Sonntag, 3. November 2013; 22:00
NLA

Die Volleyballer aus Näfels zu stark für Einsiedeln

Von: Köbi Hefti

Im Duell der beiden Mannschaften aus den Klosterdörfern Einsiedeln und Näfels gab es nie Zweifel über den Ausgang. Die Glarner waren für den Aufsteiger zu stark. Der VBC Einsiedeln verlor 0:3 (18:25, 9:25, 15:25).

Zu Beginn des Spiels war es nicht der Aufsteiger, der nervös wirkte, sondern das routinierte Volley Näfels. Die Umstellungen in der Startaufstellung - Fabian Martinez spielte anstelle Pulkos und Gygli amtete als Passeur – bereiteten dem Favoriten etwas Mühe. Einsiedeln hielt gut mit, nutzte seine Chancen und hatte gar einige Male einen Punkt mehr auf seinem Konto als der grosse Gegner. Es war bis dahin ein mutiger Auftritt der fast ausschliesslich aus Einsiedeln stammenden Männer von Trainer Philippe Husi. Nach dem zweiten Time-out verschärfte Näfels den Rhythmus. Mit variantenreichen Float-Services brachte Passeur Gygli  die Annahme der Schwyzer aus dem Gleichgewicht. Sechs Näfelser Punkte in Folge brachten die Entscheidung. Biogas Volley Näfels holte sich den Satz mit 25:18. 

Schock-Moment
Der zweite Satz war eine sehr einseitige Angelegenheit. Es wurde offensichtlich, dass den Einsiedlern Topscorer Rostovcevs (verletzt) fehlte. Dazu waren die Angriffe von Beeler, Bittner und Martinez für die Verteidigung der Einheimischen nicht abzuwehren und der Block zu gut. Nach  einer Service-Serie von Ehrat stand es 8:2, wenig später nach Beelers Service-Variationen 16:4. Als wenig später bei einer Verteidigungsaktion auch noch Jonathan Ficht nach einem Zusammenstoss mit einem Mittspieler bewusstlos am Boden liegen bleib, war die Stimmung in der Halle mehr als betrübt. Ficht musste mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden. Er erlitt eine Hirnerschütterung und wird das Spital voraussichtlich heute wieder verlassen können. Das Resultat wurde nach diesem Schreckensmoment Nebensache, 25:9 hiess es am Ende.

Spiel durchgezogen – das war‘s
Auch nach der Pause fanden die Platzherren den Tritt nicht mehr. Einsiedeln machte viel zu viele Eigenfehler und war in Angriff und Annahme nicht mehr auf der Höhe seiner Aufgabe. Da auch Näfels nicht mehr glänzte und fehlerhaft agierte, war immerhin das Resultat nicht mehr so einseitig. Herausragend war in diesem Satz aber Zlatko Pulko, welcher im dritten Satz für den gut aufspielenden Nico Beeler zum Einsatz kam. Der Slowene beeindruckte das Publikum mit seinen Serviceknallern und seiner Sprungkraft. „Solche Service-Granaten wie Pulko hat vor Wochenfrist kein einziger Lugano-Spieler  losgelassen“, meinte ein beeindruckter Einsiedler Fan. Mit dem Resultat von 25:15 endete auch der dritte Satz sehr deutlich. Captain Büsser meinte zum klaren 3:0: „Wir haben unser Spiel durchgezogen, solid gespielt, das war’s.“ 

Glücklicher Fabian Martinez
Trainer Philipp Husi vom VBC Einsiedeln musste feststellen, dass das Einsiedeln der beiden ersten Runden deutlich besser auftrat als das Einsiedeln von Samstag. Er kennt die Gründe und erklärt: „Wegen des Ausfalls des Topscorers hatten wir kaum Wechselmöglichkeiten. Dann kam auch noch die Verletzung von Ficht dazu, die der Mannschaft einen zusätzlichen Schlag versetzte. Davon erholten wir uns nicht mehr.“

Sehr zufrieden und glücklich zeigte sich Fabian Martinez, der erstmals eine ganze Partie mit Näfels durchspielte. Er sagte: „Das Team hat gut gespielt und auch mit meiner Leistung bin ich zufrieden.“ Trainer Polak attestiert dem Venezolaner ebenfalls eine gute Leistung. Er sieht aber bei ihm noch Schwachpunkte: „Fabian ist jung, athletisch, hat keine Angst, spielt gut. Aber er ist auf dem Feld noch zu wenig frei, er muss schneller und befreiter aufspielen.“ 

Matchtelegramm:
Sporthalle Brüel, Einsiedeln, 2. November 2013, 16:00 h
Spieldauer  70 Minuten
Zuschauer: 250

VBC Einsiedeln – Biogas Volley Näfels 0:3 (18:25, 9:25, 15:25)

VBC Einsiedeln:
Silvan Kälin (Passeur, Captain), Husi (Libero), Rafael Schnüriger, Dominik Schnüriger, Kretzschmar, Raphael Kälin, Aschwanden; Birchler, Ficht

Trainer: Philippe Husi

Biogas Volley Näfels:
Gygli (Passeur), Sutter (Libero), Bittner, Alexander, Nico Beeler, Ehrat, Martinez, Büsser (Captain), Milanez (Passeur), Pulko, Riedi

Trainer: Dalibor Polak

SR: Ciemiega, Sikanjic

 

 

Polak testete gegen Einsiedeln neue Varianten: Gygli spielte als Passeur und Martinez auf Annahme/Aussen