konnte SEAT Volley Näfels Sursee unter Druck setzen. Beim ersten technischen Time-out hiess es 8:5. Aber dieser Vorsprung verwandelte sich in Kürze in einen Rückstand. Beim Stand von 10:9 für Sursee kam Roman Suter für Büschi ins Spiel. Dieser Wechsel hatte positive Signalwirkung. Sutters Flatterservices brachten Sursee in Bedrängnis, Näfels konnte sich absetzen und führte erstmals in diesem Spiel mit deutlichem Abstand. Endlich war der bis dahin kompromisslose Kampfgeist zurück. Am Ende gewann SEAT Volley Näfels den Satz mit 25:21. War das die Wende in diesem Spiel, fragten sich die spärlichen Zuschauer nach diesem Satzgewinn. Die Hoffnung, dass auch im vierten Satz Näfels mithalten würde, blieb vorerst bestehen.

 

Verunsicherung  hier – Selbstvertrauen dort

 

Doch Sursee agierte wieder deutlich besser, machte kaum Fehler und lag meist knapp in Front. Da aber auch Näfels nicht nachliess, blieb das Spiel bis zum zweiten technischen Time-out beim Stand von 16:15 zugunsten der Gäste offen. Die Luzerner verteidigten diesen knappen Vorsprung, sie liessen mit tadellosen Sideouts kein Break mehr zu. Im Gegenteil, nach einer Rally liess Näfels eine gute Chance aus, so dass Sursee den Vorsprung auf 22:19 ausbauen konnte. Das war schliesslich eine zu grosse Hypothek und das Ende für Näfels. Die Gäste zogen das Ding mit viel Selbstvertrauen und Kampfgeist durch und gewannen den vierten Satz mit 25:21. Der Sieg der Gäste war absolut verdient. Sursee war das spielbestimmende Team. Näfels wirkte verunsichert und ohne Durchschlagskraft. Diesmal lag das Problem primär bei den Annahmen, welche einen überraschenden Spielaufbau für Passeur Bedrac weitgehend verunmöglichten, bei den Angreifern, welche phasenweise zuwenig Durchschlagskraft zeigten und bei den zahlreichen Eigenfehlern.

 

Matchtelegramm:

 

Näfels, linth-arena SGU, 1.12.2007, 17:00

Spieldauer  105 Minuten

Zuschauer: 150

 

SEAT Volley Näfels - VBC Raiffeisen Sursee 1:3 (26:28, 16:25, 25:21, 21:25)

 

SEAT Volley Näfels: Bedrac (Passeur), Andy Sutter (Captain), Werner (Libero), Vinicius, Joelson, Büschi, Miller, Gygli, Brander, Christoph Suter, Trainer: Michel Bolle

 

VBC Raiffeisen Sursee: Milanez (Passeur), Nevosad (Captain), Morgenthaler (Libero), Emmenegger, Dailey, Zurgilgen, Landa, Studer, Sharma. Trainer: Martin Flückiger, Zohar Itzhaki

 

1.SR: Stanisic Sascha

2.SR: Sikanjic Aleksander